Gerüchte: Geht Pirelli an Hankook, Yokohama, Hangzhou Zhongce oder ChemChina?

Ein italienischer Pressebericht hat Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Pirelli angeheizt. Wie die Zeitung Corriere della Sera berichtet, seien die derzeitigen Eigentümer des Unternehmens – allen voran namentlich Marco Tronchetti Provera – aktuell in Gesprächen über „die Zusammenarbeit mit einem asiatischen Partner“. Gespräche hätten bereits stattgefunden und würden auch weiterhin stattfinden, so eine Quelle der Zeitung, die nicht genannt werden will, aber „mit der Angelegenheit vertraut“ sei. Was das konkret bedeuten würde, blieb zunächst im Unklaren. Eine entsprechende Partnerschaft könnte aber in eine Übernahme münden, in Folge derer der Reifenhersteller von der Mailander Börse genommen und restrukturiert werden würde, so die Zeitung. Dem Vernehmen nach, so schiebt auch heute Bloomberg in einem online veröffentlichten Beitrag nach, könnte dieser neue Partnern einer der folgenden vier namentlich genannten Hersteller sein: Hankook, Yokohama, Hangzhou Zhongce und ChemChina.

Konkret müsste dazu dieser neue Partner mit Pirellis derzeitigen Großaktionären über einen Buy-out verhandeln. Den Berichten zufolge würden diese Großaktionäre aber auch an der neuen Eigentümerstruktur beteiligt sein. Größter Pirelli-Investor ist derzeit die Camfin, die wiederum gemeinsam durch den russischen Ölkonzern Rosneft (kaufte sich im vergangenen Jahr bei Pirelli ein) und einer von Tronchetti Provera geführten Holding beherrscht wird. Der Zeitung zufolge würde Marco Tronchetti Provera weiterhin den Konzern steuern können, zumindest seien „keine Veränderungen am aktuellen Management“ geplant. Inwiefern Tronchetti Provera selbst Pirelli als Miteigentümer erhalten bleiben würde, darüber schrieb Corriere della Sera nichts.

Die Börse selber reagierte enthusiastisch auf die sich entfaltenden Spekulationen; der Aktienkurs legte kurzfristig um über fünf Prozent zu und kletterte auf eine neues 25-Jahres-Hoch. Allein im Laufe dieses Jahres hatte der Aktienkurs bereits um rund 30 Prozent zugelegt, ist es Beobachtern doch seit Längerem klar, dass früher oder später bei Pirelli ein Eigentümerwechsel stattfindet.

Pirelli antwortete auf Presseanfragen heute morgen lediglich mit dem Hinweis, dass man „bis heute“ noch „keine formelle Mitteilung über ein Übernahmeangebot“ erhalten habe, was im besagten Falle notwendig wäre. Und Camfin bestätigte unterdessen Reuters zufolge, man sei in Gesprächen mit einem „internationalen Industriepartner“ über den Verkauf der Anteile. Reuters nannte dabei heute morgen ausschließlich ChemChina als Verhandlungspartner und bezog sich dabei auf zwei Quellen. Die Muttergesellschaft von Aeolus Tyre sei das Unternehmen, mit dem man „die strategische Allianz diskutiert“.  ab

 

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