Pilotprojekt: Volkswagen testet vollautomatisches Wuchten in Wolfsburg

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Damit Räder und Reifen richtig rund laufen können, wird natürlich auch in der Erstausrüstung gewuchtet. In der Regel geschieht dies – wie im herkömmlichen stationären Reifenhandel – teilweise von Hand und mit Klebegewichten auf 2,5 Gramm genau. Volkswagen betreibt dazu jetzt allerdings ein Pilotprojekt in seinem Wolfsburger Stammwerk und testet die Vollautomatisierung dieses wichtigen Arbeitsschrittes. Dort in Halle 10 betreibt der größte Automobilhersteller Deutschlands seit Neuestem eine „vollautomatische Gewichtesetzstation“, in der man das automatische und grammgenaue Setzen der Gewichte erproben will. Dies biete mehrere Vorteile.

Wie das Unternehmen in seiner Mitarbeiterzeitung Autogramm Wolfsburg schreibt, habe man für das Pilotprojekt in der sogenannten Räderfertigung des Werkes erst einmal umbauen müssen: „Ein Zwischentransportband wurde aus einer Anlage entfernt, um Platz zu schaffen für die automatische Anlage. Bisher wurden die vorkonfektionierten Gewichte per Hand eingeklebt. Zwischen fünf und 60 Gramm wiegen sie. Wenn das Rad ankommt, sieht der Mitarbeiter per Leuchtanzeige, wie viel Gramm das zu setzende Gewicht haben muss. Ein Laser zeigt wiederum an, wo das Gewicht sitzen muss. Dann kommt es auf den richtigen Druck an.“ Für die Mitarbeiter sei dies harte Arbeit, denn allein an der Montagelinie 4 im Werk Wolfsburg werden arbeitstäglich rund 4.500 Rädern gewuchtet.

Druck machen – Das Anbringen von Auswuchtgewichten ist auf Dauer harte Arbeit

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„Wir haben hier die erste vollautomatische Anlage in Europa“, so Projektleiter Jens-Mario Kramer. Die bisher vorkonfektionierten Gewichte kommen jetzt flexibel von der Rolle und werden passgenau abgeschnitten, heißt es dazu im Autogramm Wolfsburg weiter. Möglich mache das ein Metall-Kunststoff-Gemisch mit viskoelastischem Klebeband, das die Firma 3M entwickelt hat. Ein Sensor messe die Kontur der Felge und das Gewicht werde vom Roboter mit genau dem richtigen Anpressdruck exakt eingesetzt. Die entsprechende Technik sei von 3M und der Firma Dominion bereits in den USA erprobt worden. Aber so genau und exakt wie jetzt in Wolfsburg habe man dort noch nicht arbeiten können.

Während des Pilotprojektes, das noch bis zum kommenden Sommer laufen soll, kontrollieren die Mitarbeiter trotzdem noch jedes einzelne Rad und prüfen genau, ob der Roboter das Gewicht exakt gesetzt hat.

„Prozesssicherheit, weniger Teilenummern in der Logistik und auch weniger Kosten sind die Vorteile“, heißt es im Autogramm Wolfsburg zu den Hintergründen des Pilotprojektes. Der Betriebsrat unterstütze das Projekt wegen seiner Vorteile in Bezug auf Ergonomie. ab

 

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