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„Destination-HP“-Vorstellung soll Firestone-Markenrelaunch einläuten

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Mit dem „Destination HP“ seiner Marke Firestone stellt Bridgestone ein neues Reifenmodell vor, das für Crossover-Fahrzeuge und kleinere bis mittelgroße SUVs (Sport Utility Vehicles) entwickelt wurde. Schließlich ist es gerade dieses Segment des Reifenmarktes, das in den zurückliegenden Jahren durchgängig steigende Absatzvolumina verbuchen konnte. Davon will sich der Reifenhersteller dank des „Destination HP“ offenbar einen Teil sichern, zumal der Neue mit einer besonders hohen Laufleistung glänzen soll, ohne dass damit Einbußen bei der Sicherheit verbunden wären. Aber das Ganze ist demnach mehr als „nur“ die Einführung eines neuen Produktes, versteht Bridgestone dies doch gleichzeitig als eine Art Startschuss für den Relaunch der Marke Firestone, die man damit im europäischen Markt stärken wolle.

Innerhalb des Konzerns ist sie laut Gert Meylemans, Executive Manager Corporate & Brand Communications bei Bridgestone Europe, oberhalb der neuerdings auch in Deutschland wieder breiter (über First Stop) vertriebenen Marke Dayton positioniert, aber selbstverständlich unterhalb von Bridgestone. Mit „gut“ (Dayton), „besser“ (Firestone), „am besten“ (Bridgestone) wird dieser Mehrmarkenansatz von ihm charakterisiert. Dabei drückt sich die Differenzierung zwischen den beiden Marken Bridgestone und Firestone mit Blick allein auf ihre preisliche Positionierung im Markt laut Wilfried Rulands, Leiter Marketing und Kommunikation bei Bridgestone für die Region Deutschland/Österreich/Schweiz, durch einen irgendwo zwischen zehn und 15 Prozent liegenden Unterschied aus.

Freilich ist dies nur eine Seite der Medaille, weil die interne Markendifferenzierung selbstredend nicht nur über den Preis erfolgt. Bridgestone wird demnach als eher auf Dinge wie Sicherheit und Umweltfreundlichkeit ausgerichtet beschrieben, und Firestone will man demgegenüber vor allem als – so Meylemans – „jung geblieben, mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie einer Spur amerikanischer Wurzeln und dem damit verbundenen Freiheitsgefühl rund ums Fahren“ wahrgenommen wissen. In Bezug auf den externen Wettbewerb wird Bridgestone natürlich gegen andere Premiummarken wie Conti, Dunlop, Goodyear, Michelin oder Pirelli in Stellung gebracht, während sich gegen die Zweitmarken der teils hinter diesen Namen stehenden Konzerne halt Firestone behaupten soll. Meylemans sieht insofern BFGoodrich und Kleber, Fulda sowie Uniroyal, aber etwa auch Kumho als ihre Hauptwettbewerber.

Der Firestone „Destination HP“ wird zum Marktstart in zunächst zwölf Dimensionen erhältlich sein – in einer „zweiten Welle“ sind für den Herbst bzw. September dann noch einmal neun zusätzliche Größen angekündigt

Der Firestone „Destination HP“ wird zum Marktstart in zunächst zwölf Dimensionen erhältlich sein – in einer „zweiten Welle“ sind für den Herbst bzw. September dann noch einmal neun zusätzliche Größen angekündigt

In der anvisierten Mitte des Marktes, die oft auch als Qualitätssegment bezeichnet wird, gehe es manchmal „etwas langweilig“ zu, meint Meylemans und sieht darin zugleich eine gute Chance für Firestone, sich von den anderen in diesem Teich schwimmenden Fischen abzuheben. Seinen Worten zufolge ist der Bridgestone-Konzern jedenfalls gewillt, auch über die Vorstellung des „Discoverer HP“ hinaus weiter in seine Zweitmarke zu investieren. Mittelfristig sollen beispielsweise weitere neue Produkte folgen, so unter anderem ein Ganzjahresreifen oder ein 4×4-Winterreifen innerhalb eines Zeithorizontes von etwa zwei Jahren. Schon für spätestens Ende dieses Jahres wird zudem eine neue Firestone-Website angekündigt, und dass die Markteinführung des aktuellen SUV-Sommerreifens bzw. der Marken-Relaunch mit einer Linie von Firestone-Merchandisingartikeln (Taschen, Shirts, Jacken etc.) flankiert wird, ist ebenfalls kein Geheimnis.

