Umzug: Pirelli will Deutschland-Logistik mit Fiege optimieren

Dieser Wochen nimmt die Fiege-Gruppe ihr neues Logistikzentrum in Dieburg komplett in Betrieb. Bis April stehen dort dann 90.000 m² Lagerfläche zur Verfügung, und zwar in großem Umfang dem nur wenige Kilometer entfernt in Breuberg produzierenden Reifenhersteller Pirelli. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert Thorsten Schäfer, Leiter Logistik bei der Pirelli Deutschland GmbH, was diese Veränderung in Sachen Logistik bedingt hat und wie sich dadurch die Abläufe und Serviceleistungen des Reifenherstellers ändern werden.

Neue Reifenzeitung:

Seit Kurzem betreibt Fiege ein neues Lager in Dieburg, über das vorwiegend Pirelli-Reifen ausgeliefert werden. Was sind die Gründe für diese Neuorientierung in Sachen Logistik?

Thorsten Schäfer:

Unser auch weiterhin genutztes Distributionszentrum in Otzberg ist im Laufe der Jahre schlicht zu klein geworden, um der wachsenden Komplexität im Markt ideal zu entsprechen. Wir sind unserem Premiumversprechen umfassend verpflichtet, und dazu gehört natürlich auch eine Logistikstruktur, die unseren Partnern im Handel den optimalen Service bietet.

Neue Reifenzeitung:

Welche Reifen werden derzeit über Dieburg ausgeliefert?

Thorsten Schäfer:

Aktuell liefert unser Logistikpartner über Dieburg Motorrad-, Lkw- sowie in einer geringeren Stückzahl auch Pkw-Reifen für die deutsche Erstausrüstung aus. Im zweiten Schritt – nach Fertigstellung aller Bauabschnitte – werden dann auch Pkw-Reifen für den lokalen Ersatzmarkt aus Dieburg geliefert.

Neue Reifenzeitung:

Und welchen Markt beliefert Dieburg geografisch gesehen?

Laut Thorsten Schäfer, Leiter Logistik bei der Pirelli Deutschland GmbH, zählt das neue Lager in Dieburg, das von Kontraktlogistiker Fiege betrieben wird, zu den modernsten Deutschlands; künftig wird die Logistik für den Ersatzmarkt in Dieburg durchgeführt, die für die Erstausrüstung und den Export in Breuberg

Laut Thorsten Schäfer, Leiter Logistik bei der Pirelli Deutschland GmbH, zählt das neue Lager in Dieburg, das von Kontraktlogistiker Fiege betrieben wird, zu den modernsten Deutschlands; künftig wird die Logistik für den Ersatzmarkt in Dieburg durchgeführt, die für die Erstausrüstung und den Export in Breuberg

Thorsten Schäfer:

Aus Dieburg werden alle Ersatzmarktkunden sowie die Erstausrüstungskunden im Bereich Lkw – Truck – und Motorrad – Moto – in Deutschland, Benelux, Dänemark sowie – ausschließlich für Motorrad – auch Österreich beliefert. Darüber hinaus beliefert Dieburg den weltweiten Motorradexportmarkt.

Neue Reifenzeitung:

Wird schon ab einem Stück geliefert?

Thorsten Schäfer:

Ja, aus Dieburg werden Bestellungen ab einem Reifen geliefert. Je nach Produktgruppe und Destination liefern wir Containerware oder komplette Lkw-Ladungen auch aus Dieburg. Darüber hinaus werden zum Teil auch Pkw-Reifen direkt aus unserem Fabriklager in Breuberg oder von ausländischen Standorten mit Containern ausgeliefert.

Neue Reifenzeitung:

Pirelli betreibt weitere Lagerstandorte bzw. lässt weitere Lager von Dienstleistern betreiben?

Thorsten Schäfer:

Aktuell gibt es noch das Fabriklager in Breuberg und das Pkw-Reifen-Distributionszentrum in Otzberg. Beide Läger werden ebenfalls von Fiege betrieben. Aus Otzberg liefern wir heute Pkw-Reifen in den lokalen Ersatzmarkt. Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes in Dieburg werden auch diese Reifen dorthin verlagert. Aus Breuberg werden Pkw-Reifen in den weltweiten Export, die deutsche Erstausrüstung und volle Lkws in den Ersatzmarkt geliefert. Künftig wird die Logistik für den Ersatzmarkt in Dieburg durchgeführt, die für die Erstausrüstung und den Export in Breuberg.

