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„VIP Convention“: Nexen Tire im Austausch mit Großhandelskunden

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Nexen Tire hat sich in Europa längst zu einer festen Größe auf dem Reifenmarkt entwickelt; rund 20 Prozent der Konzernumsätze – die lagen 2014 bei 1,76 Milliarden Euro – stammen von hier. Der koreanische Reifenhersteller setzt dabei seit jeher stark auf das Direktgeschäft mit Großhandelskunden. Nexen Tire nutzte nun im Rahmen einer exklusiven „VIP Convention“ in Stuttgart die Gelegenheit, seinen Partnern aus dem europäischen Reifengroßhandel die jüngsten Entwicklungen und – mehr noch – die kommenden Entwicklungen zu erläutern, von denen es nicht wenige geben soll, wie Europapräsident Seung-Do Jin im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG betonte. Fast wichtiger noch, als der Austausch von Informationen, sei bei einem Event wie dem in Stuttgart aber die Beziehungspflege und die informelle Begegnung mit den Partnern, weswegen Nexen Tire auch ein umfangreiches Rahmenprogramm für seine Gäste organisiert hatte. In dessen Mittelpunkt: der Besuch des Mercedes-Cup-ATP-Tennisturniers, dessen Sponsoringpartner Nexen Tire ist.

Eine der zentralen Aufgaben anlässlich der VIP Convention fiel Ralf Flachbarth zu, der im European Technical Center von Nexen Tire (NETC) für das Automotive Engineering zuständig ist. Er erläuterte den weiteren Fahrplan des Herstellers, was Produktionskapazitäten und Produktplanung betrifft. So plant Nexen Tire bekanntlich die Errichtung einer Reifenfabrik in Tschechien, für die insgesamt Investitionen in Höhe von rund 1,2 Billionen Won (rund 950 Millionen Euro) getätigt werden sollen. Die Grundsteinlegung, so Flachbarth, werde noch im Laufe dieses Sommers stattfinden, während die Inbetriebnahme dann für 2018 geplant ist. Im ersten Jahr der Produktion werde Nexen Tire in Tschechien laut Plan rund drei Millionen Reifen fertigen, im Folgejahr sollen dies dann bereits sechs Millionen sein; weitere Ausbaustufen folgen.

Ralf Flachbarth gibt einen Einblick in das aktuelle Nexen-Tire-Produktsortiment, das zukünftig kontinuierlich ausgebaut werden soll

Ralf Flachbarth gibt einen Einblick in das aktuelle Nexen-Tire-Produktsortiment, das zukünftig kontinuierlich ausgebaut werden soll

Gleichzeitig, so Flachbarth anlässlich seiner Präsentation vor den Nexen-Tire-Großhandelspartnern, werde man aber auch zwei der drei bestehenden Reifenfabriken weiter kontinuierlich ausbauen. Während die Kapazität der Stammfabrik im koreanischen Yangsan in den kommenden Jahren bei 19 Millionen Reifen pro Jahr verharren soll – das entspricht derzeit jedem zweiten von Nexen Tire produziertem Reifen –, wird die Fabrik im chinesischen Qingdao bis 2018 von aktuell elf auf dann 13 Millionen Reifen ausgeweitet. Die neue Fabrik im koreanischen Changnyeong hingegen (seit 2012 in Betrieb) soll von aktuell sieben bis 2018 auf elf Millionen Reifen ausgeweitet werden, so dass der Hersteller dann bereits 46 Millionen Reifen in seinem Kapazitätsplan führt; zwei weitere Jahre später sollen dies dann sogar schon 52 Millionen Reifen sein. Es versteht sich, dass entsprechende Kapazitätserweiterungen weltweit von entsprechenden Nachfragesteigerungen begleitet sein müssen.