Man fragt sich unwillkürlich nur, warum gerade jetzt diese „Wiederbelebung“? Und wenn eine solche überhaupt nötig erscheint, hat man dann den zurückliegenden Jahren seitens Bridgestone möglicherweise zu wenig für Firestone getan? Und warum? „Ja und nein“, beantwortet Meylemans die Fragen nach dem Zuwenig diplomatisch. In der jüngeren Vergangenheit habe bei allen Marketingbemühungen halt einfach die Marke Bridgestone im Vordergrund gestanden. „Und Budgets sind nun einmal begrenzt“, ergänzt er unter Verweis insbesondere auf die noch nicht allzu lange zurückliegenden „Krisenjahre“, in denen es um die (Reifen-)Konjunktur nicht ganz so gut bestellt war. Jetzt sei die Situation eine andere, sodass sich mehr Möglichkeiten böten. „Obwohl wir in Sachen Firestone zweifelsohne zuletzt etwas zurückhaltend waren, haben sich die Verkaufszahlen der Marke dennoch erstaunlich gut entwickelt“, sagt er. Jetzt wolle man diesen Schwung gewissermaßen nutzen und dem Ganzen noch einen zusätzlichen Impuls geben.

Dem neuen „Destination HP“ kommt bei alldem eine Schlüsselfunktion zu, soll seine Vorstellung doch als eine Art Meilenstein genau diesen (Wende-)Punkt in der bis ins Jahr 1900 zurückreichenden Geschichte der Marke markieren. Erhältlich ist der laut Meylemans für jüngere Fahrer von zwei bis vier Jahre alten SUVs aus dem B- und C-Segment gedachte Reifen in zunächst zwölf Dimensionen von 15 bis 17 Zoll – in einer „zweiten Welle“ sind für den Herbst bzw. September dann noch einmal neun zusätzliche Größen angekündigt. Damit tritt er nach Einschätzung von Bridgestone gegen solche Wettbewerbsprodukte wie vor allem Hankooks „Dynapro HP2“, Kumhos „Road Venture APT KL51“ oder auch Fuldas „4×4 Road“ an. Abgesehen vom (wiederbelebten) Markenimage soll er gegenüber diesen natürlich auch mit technischen Werten glänzen können, wobei der Anbieter insbesondere das Thema Laufleistung hervorhebt.

Abgesehen vom Thema Laufleistung sollen vor allem auch gute Nässeeigenschaften den neuen SUV-Reifen der Marke Firestone auszeichnen

Abgesehen vom Thema Laufleistung sollen vor allem auch gute Nässeeigenschaften den neuen SUV-Reifen der Marke Firestone auszeichnen

Gemäß interner Vergleichstests auf Bridgestones europäischem Prüfgelände in der Nähe von Rom (Italien) mit einem VW Tiguan 2.0 TDI 4×4 auf Reifen der Dimension 215/65 R16 H wird das Laufleistungsplus gegenüber der Konkurrenz mit immerhin bis zu 35 Prozent beziffert. „Ohne Einbußen bei der Sicherheit“, wie es mit Blick auf die diversen Konstruktionsdetails heißt, die genau das sicherstellen sollen. Mit einer speziell auf SUVs abgestimmten Karkasskonstruktion verbindet man beispielsweise ein Mehr an Fahrstabilität und Langlebigkeit, während die sogenannten µ-Schulterblöcke des Profils vor allem für eine gute Haftung und präzise Lenkrückmeldungen auf trockener Straße zuständig sind. Überhaupt sei das Profildesign des Reifens grundsätzlich so ausgelegt worden, dass es für maximale Kontrolle und Traktion in Kurven sorge, sagt der Hersteller, der sich bei alldem freilich das wichtige Thema Nasshaftung nicht vernachlässigt hat.

Die 3D-artige Auslegung des mittleren Profilbandes wird mit einer höheren Blocksteifigkeit bei gleichzeitig besserer Ableitung von Wasser aus der Bodenaufstandsfläche gleichgesetzt. Die umlaufenden Profilrillen des „Destination HP“ sind demnach so positioniert worden, dass Letzteres noch unterstützt wird bzw. damit optimale Leistungen bei Nässe erreicht werden. In Sachen EU-Reifenlabeling soll der Neue in der Kategorie Nasshaftung daher mit Blick zumindest auf die 2014 eingeführten fünf umsatzstärksten Dimensionen – 215/65 R16 98H, 235/60 R16 100H, 235/55 R17 99H, 225/65 R17 102H, 235/65 R17 104V – eine „B“-Bewertung vorweisen können. Bezüglich des Rollwiderstandes werden „C“- oder „E“-Klassifizierungen für diese Fünf genannt. Insgesamt biete der Reifen damit eine – so Bridgestone – „perfekte Balance zwischen Rollwiderstand und langer Lebensdauer“. Er soll die „Stammkunden von Firestone ansprechen, die jung gebliebenen, aktiven Menschen, die beim Fahren ihre Freiheit genießen wollen“. christian.marx@reifenpresse.de

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