Bosch übernimmt ZF Lenksysteme nun zu 100 Prozent

Dienstag, 16. September 2014 | 0 Kommentare
 
ZF Lenksysteme soll nach dem Willen der beiden Eigentümer ZF Friedrichshafen und Bosch bald eine 100-prozentige Bosch-Tochter werden
ZF Lenksysteme soll nach dem Willen der beiden Eigentümer ZF Friedrichshafen und Bosch bald eine 100-prozentige Bosch-Tochter werden

Bosch erhöht seine Anteile an der ZF Lenksysteme GmbH (ZFLS) in Schwäbisch Gmünd von bisher 50 auf 100 Prozent. Mit mehr als 13.000 Mitarbeitern in acht Ländern entwickelt, produziert und vertreibt ZFLS weltweit Lenksysteme für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz rund 4,1 Milliarden Euro. Mit insgesamt 20 Standorten ist das Unternehmen auf den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vertreten. Neben den Standorten in Europa, den USA und China produziert ZFLS auch in Indien, Brasilien sowie Malaysia. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf der verbleibenden Anteile an Partner und Miteigentümer Bosch steht im Zusammenhang mit der geplanten Übernahmen von TRW durch ZF Friedrichshafen, Boschs Partner im Gemeinschaftsunternehmen ZF Lenksysteme. Damit wolle man kartellrechtlichen Bedenken gegen die TRW-Akquisition vorbeugen.

„Mit der kompletten Übernahme von ZFLS stärkt Bosch seine Position für eine aktive Gestaltung der Zukunft der Mobilität. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos“, so Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

ZFLS erzielt schon heute rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes mit modernen, kraftstoffsparenden Elektrolenkungen. Ein Grund für den Erfolg von effizienten Lenksystemen ist das Verbrauchssenkungspotenzial: So können in einem Mittelklassefahrzeug mit Zwei-Liter-Motor bis zu 0,8 Liter Kraftstoff pro hundert Kilometer gespart werden. Die Emissionen verringern sich dadurch um bis zu 14 Gramm CO2 pro Kilometer. Zudem ist die Elektrolenkung im Pkw entscheidende Komponente für viele Assistenzsysteme. Beispielsweise können Spurhalteassistenten damit das Auto automatisch auf Kurs halten. Beim Start-Stopp-Segeln, bei dem der Motor in Rollphasen abschaltet, bleibt das Lenkverhalten dank der elektrischen Unterstützung gleich.

Mehr als jeder zehnte ZFLS-Mitarbeiter, also insgesamt rund 1 400, arbeitet in der Entwicklung. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand lag 2013 bei rund 238 Millionen Euro. Seit seiner Gründung hat ZFLS rund 750 Patente angemeldet. Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist die Vernetzung der Komponenten über spezifische Software zu Gesamtsystemen. Beispielsweise hat das Unternehmen mit Komponenten der Muttergesellschaften eine Lösung zur Serienreife gebracht, bei dem sich ein Gespann aus Pkw und Anhänger mit dem Smartphone von außen manövrieren lässt.

Eine kompakte, lokal entwickelte, besonders preisgünstige Pkw-Elektrolenkung für asiatische Märkte zeigt, dass das Unternehmen nicht nur Lösungen für Premiumfahrzeuge bietet. Auch die Kunden von günstigeren Kompaktwagen profitieren damit von den Effizienzvorteilen der ZFLS-Produkte. Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie hatte ZFLS zuletzt vor allem in Nordamerika und Asien investiert. ab

 

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Kategorie: Markt

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