Pirelli-Lieferanten der „Schlüssel zu Leistungen und Ergebnisse“

Pirelli hat seine diesjährigen Lieferanten-Awards verliehen. Im Interview mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert der Chief Purchasing Officer (CPO) des Herstellers Luigi Staccoli, welche Bedeutung diese Auszeichnungen für die Reifenentwicklung haben und wie sie sich darauf positiv auswirken.

Neue Reifenzeitung:

Warum lobt Pirelli Awards für seine Lieferanten aus?

Luigi Staccoli:

Solche Lieferanten-Awards sind nicht ungewöhnlich in der Automotive-Industrie. Für Pirellis Leistungen und Ergebnisse sind die Aktivitäten unserer Lieferanten in Bezug auf Qualität, Entwicklung, Service, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Schlüssel. Unsere Awards sind dabei eine Art der Würdigung für die Spitzenleistungen unserer Lieferanten und schaffen mit ihnen eine engere Beziehung und Partnerschaft. Andererseits bringen unsere Awards Lieferanten, die noch nicht ausgezeichnet worden sind, dazu, ihre Leistungen im Folgejahr weiter zu verbessern, um sich für einen Award zu empfehlen bzw. dafür nominiert zu werden.

Neue Reifenzeitung:

Woher die Idee, mit den Award-Gewinnern die Teststrecke in Vizzola zu besuchen?

Luigi Staccoli:

Auch wenn alle unsere Lieferanten direkt an Pirellis Reifengeschäft beteiligt sind, wissen mitunter doch nur wenige, wie komplex das Produkt Reifen und dessen Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit des Autos eigentlich sind. Durch das Event in Vizzola mit unseren professionellen Testfahrern können die von uns ausgezeichneten Lieferanten die extremen Bedingungen einmal direkt selber erfahren, unter denen die Reifen funktionieren müssen, an deren Entwicklung sie sich beteiligen. Auch lernen sie dabei, warum Pirelli so strikte Vorgaben an seine Lieferanten macht.

Neue Reifenzeitung:

Natürlich hängt die Qualität von Reifen zentral von der Qualität der Produkte Ihrer Zulieferer ab. Aber wie genau kann ein Award diese Qualität steigern helfen?

Luigi Staccoli:

In diesem Jahr hat Pirelli bereits zum dritten Mal den Lieferanten-Award ausgelobt. Nach den vorhergehenden Awards sind wir von mehreren Lieferanten angesprochen worden, warum sie nicht gewürdigt wurden und was sie tun müssen, damit sich dies ändert. Dadurch hat sich indirekt ein noch deutlicherer Fokus auf Qualität und Performance entwickelt. Außerdem hat sich die durchschnittliche Bewertung von Pirelli-Lieferanten von 80 Punkten 2011 auf 86 von jeweils 100 Punkten im vergangenen Jahr gesteigert. Dieser Trend hat für Pirelli in den vergangenen Jahren einen Wert geschaffen.

Neue Reifenzeitung:

Neben Qualität und anderen qualitätsbezogenen Kriterien, was gehört sonst noch dazu, um ein ausgezeichneter Pirelli-Lieferant zu sein?

Luigi Staccoli:

Die wichtigsten Leistungsindikatoren, die uns neben der eigentlichen Qualität der Produkte wichtig sind, die sich ihrerseits positiv auf unsere Innovationen und die Kosten für unsere Kunden auswirken, sind Nachhaltigkeit, eine weltweite Präsenz, das Serviceniveau sowie die Geschwindigkeit, mit der unsere Aufträge bedient werden.

Neue Reifenzeitung:

Können Sie uns einige Details verraten, womit die ausgezeichneten deutschen Unternehmen Styron und Hoffmann Group überzeugen konnten?

Luigi Staccoli:

Styron und die Hoffmann Group sind für Pirelli sehr wichtige Lieferanten, wir pflegen jeweils lange Beziehungen zu ihnen und schätzen den Wert, den deren Teilnahme an unserer Produktion hat. Styron ist einer der wichtigsten Hersteller von synthetischen Kautschuken und hat sich durch Innovationen bei nicht-standardmäßigen Produkten, durch Dienstleistungen wie auch durch die hohe Ablaufgeschwindigkeit ausgezeichnet. Die Hoffmann Group ist ein führender Systempartner für Qualitätswerkzeuge sowie Wartung, Reparatur und Instandhaltung und liefert herausragende Leistungen in Sachen Qualität und Serviceniveau ab.

Für Pirellis Chief Purchasing Officer (CPO) Luigi Staccoli ist der Lieferanten-Award wichtig, hat sich dadurch doch in den vergangenen Jahren indirekt ein noch deutlicherer Fokus auf Qualität und Performance bei den Pirelli-Lieferanten entwickelt

Für Pirellis Chief Purchasing Officer (CPO) Luigi Staccoli ist der Lieferanten-Award wichtig, hat sich dadurch doch in den vergangenen Jahren indirekt ein noch deutlicherer Fokus auf Qualität und Performance bei den Pirelli-Lieferanten entwickelt

Neue Reifenzeitung:

Es war besonders auffällig, dass in diesem Jahr die meisten Lieferanten-Awards an Unternehmen aus Europa gingen. Warum auf einmal so viele Europäer?

Luigi Staccoli:

2013 kamen noch fünf der neun ausgezeichneten Lieferanten aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Dieses Jahr hat sich dies umgekehrt. Wenn ein Unternehmen in dem einen Jahr eine Auszeichnung erhält, ist dies keine Garantie für eine Auszeichnung im Folgejahr. Lieferanten müssen sich jedes Jahr wieder aufs Neue beweisen. Im vergangenen Jahr haben einige Lieferanten ihren Eindruck geäußert, Pirelli – immerhin ein europäisches Unternehmen – würde sich mehr und mehr auf Lieferanten aus der Region Asien-Pazifik konzentrieren. Wenn man sich die Ergebnisse der aktuellen Awards anschaut, muss man wohl sagen: Es ist den hiesigen Lieferanten offensichtlich gelungen, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder zu steigern. Im kommenden Jahr werden wir überprüfen, ob es sich bei diesem Wandel um einen Trend gehandelt hat oder nicht.

Neue Reifenzeitung:

Für wie wichtig erachten Sie langfristige Geschäftsbeziehungen zu Ihren Lieferanten? Können diese nicht auch leicht ersetzt werden?

Luigi Staccoli:

Für uns sind langfristige Geschäftsbeziehungen zu unseren Lieferanten überaus wichtig und wir haben auch zunehmend langfristige Verträge mit unseren Schlüssellieferanten. Auf Jahre angelegte Beziehungen stellen in der Regel einen Win-win-Ansatz dar, bieten sie doch Stabilität, Partnerschaft, die Möglichkeit, gemeinsam zu entwickeln, und auch die Möglichkeit aufseiten der Lieferanten, mit Blick auf mögliches nachhaltiges Wachstum weiter in die Produktentwicklung zu reinvestieren. ab

 

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