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Gummi Berger tritt aus Team aus und wird Euromaster-Partner

Gummi Berger hat jetzt nach 27-jähriger Mitgliedschaft in der Kooperation Team Reifen-Union GmbH & Co. Top Service Team KG den Austritt erklärt. Gleichzeitig will das von Peter Lüdorf in dritter Generation geführte Unternehmen mit Sitz in Gummersbach zukünftig Franchisepartner bei Euromaster werden. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG zeigte sich Lüdorf sichtlich bewegt, nachdem er heute Morgen seinen langjährigen Team-Gesellschafterkollegen bei einer Versammlung in Herne seine Beweggründe für den Schritt noch einmal persönlich erläutert hatte. Als Grund für seinen weitreichenden Schritt nannte er den mangelnden Veränderungswillen im Kreise der Team-Gesellschafter.

„Die Anforderungen an die Branche haben sich verändert“, so Peter Lüdorf gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Und mit diesen Anforderungen hätten sich eben auch die Bedürfnisse von Reifenhändlern an die Hilfestellungen einer Kooperation geändert. Ob beim Thema Autoservice, beim gemeinsamen Einkauf, bei der EDV, in der Beratung für die allgemeinen Abläufe in der Werkstatt, „auf dem Hof“ oder auf unternehmerischer Ebene, bei der Marke „Team“ und dem dazugehörigen Marketing – laut Peter Lüdorf hätten die Team-Mitgesellschafter nie den Beschluss zu einer stärkeren Integration unter dem Dach der 1977 gegründeten Kooperation fassen wollen. Lediglich die Flottenabrechnung über Servicequadrat lobte Lüdorf als „ausgezeichnet“.

Lüdorf zufolge hätte man den Austritt der RTC und von Reifen Helm zum Ende des vergangenen Jahres eigentlich dazu nutzen müssen, eine Neubestimmung der eigenen Ziele innerhalb der Team vorzunehmen, sich „neu zu erfinden“, diese dann umzusetzen und die Kooperation wetterfest für die Zukunft zu machen. Dies sei allerdings, so muss Lüdorf zugeben, nicht mehrheitsfähig im Kreise der Gesellschafter gewesen, bei denen Gummi Berger mit aktuell zwölf Filialen und über 100 Mitarbeitern zu den kleinen zählt; man habe „die Chance nicht genutzt“.

Nicht einmal der gemeinsame Einkauf von Reifen funktioniere innerhalb der Team. Während die Organisation einmal als Einkaufsgemeinschaft gegründet wurde, vereinbart heute jeder Team-Gesellschafter mit seinen Lieferanten eigene Konditionen, die die über die Team-Zentrale vereinbarten Konditionen in der Regel schlagen.

Laut Peter Lüdorf hat die Team nach dem Austritt der RTC und von Reifen Helm zum Ende des vergangenen Jahres eine Chance zur Veränderung verpasst

Laut Peter Lüdorf hat die Team nach dem Austritt der RTC und von Reifen Helm zum Ende des vergangenen Jahres eine Chance zur Veränderung verpasst; was dies für die Zukunft der Team-Kooperation mit aktuell noch 14 Gesellschaftern bedeutet, ist derzeit alles andere als klar

Peter Lüdorf möchte allerdings keine Schuldzuweisungen vornehmen; jedes Unternehmen, jeder Unternehmer habe seine eigenen – begründeten – Interessen. Reicht die gemeinsame Schnittmenge eben nicht mehr aus, um das Zusammensein zu rechtfertigen, ist die Beziehung gescheitert und damit zu Ende. Ganz bewusst will Peter Lüdorf im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG aber die Team-Zentrale in Isernhagen unter der Führung von Gerd Wächter aus der Schusslinie nehmen. Dort könne man am Allerwenigsten für den mangelnden Veränderungswillen innerhalb der Organisation, sondern setze lediglich die Vorgaben der Gesellschafter um – das sei die Aufgabe der Zentrale. Lüdorf habe zwar den Eindruck, dass unter dem neuen Beiratsvorsitzenden Christian Stiebling einige Veränderungen in Gang kommen. Nur reiche Gummi Berger die Geschwindigkeit der Veränderungen eben nicht aus.

Peter Lüdorf hat sich vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren immer wieder gefragt und dies auch in Gesprächen mit der Redaktion der NEUE REIFENZEITUNG entsprechend geäußert, wie der finanzielle Aufwand einer Team-Mitgliedschaft für sein Unternehmen, das pro Jahr rund 17 Millionen Euro umsetzt, zu rechtfertigen sei. Ein deutliche Antwort hat der Geschäftsführer jetzt für sich offensichtlich gefunden: Sie ist nicht zu rechtfertigen.

Nun wird Gummi Berger Franchisepartner bei Euromaster. Genauso wie er vor einigen Tagen bereits die formelle schriftliche Kündigung an die Team-Gesellschafter und die Zentrale geschickt hat, hat er auch bereits den Franchisevertrag mit Euromaster-Geschäftsführer Dr. Matthias Schubert unterzeichnet. „Das Gesamtpaket hat uns und unsere Filialleiter überzeugt“, so Lüdorf, der bereits in der Vergangenheit zu den guten Michelin-Kunden mit einem Konzernanteil von rund einem Drittel zählt. Dieser Anteil sollte in Zukunft weiter steigen. „Nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir es wollen.“ Lüdorf gibt sich gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG überaus motiviert und freut sich auf die gemeinsame Zukunft mit dem neuen starken Partner.

Wann der Austritt aus Team und der darauf folgende Eintritt bei Euromaster formell rechtkräftig wird, ist im Moment noch nicht ganz klar. Die Team-Regularien sehen eine Kündigung zum Ende eines Jahres mit einjähriger Frist vor. Das bedeutet: Spätestens zum Jahreswechsel 2015/2016 wird die Mitgliedschaft von Gummi Berger bei Team formell Geschichte sein. Peter Lüdorf möchte aber verständlicherweise schon früher den Wechsel vollziehen. Diesen Wunsch habe er auch bei der Gesellschafterversammlung in Herne bei Reifen Stiebling, die aktuell noch läuft, geäußert. Der Geschäftsführer von Gummi Berger, der nach der Aussprache zu seiner Kündigung mit den Gesellschafterkollegen die Versammlung verlassen und seine Mitgesellschafter zum Diskutieren der aktuellen Situation allein gelassen hat, hofft auf einen Wechsel schon zum 1. Januar 2015 und dass die anderen Team-Partner ihm entsprechend keine „Steine in den Weg legen“ werden, trotz aller verständlicher Enttäuschung. Lüdorf ergänzt aber: „Wir stehen bei der Team im Wort.“ arno.borchers@reifenpresse.de

 

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  1. […] offiziell noch Gesellschafter der Kooperation Team Reifen-Union GmbH & Co. Top Service Team KG; diese hatte Gummi Berger im vergangenen Sommer nach 27-jähriger Mitgliedschaft gekündigt. „Wir kommen unseren Verpflichtungen nach und halten unsere Verabredungen“, so Peter Lüdorf […]

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