Das Produktsortiment dazu, mit dem dies gelingen kann, halte Nexen Tire bereits vor, so Flachbarth, und baue dies sogar noch weiter kontinuierlich aus. Besonders hob er dabei die Rolle des neuen Nexen N’Blue HD Plus hervor, der den seit 2012 verfügbaren N’Blue HD ablöst. Dieser High-Performance-Reifen habe den aktuellen AutoBild-Sommerreifentest als Testsieger mit Bravour bestanden und war folglich als „vorBildlich“ ausgezeichnet worden, und zwar vor etlichen Premiumfabrikaten. Der Reifen schlug sich indes nicht nur im AutoBild-Sommerreifentest ausgezeichnet, sondern konnte sich gegenüber seinem direkten Vorgänger auch bei der Einstufung nach dem EU-Reifenlabel „noch einmal deutlich verbessern“, so Flachbarth. Aktuell ist der N’Blue HD Plus in 55 Größen erhältlich, im kommenden Jahr sollen 26 weitere Größen folgen, so dass dann eine komplette Range mit Reifen von 13 bis 17 Zoll erhältlich sein wird. Ebenfalls aktuell im Sortiment: der HP-/UHP-Winterreifen Winguard Snow’G WH2, der demnächst durch einen neuen Winguard SUV ergänzt wird. Außerdem wird das Nexen-Tire-Sortiment durch einen neuen SUV-Sommerreifen N’Fera RU1 sowie den LLkw-Sommerreifen Roadian CT8 ergänzt.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Reifenfabrik 2018 in Tschechien sollen nicht nur die Reifen für die europäischen Ersatzmärkte in nennenswerten Teilen vor Ort in Europa gefertigt werden. Auch werde die Fabrik eine wichtige Rolle beim Ausbau der Erstausrüstungsaktivitäten des koreanischen Herstellers in Europa spielen. In diesem Zusammenhang ebenfalls von besonderer Bedeutung: das neue NETC, das in Kelkheim (Taunus) errichtet werden und bis Ende des kommenden Jahres bezugsfertig sein soll. Die bestehende Einrichtung, die 2011 parallel zu den ersten Homologierungen bei europäischen Erstausrüstungskunden in Frankfurt-Höchst errichtet worden war, ist mittlerweile an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.

Die Kapazitätserweiterungen, die Nexen Tire in den kommenden Jahren aufseiten von Produktion und F&E vollziehen will, sollen freilich durch entsprechende Nachfragesteigerungen in Europa begleitet werden. Dafür setzt der Hersteller vornehmlich auf die Partnerschaft mit führenden Reifengroßhändlern, um die sich vertriebsseitig in Deutschland Robert Sindičić und Franz Kruse kümmern. Parallel dazu baut Nexen Tire in Deutschland derzeit ein Retail-Team unter der Leitung von Jürgen Eigenbrodt auf, das sich unter anderem um Reifenhändler kümmern soll, bei deren Organisationen und Kooperationen Nexen Tire als Lieferant gelistet ist; vier Vertriebler seien dazu bereits eingestellt, so Europapräsident Seung-Do Jin.

Ein Event wie das in Stuttgart diene dazu, seinen Handelspartnern – in diesem Fall nur die aus dem europäischen Reifengroßhandel – „zu präsentieren, wo wir heute stehen und wo wir hinwollen“, so Jin weiter gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Über diesen intensiven Informationsaustausch hinaus sei es außerdem wichtig, die Partnerschaften mit seinen Kunden zu pflegen; beim Geschäft gehe es „um Menschen, Glaubwürdigkeit und Beziehungen“, erläutert Jin und ist sich sicher, dass die Atmosphäre der Stuttgarter „VIP Convention“ maßgeblich dazu beiträgt, die Verbindungen entsprechend zu vertiefen. Auch wenn es bei zahllosen informellen Gesprächen freilich immer wieder zentral um Reifen gegangen ist, seien Reifen doch nicht offiziell das zentrale Thema der Zusammenkunft gewesen, so Jin weiter. Vielmehr habe man seinen Partnern und sich selbst eine Plattform zum Begegnen und zum Austausch geboten, was auch die Geschäftsbeziehungen langfristig festigen solle. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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