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Hankook: „Erstausrüstung erweitert Geschäft und technologische Kompetenz“

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Hankook Tire hat gerade in jüngster Vergangenheit immer wieder durch Neuabschlüsse in der europäischen Erstausrüstung von sich reden gemacht und scheint immer weiter zu den führenden OE-Lieferanten aufzuschließen. Zuletzt wurde bekannt, dass künftig auch das in Europa produzierte Hankook-Runflat-System HRS bei der C-Klasse von Mercedes-Benz Anwendung finden wird – ein weiterer Meilenstein. Im Interview mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert Byung-Il Woo, Vice President Global OE Division bei Hankook Tire in Korea, was das Unternehmen in Europa und weltweit Sachen Erstausrüstung antreibt, wo das Verhältnis von Erstausrüstung zu Ersatzmarkt idealerweise liegen sollte und welche Rolle die Produktions- und Entwicklungskapazitäten von Hankook in Europa für die hiesige Erstausrüstung spielen.

Neue Reifenzeitung:
Hankook Tire liefert jetzt Reifen für etliche der Volumenmodelle von Mercedes-Benz und BMW. Warum sind die beiden neuesten Modelle – die C-Klasse und der Mini – von besonderer Bedeutung für Sie?

Byung-Il Woo:
Das Wichtigste an unseren jüngsten OE-Aufträgen ist, dass wir nun erstmals auch HRS-Notlaufreifen in die Erstausrüstung von Premiumfahrzeugherstellern liefern können. Im Moment sind es vornehmlich Mercedes-Benz und BMW unter den führenden Premiummarken, die Runflats auch in der Erstausrüstung nutzen. Und Hankook Tire kann die hohen Standards dieser Hersteller mit Produkten exzellenter Leistung und Sicherheit bedienen.

Neue Reifenzeitung:
Warum ist gerade die europäische Erstausrüstung so wichtig für Hankook Tire?

Byung-Il Woo:
Die Erstausrüstung in Europa ist für uns aus zwei Gründen besonders bedeutsam. Wir erweitern damit unser Geschäft und unsere technologische Kompetenz. Was das Geschäft betrifft, so erwarten wir durch die Belieferung führender Automobilhersteller inklusive der Premiumhersteller, dass sich auf diese Weise unsere Markenbekanntheit und Marktdurchdringung auf dem europäischen Markt weiter steigern lässt. Natürlich gehen wir auch davon aus, durch die OE im Ersatzmarkt mehr Reifen verkaufen zu können. Unserer Meinung nach ist die Errichtung einer starken OE-Kundenbasis essenziell wichtig und effektiv beim Aufbau von Markenbekanntheit und Vertrauen. Nun, da Hankook im vergangenen Jahr ein großer Sprung nach vorn in der europäischen Erstausrüstung gelungen ist und auch in Zukunft weitere Schritte voran tun wird, vertrauen wir auf eine sich weiter verstärkende Marke.

Was die technologische Kompetenz betrifft, so ist festzuhalten, dass OE-Reifen immer in Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern entwickelt werden. In diesem gemeinsamen Entwicklungsprozess kommt unsere Fähigkeit zum Ausdruck, modernste Technologien anzuwenden und weiterzuentwickeln. Dies gilt natürlich auch für Technologien im Allgemeinen. Wir können gleichzeitig unsere Reifentechnologien in Bezug auf Runflat-, Sealant- oder rollwiderstandsoptimierte Reifen, etwa für Elektrofahrzeuge, verbessern und stärken.

Neue Reifenzeitung:
Es ist offensichtlich, dass Hankook Tire als Erstausrüstungslieferant bereits einen weiten Weg in Europa zurückgelegt hat. Sie beliefern auch VW, Audi und Ford in nennenswertem Umfang. Werden Sie dieses Geschäft in Zukunft noch weiter ausbauen?

Byung-Il Woo:
Seitdem wir 1999 unseren ersten Reifen in die Erstausrüstung geliefert haben, haben wir partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen mit weltweit agierenden Automobilherstellern wie Hyundai-Kia Motors, Volkswagen, Ford und General Motors etabliert. Gerade in den letzten Jahren hat Hankook Tire das Erstausrüstungsgeschäft mit den Premiummarken der Automobilhersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Audi wie auch mit den führenden japanischen Herstellern Toyota, Honda und Nissan beträchtlich ausgeweitet. Wir wollen auch in Zukunft unser OE-Portfolio durch neue Kunden sowie weitere Modell bestehender Kunden kontinuierlich ausbauen.

Neue Reifenzeitung:
Es scheint, dass Hankook Tire bereits einen überaus hohen Anteil an der europäischen Erstausrüstung hat. Kommen Sie nicht mittlerweile in Regionen, wo die Balance zwischen Erstausrüstung und Ersatzgeschäft für Sie zu einem Problem werden könnte?

Byung-Il Woo:
Unser Erstausrüstungsanteil in Europa macht derzeit rund 30 Prozent unser gesamten Absätze auf diesem Markt aus. Parallel zum zunehmenden OE-Geschäft in Europa während der vergangenen Jahre ist auch unser Ersatzmarktgeschäft deutlich angestiegen. Wir werden demnach auch in Zukunft unseren OE-Anteil beibehalten.

Neue Reifenzeitung:
Findet die Bearbeitung Ihrer europäischen OE-Projekte bereits ausschließlich in Europa statt?

Byung-Il Woo:
Unsere aktuelle europäische Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur erlaubt es uns, zahlreiche Aufgaben sicher und umfassend zu übernehmen und die Bedürfnisse verschiedener OE-Projekte in Europa zu bedienen. Wir haben kontinuierlich in exklusive Technologien für die europäische Erstausrüstung investiert. Insbesondere haben wir in unserem Europe Technical Centre (ETC) in Deutschland, in unserer Fabrik in Ungarn und bei IDIADA in Spanien permanent Entwicklungsressourcen aufgebaut.

Neue Reifenzeitung:
Werden Sie in Zukunft noch mehr Reifen an die europäische Erstausrüstung direkt aus Ihrem Werk in Ungarn liefern?

Byung-Il Woo:
Es ist eines der Grundprinzipien unserer Geschäftsstrategie, die regionale Verteilung der Produktion zu maximieren, also dort zu produzieren, wo Bedarf besteht. Wir wollen folglich auch europäische Fahrzeughersteller soweit es irgend möglich ist von vor Ort beliefern. Gegenwärtig stammt noch ein Teil der OE-Reifen aus anderen außereuropäischen Fabriken. Es ist aber unser Ziel, 100 Prozent regionale Versorgung zu erreichen.

Neue Reifenzeitung:
Inwiefern kann Hankook von seinem umfassenden Motorsportengagement profitieren, wenn es um die Erstausrüstung geht?

Byung-Il Woo:
Rennreifen, die im Motorsport genutzt werden, benötigen eine noch ausgereiftere Technologie, um extremen Beanspruchungen wie hohen Geschwindigkeiten, starkem Abbremsen und scharfen Lenkmanövern zu genügen. Hankook Tire beteiligt sich kontinuierlich an verschiedenen Motorsportevents und nutzt dies als günstige Gelegenheit, zukünftige Reifentechnologien voranzutreiben. Um nur einige zu nennen: Laufflächenmischung und Profildesigns mit höherem Grip, reißfesterer Reifencord, gewichtsreduzierte Reifen, Simulations-, Bewertungs- und Analysetechnologien für die Entwicklung. All diese Reifentechnologien finden Eingang in die Reifenentwicklung, gerade was UHP- und OE-Reifen betrifft. ab

 

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