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„Cyber Tyre“ soll Fahrbahnzustand erkennen können

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Wann immer über das Thema Sensoren in Reifen diskutiert wird und dabei die Sprache auf von ihnen gelieferte, über den Reifendruck und die Reifentemperatur hinausgehende Daten kommt, so heißt es meist, in „rund fünf Jahren“ sei mit Systemen zu rechnen, die etwa auch den Fahrbahnzustand erkennen und für mehr Fahrsicherheit entsprechende Informationen beispielsweise an das ESP übermitteln können. Kürzlich erst wurde solch zukünftige Anwendungsszenarien im Rahmen der IQPC-Konferenz „Intelligent Tire Technology“ in Nürtingen (bei Stuttgart) vorgestellt und auch da war einmal mehr überwiegend von einer Serienreife in „rund fünf Jahren“ die Rede. Pirelli arbeitet ebenfalls daran, denn nach Angaben des italienischen Unternehmens kann der seinem sogenannten „Cyber Tyre“ zugrunde liegende Sensor nicht nur Daten über die Verhältnisse in den Reifen (Druck/Temperatur), sondern auch über die Leistung des Fahrzeugs, an denen sie montiert sind, sowie den Zustand der Fahrbahn an den Fahrer bzw. an Fahrerassistenzsysteme übermitteln. Auf diese Weise – so Pirelli – trage der als intelligent bezeichnete „Cyber Tyre“ zu einer erhöhten Sicherheit des Fahrzeugs, aber auch zu einer effizienteren Fahrweise bei.

Maurizio Boiocchi, General Manager Technologie bei Pirelli, vor einem mit dem Sensor des „Cyber-Fleet“-Systems ausgestatteten Pirelli-Lkw-Reifen des Typs „ST:01“

Maurizio Boiocchi, General Manager Technologie bei Pirelli, vor einem mit dem Sensor des „Cyber-Fleet“-Systems ausgestatteten Pirelli-Lkw-Reifen des Typs „ST:01“

Entwickelt wird die Technologie demnach derzeit in Zusammenarbeit der Ingenieure des Mailänder Forschungs- und Entwicklungszentrum von Pirelli mit dem Fachbereich Maschinenbau der Universität Mailand. „Herz“ des Ganzen ist ein autonomer elektronischer Sensor, dessen Fläche mit gerade einmal einem Quadratzentimeter angegeben wird und der den jeweiligen Fahrbahnzustand sowie auf den Reifen wirkende Kräfte erfassen können soll. „Der Sensor ermittelt den verfügbaren Grip und analysiert den aktuellen Zustand der Straßenoberfläche (trocken, nass, vereist), der auch für die Traktion maßgeblich ist. Zudem erfasst ‚Cyber Tyre’ das senkrecht auf dem Reifen lastende Gewicht wie auch die auf den Pneu wirkenden Quer- und Längskräfte. Dabei berechnet er, welche Geschwindigkeit möglich ist, bevor Aquaplaning auftritt, und wie viel Grip noch zur Verfügung steht, bevor das Auto zu rutschen beginnt. Weitere Datenfelder enthalten Informationen über den Typ des Asphalts der Straße, die Aufstandsfläche und Stellung der Reifen, ihre Temperatur, ihren Fülldruck, den Abrieb und die Drehzahl. Darüber hinaus dient der Sensor als Pass des Reifens, der sämtliche Informationen über dessen Identität enthält“, heißt es vonseiten des Reifenherstellers.

Mittels einer drahtlosen Funkverbindung sende der Sensor alle Informationen in Echtzeit an den Bordcomputer und weitere elektronische Systeme des Fahrzeugs, sodass sie gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten bzw. Geschwindigkeitsregel- oder Bremsassistenzsysteme auf Basis der Informationen über den aktuell verfügbaren Grip und die Fahrbahnbedingungen zur richtigen Zeit das Tempo anpassen bzw. präzise bremsen können. Über eine grafische Schnittstelle können die Informationen – sofern gewünscht – dem Fahrer auf einem Display angezeigt werden. Laut Pirelli erörtern renommierte Automobilkonzerne aktuell den Einsatz von „Cyber Tyre“ als Erstausrüstungsreifen. „In der Praxis wird das System bereits genutzt. So ließen führende Flotten in Europa und Südamerika das ‚Cyber-Fleet’-System in ihre Nutzfahrzeuge einbauen“, so der Reifenhersteller weiter. Soweit bekannt, werden momentan damit allerdings „nur“ Informationen zu Reifendruck und -temperatur gemessen und je nach Ausführung des Systems dem Fahrer (statische Variante) sowie über die Integration in ein Telematiksystem (dynamische Variante) darüber hinaus beispielsweise Flottenmanagern zur Verfügung gestellt. Auch sogenannte „Track-&-Trace-Funktionen“ sollen sich in das System integrieren lassen, das daraufhin für jeden Reifen Daten wie die gefahrenen Geschwindigkeiten und die zurückgelegten Entfernungen erfasst. cm

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