Industrie (noch) vergleichsweise unbeeindruckt vom schleppenden Wintergeschäft

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Angesichts eines bisher doch recht schleppenden Wintergeschäftes sprechen altgediente Reifenhändler mit Blick auch noch auf die ersten November-Wochen zwar schon mal von einem „noch nie da gewesenen Einbruch“, den man „bis dato gar nicht für möglich gehalten“ habe. Doch auf der anderen Seite zeigt sich die Reifenindustrie demgegenüber vergleichsweise unbeeindruckt vom vor allem bedingt dadurch bis Ende Oktober aufgelaufenen Absatzminus bei Pkw-Reifen im deutschen Reifenersatzmarkt, was die Verläufe des Handels in Richtung Verbraucher (Sell-out) angeht. Noch muss man da wohl sagen.

Denn im Vergleich zum entsprechenden Stand Ende des dritten Quartals ist mit Ablauf des Oktober das Plus beim Absatz an Pkw-Reifen durch die Industrie an ihre Handelspartner (Sell-in) auf „nur noch“ acht Prozent gesunken, was gemäß den Daten der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) kumuliert über die ersten zehn Monate 2014 alles in allem gut 38 Millionen Einheiten entspricht. Davon entfallen über 18 Millionen Stück auf das Sommersegment und die anderen 20 Millionen auf das Wintersegment, woraus sich immerhin Zuwächse von gut fünf bzw. knapp elf Prozent ergeben. Dieser insgesamt positiven Entwicklung aufseiten der Industrie steht auf der anderen Seite beim Pkw-Reifenabsatz im Sell-out insgesamt allerdings ein beinahe genauso großes Minus von ziemlich genau zwischen sieben und acht Prozent gegenüber.

Das Sommergeschäft hat sich über die ersten zehn Monate mit beinahe 21 Millionen Reifen für die wärmeren Monate des Jahres – entsprechend einem Zuwachs um annähernd drei Prozent – zwar ebenfalls zum Besseren entwickelt, die Geschäfte des Handels mit Pkw-Winterreifen sind mit knapp elf Millionen verkauften Einheiten demgegenüber fast 21 Prozent hinter dem Vorjahresvergleichswert zurückgeblieben. Abgesehen von der daraus resultierenden, nur als unbefriedigend zu bezeichnenden aktuellen Lage für den Handel fangen genau an der Stelle dann aber auch die (möglichen zukünftigen) Probleme der Industrie an. Denn wenn die Hersteller über die ersten zehn Monate grob gerechnet rund neun Millionen Pkw-Winterreifen mehr an ihre Vermarktungspartner geliefert haben als diese in derselben Zeit an Verbraucher verkaufen konnten, dann türmen die sich halt jetzt in den Lägern landauf und landab. Sollten sie in den beiden letzten Monaten des Jahres nicht doch noch an die Frau oder den Mann gebracht werden können und abfließen, dann bleibt das sicherlich nicht ohne Folgen für den Sell-in im kommenden Jahr.

Zumal das Geschäft mit Pkw-Reifen nach Stückzahlen gerechnet unangefochten die größte Bedeutung hat. An 4×4- bzw. Offroadreifen hat die Industrie von Januar bis Oktober beispielsweise „nur“ gut 2,5 Millionen Stück an den deutschen Handel geliefert, der wiederum knapp 2,6 Millionen von ihnen absetzen konnte. Daraus lassen sich Zuwachsraten von einem Prozent (Sell-in) bzw. fast zwei Prozent (Sell-out) errechnen. Auch das Lkw-Reifengeschäft entwickelte sich bis einschließlich Oktober für beide Seiten positiv: Gut 1,2 Millionen von der Industrie ausgelieferten Einheiten bzw. einem Plus von acht Prozent stehen aufseiten des Handels knapp 1,4 Millionen verkaufte Lkw-Reifen respektive ein Zuwachs von nicht ganz drei Prozent gegenüber. Wie bei den Pkw-Winterreifen gegenläufig präsentiert sich die Absatzentwicklung bei den Llkw-Reifen, wo die Industrie mit knapp drei Millionen Stück ihre Auslieferungen um gut elf Prozent steigern konnte, die Reifenvermarkter mit 2,4 Millionen Einheiten aber fast drei Prozent weniger von ihnen in Richtung Endverbraucher verkaufen konnten. christian.marx@reifenpresse.de

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