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Gegenwind für die „Tire Cologne“?

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Die Messe Essen macht ernst und hat zum Auftakt der diesjährigen Reifenmesse noch einmal bekräftigt, auch nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) als ideellem Träger eine „Reifen“ am angestammten Platz durchführen zu wollen. Mehr noch: Für die nach der noch gemeinsam ausgerichteten nächsten Messe vom 24. bis zum 27. Mai 2016 geplante Veranstaltung „Reifen 2018“ ist mit dem 5. bis zum 8. Juni sogar schon ein ganz konkreter Termin fixiert. Letzterer liegt im Übrigen nur eine Woche später als der von der neuen Konkurrenzmesse „The Tire Cologne“ ins Auge gefasste Zeitraum vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2018. Es scheint sich in spätestens vier Jahren also tatsächlich eine Art „Showdown“ zwischen den beiden Reifenmessen anzubahnen, zumal die Messe Essen eine „weitgehende strategische Partnerschaft“ mit den Veranstaltern der „Automechanika“ eingegangen ist bzw. für die Zeit nach 2016 die Messe Frankfurt als „schlagkräftigen Partner“ mit ins Boot geholt hat.

Mit der Zusammenarbeit wollen die Partner länderübergreifend Synergien in Vertrieb und Marketing realisieren, wobei Oliver P. Kuhrt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Essen, in diesem Zusammenhang unter anderem beispielsweise auf „attraktive Paketlösungen“ als Vorteil für die Aussteller verweist. Aber auch von einem „inhaltlichen Mehrwert“ ist in diesem Zusammenhang die Rede. „Durch die Kooperation verbessern wir den Werkstatt- und Autoservicebereich in Essen und verlängern so die Wertschöpfungskette der ‚Reifen’“, meint Kuhrt und sieht dabei keinen, der „uns diesen Status streitig machen wird“. Jedenfalls sollen nach der „Reifen 2016“ beide Weltleitmessen eng miteinander verzahnt werden, wie Michael Johannes, Bereichsleiter Mobility & Infrastructure der Messe Frankfurt Exhibition GmbH, darüber hinaus ergänzt. Genauere Details dazu wurden bislang allerdings noch nicht genannt. Das Ganze sei ja noch relativ frisch, wie Kuhrt dazu erklärt. Er will aber keine Zweifel daran aufkeimen lassen, dass die „Reifen“ auch ohne den BRV als ideellem Träger nach 2016 gut aufgestellt ist, was den Wettbewerb angeht.

Nach Aussagen der Essener Messegesellschaft wurde bei der „Reifen 2014“ mit rund 20.000 Gästen aus 130 Ländern ein neuer Besucherrekord aufgestellt, und mit 670 Ausstellern aus 44 hätten – heißt es – so viele Unternehmen wie noch nie in Essen Präsenz gezeigt

Nach Aussagen der Essener Messegesellschaft wurde bei der „Reifen 2014“ mit rund 20.000 Gästen aus 130 Ländern ein neuer Besucherrekord aufgestellt, und mit 670 Ausstellern aus 44 hätten – heißt es – so viele Unternehmen wie noch nie in Essen Präsenz gezeigt

Bei alldem betonen die neuen Partner jedoch immer wieder die große Internationalität beider Messen, schließlich kämen bei der „Reifen“ rund 70 Prozent der Aussteller aus dem Ausland und bei der „Automechanika“ sogar über 80 Prozent. Die Essener sollen dabei augenscheinlich auch davon profitieren, dass es „Automechanika“-Messen bereits an 14 internationalen Standorten gibt wie zum Beispiel in Dubai, Johannesburg, Moskau oder Istanbul. „Unsere Aussteller profitieren, indem wir ihnen neue Märkte erschließen – gleichzeitig steigern wir so die Kundenbindung. Und wir erhöhen nochmals die Internationalität in Essen, indem wir die ‚Reifen’ im Ausland noch bekannter machen“, so Kuhrt. Ob mit Blick auf die „Automechanika Shanghai“ bzw. durch die neue Partnerschaft mit den Frankfurtern in Zukunft eine „Reifen China“ in derselben Metropole noch Sinn macht, werde geprüft. In diesem Jahr wird es Kuhrts Worten zufolge in jedem Fall wieder die „Reifen China“ geben – danach wird man sehen, heißt es.

Deutlich macht der Messegeschäftsführer demgegenüber, dass die „Reifen“ auf jeden Fall in Essen erhalten bleiben soll. „Da gehört sie hin“, sagt er. In der Theorie könnte man zwar auch auf die Idee kommen, sie mit der „Automechanika“ zusammenzulegen, aber dafür wäre dann gar nicht genug Platz, sekundiert Johannes. Hinsichtlich der Konkurrenzsituation mit der „Tire Cologne“ ab 2018 gibt sich Kuhrt angesichts all dessen jedenfalls „sehr entspannt“, zumal etwa 85 Prozent der „Reifen“-Aussteller gar keine BRV-Mitglieder seien. „Viele Aussteller sind auf uns zugekommen, weil sie die Entscheidung des BRV nicht verstehen“, so Kuhrt im Gespräch mit dieser Fachzeitschrift. Es dürfte also spannend werden, welche Unternehmen 2018 bei welcher der Messen – „Reifen“ bzw. „Tire Cologne“ – vertreten sein werden. Oder bei beiden? Oder bei keiner von ihnen, um erst einmal abzuwarten, welche das Rennen macht? Das Stimmungsbild bei den Ausstellern, mit denen die NEUE REIFENZEITUNG bei der diesjährigen Messe gesprochen hat, war jedenfalls alles andere als eindeutig.

Dem Erfolg der „Reifen 2014“ hat all dies freilich keinen Abbruch getan: Nach Aussagen der Essener Messegesellschaft wurde im Gegenteil mit rund 20.000 Gästen aus 130 Ländern sogar ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Und mit 670 Ausstellern aus 44 hätten so viele Unternehmen wie noch nie in Essen Präsenz gezeigt, heißt es weiter. Doch weil nach der Messe vor der Messe ist, laufen demnach schon jetzt die Vorbereitungen sowohl für die „Reifen 2016“ als auch die „Reifen 2018“ auf Hochtouren. Für die kommende Auflage in zwei Jahren ist laut den Essenern bereits ein großer Teil der Ausstellungsfläche vergeben, und für die „Reifen 2018“ würden sich laut einer repräsentativen Befragung des Gelszus-Instituts für Messemarktforschung nach heutigem Stand rund zwei Drittel der Aussteller anmelden. Man wird allerdings abwarten müssen, wie die tatsächliche Buchungslage dann aussieht, wenn es wirklich ans Eingemachte geht – also etwa nach der nächsten Reifenmesse. Ungeachtet dessen versprechen die Essener für 2018 jedenfalls eine „große Geburtstagsfeier mit vielen Überraschungen für ihre Aussteller aus aller Welt“, denn die „Reifen“ in vier Jahre wäre dann schließlich die 30. Ausgabe. christian.marx@reifenpresse.de

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