Studie: Auto im Mittelpunkt einer sich verändernden Mobilität

Mittwoch, 5. August 2015 | 0 Kommentare
 
Das eigene Auto bleibt den Europäern auf absehbare Zeit sehr wichtig; eine Studie zeigt, auch in 25 Jahren wollen 86 Prozent der Europäer noch ein eigenes Auto besitzen
Das eigene Auto bleibt den Europäern auf absehbare Zeit sehr wichtig; eine Studie zeigt, auch in 25 Jahren wollen 86 Prozent der Europäer noch ein eigenes Auto besitzen

Das eigene Auto bleibt den Europäern auf absehbare Zeit sehr wichtig. Das zeigt eine repräsentative Studie des Online-Automarktes AutoScout24 in sieben europäischen Ländern. Im Rahmen der Studie „Unser Auto von morgen 2015“ wurden insgesamt 8.811 Europäer in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt. Die Studie zeigt, auch in 25 Jahren wollen 86 Prozent der Europäer noch ein eigenes Auto besitzen.

Etwa sechs von zehn Europäern (61 Prozent) wünschen sich auch in 25 Jahren noch ein Auto, das möglichst viele ihrer persönlichen Ansprüche erfüllt. Demnach sollte das Auto geräumig sein, sich auch für lange Reisen eignen und Fahrspaß bieten. Vor allem aber muss es den Befragten exklusiv und jederzeit zur Verfügung stehen. Etwa ein Viertel (25 Prozent) stellt zwar etwas weniger Ansprüche an die Ausstattung. Ihnen genügt es, wenn nur eine der wichtigsten Anforderungen erfüllt würde. Sie wären bereit, für besondere Touren, lange Urlaubsfahrten etwa, ein entsprechendes Fahrzeug zu mieten. Dennoch wünschen auch sie sich ein eigenes Fahrzeug. Auf den Besitz eines Autos verzichten wollen der Studie zufolge lediglich neun Prozent der Europäer.

„Dass ein eigenes Fahrzeug weiterhin ein wichtiges Gut ist, liegt sicher an der emotionalen Verbindung vieler Menschen zum Automobil. Zudem steht der fahrbare Untersatz nach wie vor für Freiheit. Kein anderes Verkehrsmittel bietet so viel individuelle Mobilität“, sagt Christian Bubenheim, Senior Vice President Marketing & Product bei AutoScout24.

Deutsche können sich Verzicht am ehesten vorstellen

Überraschend ist es, dass ausgerechnet im vermeintlich autoverliebten Deutschland die Bereitschaft, auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten, mit 13 Prozent am höchsten ist. Danach folgen Österreicher (elf Prozent), Franzosen (neun Prozent) und Belgier (ebenfalls neun Prozent). In Italien ist der Anteil der Verbraucher, die sich Mobilität ohne eigenes Auto vorstellen können, mit sechs Prozent dagegen am geringsten.

Wenn es nach den Europäern geht, bleibt trotz des Wunsches nach einem eigenen Auto nicht alles beim Alten. Vielmehr scheint das Auto im Mittelpunkt einer sich verändernden Mobilität zu stehen. So stimmen 47 Prozent der Aussage zu, dass sie in Zukunft nicht einfach nur ein Auto, sondern eine Mobilitätslösung kaufen möchten. Sie wollen trotz des eigenen Gefährts jederzeit auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen können, wenn es die Situation erfordert. Gegebenenfalls würden sie zum Beispiel ein größeres Auto für den Urlaub buchen oder den Zug nehmen. Diese Idee findet vor allem in Italien (52 Prozent) und Frankreich (53 Prozent) Anklang. In Deutschland (39 Prozent) und in Belgien (41 Prozent) ist der Zuspruch etwas geringer.

„Ein eigenes Auto gilt nach wie vor als erstrebenswert, aber die Ansprüche wandeln sich. Immer mehr Nutzer können sich vorstellen, statt eines Mehrzweckmobils ein Modell zu kaufen, das den alltäglichen Anforderungen genügt. Spezielle Bedürfnisse wollen sie mit einem der zahlreichen Carsharing-Angebote, einem Mietwagen oder anderen Verkehrsmitteln abdecken“, so Christian Bubenheim.

Fremde Mitfahrer unerwünscht

Das Gros der Privatautos steht die meiste Zeit des Tages ungenutzt herum. Das wird wohl auch in 25 Jahren noch so sein. Denn das eigene Auto anderen zur Verfügung zu stellen, wenn man es nicht gerade selbst benötigt, kann sich nur eine Minderheit von 29 Prozent der Befragten vorstellen. Ebenso unattraktiv scheint den meisten der Gedanke zu sein, regelmäßig fremde Mitfahrer an Bord zu holen, wenn sich dazu aufgrund einer gemeinsamen Strecke die Möglichkeit ergeben sollte. So sagen 54 Prozent der Befragten, dass sie im Hinblick auf die Privatsphäre keine fremden Personen im eigenen oder im geliehenen Auto mitnehmen möchten. Wenn es ums Auto geht, wird es für die meisten Europäer eben doch sehr persönlich.

Nur relevante Informationen sollen angezeigt werden

Und was sollen die Mobilitätslösungen von morgen bieten? Die große Mehrheit der Europäer ist sich in diesem Punkt einig. Sie wünschen sich vom Auto der Zukunft mehr Übersichtlichkeit: 31 Prozent der Befragten finden es sehr wichtig, dass auf dem Armaturenbrett nur solche Informationen angezeigt werden, die in der jeweiligen Situation wirklich relevant sind. Die entsprechenden Informationen, etwa zur Geschwindigkeit, Tankfüllstand oder Navigation, sollten zentral im Sichtbereich des Fahrers angezeigt werden. Dieser Erwartungshaltung stimmen weitere 42 Prozent zumindest teilweise zu. Auch die Steuerung der unterschiedlichen Funktionen sollte nach Ansicht von 29 beziehungsweise 40 Prozent der Befragten übersichtlicher werden. Sie würden beispielsweise das Entertainmentsystem, die Klimaanlage und die Navigation gerne über dasselbe Bedienelement steuern.

Im Rahmen der AutoScout24-Studie „Unser Auto von morgen 2015“ wurden insgesamt 8.811 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren in sieben europäischen Ländern befragt (Österreich: 1.001, Belgien: 1.001, Frankreich: 1.451, Deutschland: 1.456, Italien: 1.452, Niederlande: 1.000 und Spanien: 1.450). Durchgeführt wurde die Befragung von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Daten wurden im Zeitraum vom 19. September bis 09. Oktober 2014 erhoben. Die Studie kann unter: www.unserautovonmorgen.de kostenlos heruntergeladen werden. ab

 

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Kategorie: Markt

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