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Rück- und Ausblicke des Conti-Vertrieb Ersatzgeschäft DACH bei Bus- und Lkw-Reifen

Dr. Marko Multhaupt, Vertriebs- und Marketingleiter des Ersatzgeschäftes Bus- und Lkw-Reifen für die Region DACH (Deutschland, Österreich und die Schweiz) beim Reifenhersteller Continental, macht bei seinem Rückblick auf 2014 und seinem Ausblick auf 2015 für seinen Geschäftsbereich eine Anleihe am Motto des IAA-Auftrittes des Konzerns im Herbst 2014 in Hannover „Mobilität der Zukunft“. Wobei gerade diese Messe dokumentiert hatte, dass sich das Unternehmen immer mehr als ganzheitlicher Anbieter für Lösungen rund um das intelligente Nutzfahrzeug der Zukunft versteht, um die Transporte von Menschen und Gütern „so effizient, sicher und umweltverträglich wie möglich zu gestalten“, wie Multhaupt in seiner Einladung an gut ein Dutzend Motorjournalisten aus dem deutschsprachigen Raum geschrieben hatte.

Für einen Premiumanbieter reicht es nicht (mehr) aus, über hervorragende Bus- und Lkw-Reifen zu verfügen. Um sich positiv zu differenzieren, bedarf es nicht minder herausragender Dienstleistungsangebote wie beispielsweise die „Conti 360° Fleet Services“ mit ihren maßgeschneiderten Kundenlösungen. Die „Mobilität der Zukunft“ bedeutet, auf die Anforderungen der Transportbranche nach effizienten Flottenlösungen die passenden Antworten zu liefern, so Marko Multhaupt. Und erinnert sei auch daran, dass Continental inzwischen mit dem LifeCycle-Werk in Hannover-Stöcken nicht nur – nach manchen Irrungen in den letzten zwei Jahrzehnten – endlich seinen Runderneuerungsansatz gefunden hat, der zu einer professionellen Bearbeitung dieses Segmentes unabdingbar dazugehört und Teil des Kerngeschäftes ist, sondern sogar eine darüber hinausgehende Lösung, die ökologische und ökonomische Ansprüche bündelt.

Obwohl beim Zusammentreffen von Multhaupt und dem Marketingleiter Timo Röbbel mit der Presse Anfang Dezember das endgültige Jahresresümee noch gar nicht gezogen werden konnte und auch eher nicht von positiven Zahlen für den letzten Monat des Jahres ausgegangen werden konnte nach dem schwachen Winterreifengeschäft, zeigte sich Multhaupt doch im Rückblick auf 2014 zufrieden: „Für mich steht heute schon fest, das ablaufende Jahr werden wir als ein erfolgreiches verbuchen.“ Und sein Ausblick auf 2015 ist auch ein positiver, obwohl es mit Blick auf die letzten Jahre einige Male zu untypischen Jahresverläufen kam, die im Nachhinein so gar nicht zu den zwölf Monate zuvor gemachten Prognosen passen wollten: „Basierend auf der weiterhin positiven Entwicklung im Wirtschaftsraum DACH gehen wir erneut von einem stabilen bis leicht positiven Bus- und Lkw-Reifengeschäft für 2015 aus.“

Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Transportbranche angekommen

Das gesellschaftliche Interesse an der Nachhaltigkeit von Konzepten und Lösungen ist in der Transportbranche angekommen. „Grünes Denken“ ist auf dem Vormarsch, Ökologie kein Schlagwort mehr. Contis Vertriebsverantwortlicher Bus- und Lkw-Reifen: „Wir bei Continental wollen Produkte und Lösungen anbieten, die den Effizienzanforderungen und Bedürfnissen der Logistik- und Transportbranche entsprechen und gleichzeitig die drängenden Anforderungen an einen sicheren und umweltfreundlichen Straßenverkehr berücksichtigen. Wirtschaftliche Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit sind daher die Kernthemen, die uns täglich beschäftigen, wenn wir über die Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen rund um das Bus- und Lkw-Reifengeschäft sprechen.“

Im Jahre 2013 hatte Continental die neuen Busreifen Coach für Reisebusse, CityPlus für Fernbusse und Urban für Stadtbusse, die zur aktuellen hausinternen „Generation 3“ gehören, eingeführt und im vergangenen Jahr die Früchte dieser Entwicklungen geerntet. Erst unlängst wurde das belohnt durch den „Internationalen Busplaner Nachhaltigkeitspreis 2015“ in der Kategorie „Reifen und Reifendienste“, der von der im Münchener Huss-Verlag erscheinenden Fachzeitung Busplaner verliehen wird. Mit den 2014 auf den Markt gebrachten Lkw-Reifen der ContiEcoPlus-Reihe für das Autobahn- und Fernverkehrssegment wird an die Erfolge der Busreifen angeknüpft, und das nicht nur durch einen weiteren Award: Eine Jury europäischer Transportzeitschriften hat in Zusammenarbeit mit dem VDA den Trailerreifen EcoPlus HT3 in der Kategorie Umwelt als einzigen Reifen mit dem „Trailer Innovation Award 2015“ ausgezeichnet. Darüber hinaus ist Continental Mitte des Jahres 2014 mit der Einführung der Lkw-Reifen in der ContiHybrid-Reihe gestartet, die sich maßgeblich an den Herausforderungen des Regionalverkehrs orientiert. Multhaupt räumt ein, dass in diesem Segment für den Verbraucher trotz der wirtschaftlichen Dominanz des Rollwiderstandes immer noch die Laufleistung als erstes Kaufkriterium in Vordergrund steht – eine stete Herausforderung, Aufklärung zu betreiben.

