Silica von Evonik ab 2016 auch aus Brasilien

Dienstag, 22. Juli 2014 | 0 Kommentare
 

Evonik Industries (Essen) baut in Americana (São Paulo, Brasilien) eine Anlage zur Herstellung von gefällten Kieselsäuren, in der Branche auch als Silica geläufig. Das Unternehmen investiert einen mittleren zweistelligen Millionen-€-Betrag; die Anlage soll im Jahr 2016 in Betrieb gehen. Die Produktion wird die erste für leicht dispergierbare Kieselsäuren (HD-Kieselsäuren) in Südamerika sein. Diese wachstumsstarken Kieselsäuren werden überwiegend für hochwertige, rollwiderstandsreduzierte Reifen eingesetzt.

Außerdem zielt Evonik mit der neuen Kieselsäureproduktion auf das wachsende regionale Geschäft in den attraktiven Spezialitätensegmenten der Lebensmittel-, Futtermittel- und Agroindustrie Südamerikas. Patrik Wohlhauser, Vorstandsmitglied von Evonik Industries und Chief Operating Officer: „Mit dieser Investition in Brasilien positionieren wir uns im wichtigen südamerikanischen Markt als innovativer Anbieter hochentwickelter anorganischer Materialien für ressourcenschonende Anwendungen.“

Dr. Johannes Ohmer, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Materials von Evonik: „Mit der neuen Anlage in Americana werden wir unseren Kunden nun auch in Brasilien und in der Region hochwertige Kieselsäuren aus lokaler Produktion verbunden mit ausgezeichneten Services bieten. Damit festigen wir unsere führende globale Marktposition.“

Die Reifenindustrie profitiert von dem Wachstum der Automobilindustrie, die in Südamerika in den vergangenen Jahren deutliche Absatzsteigerungen verzeichnen konnte. Der Markt für Leichtlaufreifen – und damit für die HD-Kieselsäuren – wächst in Südamerika spürbar stärker als der Markt für übliche Pkw-Reifen. Auf Grund der in Brasilien geplanten Kennzeichnungspflicht für den Energieverbrauch von Reifen rechnet Evonik mit zusätzlicher Nachfrage.

Durch den Einsatz von Kieselsäuren in Kombination mit Silanen können Reifen produziert werden, die durch einen deutlich geringeren Rollwiderstand zur Einsparung von bis zu acht Prozent Kraftstoff führen (im Vergleich zu herkömmlichen Pkw-Reifen), rechnet der deutsche Konzern vor. Leichtlaufreifen leisten somit einen Beitrag zum Klimaschutz. Nochmals Ohmer: „Wir bieten als einziger Hersteller beide Komponenten an und sind so für unsere Kunden aus der Reifen- und Gummiindustrie ein kompetenter Partner für leistungsfähige Reifenmischungen.“

Evonik baut seine Kieselsäurekapazitäten weltweit aus: Alleine bis 2014 werden diese um circa 30 Prozent im Vergleich zu 2010 wachsen. In Chester (USA) soll noch 2014 eine Anlage für gefällte Kieselsäuren mit einer Jahreskapazität von rund 20.000 Tonnen in Betrieb gehen. Der Ausbau in Nord- und Südamerika folgt auf bereits abgeschlossene Erweiterungen in Europa und Asien. So wurde in Thailand im März 2014 eine Produktionserweiterung in Betrieb genommen. dv

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Kategorie: Markt

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