Neue Reifenzeitung:

Dieburg wird weiter ausgebaut? Was sind hier die genauen Pläne?

Thorsten Schäfer:

Das Gesamtgebäude ist fertig gestellt; von insgesamt neun Bereichen sind fünf bereits bezogen, die verbleibenden vier befinden sich im Innenausbau.

Neue Reifenzeitung:

Was bedeutet dies dann für die anderen Lagerstandorte?

Thorsten Schäfer:

Das Lager in Otzberg ist von Fiege langfristig gemietet. Breuberg bleibt, wie bereits gesagt, als Lagerstandort erhalten.

Neue Reifenzeitung:

Was ist die strategische Zielsetzung dieser Veränderungen in der Logistik?

Thorsten Schäfer:

Unsere strategische Zielsetzung zielt klar auf den optimalen Kundenservice ab. Dabei schafft die Bündelung der Logistik für die lokalen Märkte an einem Standort eine ideale Verfügbarkeit im 24-Stunden-Service. Auch die Verfügbarkeit in den Spitzenzeiten der Sommer- und Winter-Sell-out-Saisons wird verbessert. Gleichzeitig sind wir überzeugt, somit eine zukunftsfähige Aufstellung gefunden zu haben, um der stetig steigenden Komplexität im Markt – als ein Stichwort seien OE-markierte Reifen genannt – Rechnung zu tragen. Darüber hinaus reduzieren wir ganz im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens den Querverkehr. Diese Vorteile wollen wir mit der Struktur ausschöpfen.

Neue Reifenzeitung:

Wie wirkt sich das neue Lager auf die Qualität der Logistikleistungen sowie auf die Kosten für Pirelli aus?

Thorsten Schäfer:

Das Lager in Dieburg zählt zu den modernsten in Deutschland. Während des Umzuges wurden und werden viele Prozessoptimierungen eingeführt, z.B. das Scannen aller Reifenbarcodes im Warenausgang. Damit ist ein weiterer Kontrollpunkt etabliert, der hilft, die Zahl möglicher Fehler und daraus resultierender Falschlieferungen zu reduzieren. Derartige Prozesse tragen zur deutlichen Qualitätsverbesserung für unsere Kunden bei. Unser Fokus liegt auf Service- und Verfügbarkeitsverbesserung. Die Kosten blieben mehr oder minder gleich.

Neue Reifenzeitung:

Worin liegt der Nachteil einer dezentralen bzw. dezentraleren Lagerhaltung?

Thorsten Schäfer:

Das Prinzip der dezentralen Lagerung hat den Nachteil, dass Reifen unter Umständen in einem Lager liegen, in dem sie gerade nicht gebraucht werden. Das erfordert tendenziell höhere Bestände. Zudem entstehen zusätzliche Kosten durch Transporte zwischen den Lägern, die durch eine zentrale Lagerung vermieden werden. Da wir heute – wie bereits in der Vergangenheit – in der Lage sind, in Deutschland und Benelux innerhalb von 24 Stunden zu liefern, bringt uns eine dezentrale Lagerhaltung auch keinen Vorteil im Service.

Neue Reifenzeitung:

Inwiefern profitieren Pirelli-Kunden konkret von dem neuen Lager in Dieburg?

Thorsten Schäfer:

Wir bieten wie bisher einen 24-Stunden-Service, allerdings mit einer noch höheren Zuverlässigkeit, da sich keine Ware mehr in Außenlägern befindet. Und die Lieferfähigkeit sowie das vorrätige Sortiment verbessern sich deutlich, da mehr Lagerfläche zur Verfügung steht und auch kleinere Bestände höchst effizient gemanagt werden können.

Neue Reifenzeitung:

Warum betreibt Pirelli nicht selber die Läger?

Thorsten Schäfer:

Wir betreiben seit über zehn Jahren kein Warenlager mehr selbst. Diese Aufgabe zählt nicht zu unserer Kernkompetenz, deshalb kooperieren wir mit dem professionellen Dienstleister Fiege.

Neue Reifenzeitung:

Werden in dem neuen Lager in Dieburg auch Kompletträder montiert?

Thorsten Schäfer:

Nein. Bis heute montiert Fiege für Pirelli keine Kompletträder, weder in Dieburg, noch an einem anderen Standort. Es gibt demnach keinen Wechsel, Pneumobil fertigt die Kompletträder. ab

 

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