Zum Rückblick auf 2014 gehören auch der Anlauf des ContiLifeCycle-Werks, das Vorantreiben und der Ausbau der Kundenbasis beim Luftdrucküberwachungssystem ContiPressureCheck samt Einführung der Funktion ATL (Automatic Trailer Learning) sowie weiteres Wachstum im Geschäftsfeld „Conti 360° Fleet Services“. Nicht zu vergessen die mittlerweile neunte Roadshow, bei der mehr als 1.800 Nfz-Marktteilnehmer besucht und angesprochen wurden, und der auch schon zum siebten Mal durchgeführte Spritsparwettbewerb „Beat-the-Best“, zum ersten Mal auch im Bus-Segment.

An Marktzahlen konnte Multhaupt erst über die für die ersten zehn Monate des Jahres berichten, gleichwohl war offenkundig: Das erste Halbjahr 2014 kann als sehr stark bezeichnet werden im Ersatzgeschäft der Region DACH, wobei einschränkend die Vergleichszahlen auch davon profitierten, dass 2013 der Winter sehr lang und sehr kalt war. Die Zahlen der zweiten Jahreshälfte werden hingegen davon nach unten gezogen, dass sich der Winter partout nicht einstellen wollte. Marko Multhaupt: „Im Laufe des zweiten Halbjahres hat der Markt allerdings auch durch die milden Temperaturen im Oktober und November an Dynamik deutlich verloren.“ Das wird am Jahresergebnis zehren, aber nicht alles von dem, was sich bis dahin addiert hat. Bei Neureifen betrug das DACH-Plus per 31. Oktober 7,3 Prozent und errechnet sich aus acht Prozent in Deutschland sowie 10,1 Prozent in Österreich bei Einbußen in Höhe von 2,7 Prozent in der Schweiz. Bei runderneuerten Reifen wird mit einem Plus von 0,2 Prozent Stabilität in der Region DACH konstatiert, wobei der deutsche Markt genau diese leichte Zunahme auch widerspiegelt, Österreich ebenfalls leicht mit 1,3 Prozent im Plus, die Schweiz mit einem Prozent leicht im Minus ist.

Der Markt besteht nicht nur aus Premium

Im Jahr 2015 wird die Lkw-Reifenfamilie ContiHybrid komplettiert und soll „damit für das größte Marktsegment eine Top-Produktpalette im Sinne von Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit zur Verfügung“ stehen. Andere wichtige Themen für Multhaupt und sein Team sind die Weiterentwicklung des ContiPressureCheck-Systems, die Neukundenakquise im Bereich Conti360° Fleet Services, der weitere Ausbau des ContiLifeCycle-Werkes sowie der Start in die Erneuerung des Zweit- und Drittmarkenportfolios.

Den Bau des ContiLifeCycle-Werkes in Hannover-Stöcken hatte Continental erst im Spätsommer des Jahres 2012 bekannt gegeben. Laut Marko Multhaupt werde noch im Verlaufe des Jahres 2015 die zweite Phase dieses Projektes realisiert, das heißt mit Installation der letzten Pressen wird die damals angekündigte Jahreskapazität von 150.000 Heiß- und 30.000 Kalterneuerten erreicht.

Natürlich weiß man auch bei Continental, dass der Lkw-Reifenmarkt nicht nur aus Premiumprodukten bestehen kann. Es gibt Kunden und Anwendungen, bei denen Zweit- und Drittmarken sich im „Quality“- und im „Budget“-, ja sogar im Low-Budget-Segment mit anderen Wettbewerbern auseinanderzusetzen haben. Im „mittelpreisigen“ Segment hat der hannoversche Anbieter mit Uniroyal und Semperit zwei bewährte Eisen im Feuer, deren Programme zur Erneuerung anstehen bzw. noch Lücken haben, die es auszufüllen gilt. Die Gefahr einer größeren Kannibalisierung beider Marken dürfte limitiert sein, denn für beide Marken gibt es jeweilige Affinitäten beim Handel wie beim Verbraucher, so beispielsweise für Semperit im Alpenraum. Ähnlich dürfte es im Budgetsegment aussehen, wo der Konzern mit Lkw-Reifen der Marken Barum und Matador vertreten ist, die beide eine „osteuropäische Historie“ haben, Matador wohl noch eher als Barum. Das Segment der Low-Budget-Lkw-Reifen sehen Marktbeobachter auf maximal 200.000 Einheiten im deutschen Markt limitiert. Mit ihren Neureifen tun sich die großen Lkw-Reifenanbieter – neben Continental seien vor allem Michelin, Bridgestone und Goodyear Dunlop genannt – schwer, gegen diese Klientel überwiegend aus China nach Europa drängender Reifennamen gegenzuhalten. Vielleicht gelingt das ja jedenfalls partiell mit Runderneuerten, zum Beispiel aus dem ContiLifeCycle-Werk? detlef.vogt@reifenpresse.de

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