Einzelheiten zum geplanten Goodyear-Reifenwerk

Montag, 30. Juni 2014 | 1 Kommentar
 

Ende Mai hatte Goodyear erklärt, ein neues Pkw-Reifenwerk für den nord- und lateinamerikanischen Markt mit einer Anfangskapazität von sechs Millionen Einheiten jährlich errichten und dafür rund 500 Millionen US-Dollar investieren zu wollen. Mit einer Produktionsaufnahme sei bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 zu rechnen. Jetzt berichtet „latinapress“ unter Bezugnahme auf Jaime Szulc, CEO für die Region Lateinamerika, dass als mögliche Standorte nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch Brasilien, Kolumbien, Peru und Mexiko in Frage kämen. In einem Interview ging Szulc im Übrigen auch auf die Krise in Venezuela ein, die für viele Unternehmen in dem südamerikanischen Land eine Belastung ist und die auch die dort seit 1956 Pkw- und LLkw-Reifen fertigende Goodyear Sorgen bereitet hat.

Laut Szulc habe der Konzern in den letzten Jahren 243 Millionen US-Dollar in den Produktionsstandort Brasilien investiert, auch in das Werk in Chile sei eine größere Summe geflossen. Aber man wolle auch weiterhin in die Fabriken in Venezuela, Peru und Kolumbien investieren. Zitat Szulc: „Wir glauben, dass Venezuela ein sehr attraktiver Markt ist. Viele Menschen nutzen Autos, das Land hat eine sehr starke Autokultur. Dazu müssen wir hinzufügen, dass Benzin sehr billig ist. Allerdings brauchen wir nun die Hilfe der Regierung bei der Tilgung von aufgelaufenen Schulden. Wir müssen die Schulden bei den Rohstofflieferanten begleichen. Venezuela ist für uns ein sehr wichtiger Markt und wir wollen langfristig dort weiter investieren. Dies ist allerdings nur mit Unterstützung durch die Exekutive möglich.“ Ferner weist Goodyears Lateinamerika-CEO darauf, dass aktuell rund 400 Millionen US-Dollar eingefroren sind. „Diese Schulden beunruhigen uns, Lieferanten führen kein für die Produktion dringend benötigtes Ausgangsmaterial mehr nach Venezuela ein.“

Szulc zeigt sich in dem Interview überzeugt, dass die Region weiter wachsen werde. „Besonders Peru wächst stärker als die Region selbst. Das gleiche passiert mit Chile, Mexiko und Brasilien. Ich kann nur wiederholen, dass die Region ein sehr attraktiver Markt ist – trotz der Probleme in Venezuela und Argentinien.“ Die Verbraucher in Argentinien und Venezuela wollten Goodyear-Produkte kaufen, „allerdings gibt es ein Problem mit der Versorgung“. dv

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Kategorie: Markt

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  1. Goodyear kann sich drehen und wenden, der größte Reifenhersteller ist und bleibt LEGO.

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