Beim Winterreifenkauf zu sparen, kann laut DVR mitunter teuer werden

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Die „Initiative Reifenqualität“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner empfiehlt Autofahrern trotz allen Kostendrucks, auf „gute Winterreifen im Winter und Sommerreifen im Sommer“ zu setzen und dabei keine Kompromisse einzugehen. Das soll einerseits heißen, dass von der Verwendung von Ganzjahresreifen abgeraten wird. Andererseits – so der DVR weiter – sei es nicht ratsam, durch den Kauf besonders preiswerter Winterreifen sparen zu wollen.

In diesem Zusammenhang wird auf den diesjährigen Test sogenannter „Billigreifen“ durch die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) verwiesen. Zwar hatte man dafür Sommerreifen unter die Lupe genommen, aber das Ergebnis des Vergleichs lässt sich nach Ansicht des DVR offenbar auch auf Winterreifen übertragen. Allen Testkandidaten bescheinigte die GTÜ jedenfalls deutlich längere Bremswege als dem mitgetesteten Referenzreifen vom Typ Dunlop „SportMaxx“. Zusätzlich wurde den „Billigreifen“ ein deutliches höheres Aquaplaningrisiko bescheinigt, sodass GTÜ-Chef Rainer de Biasi letztlich von „verheerenden Ergebnissen“ spricht. „Wer beim Reifenkauf spart, setzt seine eigene Sicherheit und natürlich auch die anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel, denn im Ernstfall entscheiden bei einer Vollbremsung wenige Meter, ob es einen Unfall gibt und wie schwer dieser ist. Und auch ein Fahrzeug mit dem höchsten Sicherheitsstandard nützt nichts, wenn schlechte Reifen montiert sind“, ergänzt Horst Metzler, Geschäftsführer des Automobilclub Verkehr (ACV).

Als Nachteil von Ganzjahresreifen anstelle einer saisonalen Umrüstung wird demgegenüber angesehen, dass sie die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen nach Möglichkeit auf sich vereinen müssen. Deshalb wiesen sie in der Laufflächenmitte zwar Lamellen wie Winterreifen auf, das Profil ähnele im Flankenbereich für eine bessere Wasserverdrängung aber eher dem eines Sommerreifen, während die Mischung wiederum ähnlich weich wie die eines Winterreifens sei, um eine möglichst gute Verzahnung auf schlüpfrigen Fahrbahnen zu erreichen. „Das führt dazu, dass sich Ganzjahresreifen bei höheren Temperaturen im Sommer schnell abfahren und die vermeintliche Ersparnis beim Kauf von Ganzjahresreifen aufgrund der verringerten Laufleistung nicht zum Tragen kommt. Darüber hinaus ist der Kraftstoffverbrauch mit Ganzjahresreifen in der Regel deutlich höher als mit Winter- bzw. Sommerreifen, weil die Reifen so konzipiert sind, dass möglichst alle Witterungsbedingungen bewältigt werden können“, so der DVR.

Dies gehe zulasten der Rollwiderstandsoptimierung, die für einen geringen Spritverbrauch bei den jeweiligen Temperaturen sorgt, wird weiter argumentiert. In diesem Zusammenhang wird auf Testergebnisse des Touring Club Suisse verwiesen, wonach ein Fahrzeug auf Sommerreifen beim Thema Verbrauch am besten abschneidet, mit Winterreifen lediglich 0,1 Liter mehr auf 100 Kilometer konsumiert, mit Ganzjahresreifen aber auf ein Plus von 0,4 Litern kommt. Zudem hat der TCS mit Ganzjahresreifen demnach außerdem noch einen um 13 Meter längeren Bremsweg auf Schnee (Ausgangsgeschwindigkeit: 40 km/h) gemessen als mit Winterreifen, wo das Testfahrzeug nach 29 Metern zum Stehen gekommen sein soll. „Unter dem Strich betrachtet sind Ganzjahresreifen nur ein Kompromiss und kommen an die Leistungen der Sommer- und Winterspezialisten nicht ran“, lautet daher das Fazit des DVR. cm

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