(Pkw-)Reifengeschäft schwach im ersten Quartal – Hoffnung auf zweites

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Während sich das europäische Reifenersatzgeschäft im ersten Quartal laut den Zahlen der ETRMA (European Tyre and Rubber Manufacturers’ Association) vor allem dank eines kleinen Nachfragezuwachses im mengenmäßig stärksten Segment Pkw-Reifen insgesamt positiv entwickelte, war der Absatz deutscher Reifenvermarkter in Richtung Verbraucher (Sell-out) von Januar bis März dagegen rückläufig. „Schuld“ daran haben hier gemäß einer aktuellen Statistik des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) ebenso die Pkw-Reifen bzw. von denen die jahreszeitlich im Fokus stehenden Sommerreifen. Doch auch die Nachfrage nach Lkw-Reifen war bis dato leicht niedriger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Und all das schlägt analog außerdem auf den Sell-in (Absatz Industrie an Handel) durch, der sich in beiden Bereichen – so die jüngsten Daten der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) – ebenfalls im Minus präsentiert. Insofern dürften die Hoffnungen der Branche hierzulande nun auf dem zweiten Quartal ruhen, selbst wenn die Rückgänge angesichts des ungewöhnlich starken Jahresauftaktes 2014 vielleicht nicht überdramatisiert werden sollten.

Zumal die Sommerumrüstung erst nach den Ostertagen Anfang April und im Zuge einer anders als im zurückliegenden Jahr erst danach teils frühlingshafteren Witterung so richtig in Gang gekommen sein dürfte. Konkret wurden von Januar bis März dieses Jahres vor diesem Hintergrund rund 5,6 Millionen Pkw-Reifen seitens des Handels an die Frau oder den Mann gebracht im deutschen Ersatzgeschäft. Dies entspricht einem Minus von 8,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2014 und ist im Wesentlichen zurückzuführen auf einen bisher stark rückläufigen Sommerreifenabsatz um 14,6 Prozent auf runde 3,7 Millionen Einheiten. Demgegenüber konnte der Verkauf an Pkw-Winterreifen im selben Zeitraum sogar um 4,4 Prozent auf gut 1,9 Millionen Stück zulegen. Im Sell-in präsentieren sich allerdings beide Trendzahlen im roten Bereich. Soll heißen: Die Industrie lieferte mit 10,2 Millionen Sommer- und fast 600.000 Winterreifen 2,8 Prozent respektive 17,3 Prozent weniger Produkte an ihre Handelspartner aus, sodass insgesamt bei den Pkw-Reifen ein Minus von 3,7 Prozent auf in Summe etwa 10,8 Millionen Einheiten unterm Strich steht.

 

Ähnlich ist der Entwicklung bisher im deutschen Lkw-Ersatzmarkt, wo nämlich sowohl im Sell-out als auch im Sell-in rote Zahlen geschrieben wurden. Der Handel setzte mit nicht ganz 300.000 Stück 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr an seine Kunden ab, die Industrie wiederum lieferte mit leicht mehr als 300.000 Einheiten sogar 8,3 Prozent weniger an ihre Handelspartner aus. Erfreulich verlief demgegenüber für beide Seiten das Geschäft mit 4×4-/Offroad-/SUV-Reifen sowie das mit Llkw-Reifen. In diesen Segmenten wurden hier wie dort mehr oder weniger große Zuwächse registriert, sodass in ersterer Kategorie im Sell-in letztlich ein Plus in Höhe von neun Prozent auf annähernd eine Dreiviertelmillion Einheiten verbucht und im Sell-out ein Zuwachs von 6,4 Prozent auf eine gute halbe Million in Richtung Endverbraucher abgesetzter 4×4-/Offroadreifen registriert wurde. Bezüglich Llkw-Reifen lässt sich den ERMC-Daten (Sell-in) ein Plus von 3,6 Prozent auf gut 700.000 Einheiten entnehmen, während der WdK von einem 5,8-prozentigen Zuwachs berichtet, was nach Berechnungen der NEUE REIFENZEITUNG rund 450.000 Reifen entsprechen sollte. christian.marx@reifenpresse.de

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