„P-Zero“ fährt beim Sportauto-Sommerreifentest knappen Sieg ein

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Manchmal sind es nur Nuancen, die über den Sieg bei einem Reifentest entscheiden – so wie beim aktuellen Sommerreifenvergleich der Zeitschrift Sportauto: Denn mit dem Gesamturteil „besonders empfehlenswert“ und einem Punktedurchschnitt von neun bei einem möglichen Idealwert von zehn kommt hierbei Pirellis „P Zero“ knapp vor dem Duo aus Dunlops „Sportmaxx RT“ und Goodyears „Eagle F1 Asymmetric 2“ jeweils mit 8,9er-Wertung und Hankooks „Ventus V12 evo²“ (Punktedurchschnitt: 8,7) ins Ziel. Die letztgenannten Drei ebenso wie Nokians „zLine“ (8,6), Contis „SportContact 5“ (8,1) und Michelins „Pilot Sport 3“ (8,0) werden von den Testern als „empfehlenswert“ bezeichnet. Demgegenüber hält das Magazin Bridgestones „Potenza S001“ (7,9), Avon „ZZ5“ (7,5) sowie Toyos „Proxes T1 Sport“ (7,3) aufgrund mehr oder weniger ausgeprägter Schwächen in einzelnen Wertungsdisziplinen lediglich für „bedingt empfehlenswert“.

Bewertet wurden die Eigenschaften der insgesamt zehn Probanden in der Dimension 225/40 R18 92Y montiert an einem VW Golf GTI in insgesamt drei Unterkategorien: Es ging dabei um die Fahrleistungen auf Nässe und im Trockenen sowie um die Umwelteigenschaften der Gummis. Letztere Wertungsgruppe umfasste die zwei Teildisziplinen Rollwiderstand und Fahrgeräusch, in denen es maximal jeweils zehn Punkte zu ergattern gab, woraus dann ein gewichteter Mittelwert (70 Prozent Rollwiderstand, 30 Prozent Geräusch) berechnet wurde. Genauso ging Sportauto in der Trockenwertung vor, nur dass hier in die Durchschnittsnote die Leistungen in sechs Teildisziplinen (Bremsweg: 40 Prozent, Spurwechsel: zehn Prozent, Lenkreaktion: zehn Prozent, Handling nach Zeit bzw. subjektiv: jeweils 15 Prozent, Komfort: zehn Prozent) eingingen. Im Nassen wurden die Wettbewerber wiederum mit maximal je zehn Punkten hinsichtlich ihres Bremsweges (40 Prozent), Seitenführung (15 Prozent), Handling nach Zeit bzw. subjektiv (je 15 Prozent), Aquaplaning längst (fünf Prozent) und quer (zehn Prozent) bewertet.

Den Spagat zwischen all diesen Anforderungen hat Pirellis „P Zero“ offenbar am besten zu meistern gewusst. „Wenn es um Seitenführung und ausgewogene Dynamik geht, ist der fahraktive Pirelli trocken, besonders aber auf Nässe top“, urteilt das Blatt, erwähnt allerdings auch „Schönheitsfehler bei Nassbremsen, Aquaplaning und Rollwiderstand“ für den Reifen des italienischen Herstellers. Die beiden zweitplatzierten Dunlop- und Goodyear-Modelle folgen dicht hinter dem Testsieger und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Leistungseigenschaften auch nur in Teilbereichen untereinander: So ist der „Sportmaxx RT“ auf Nässe leicht besser, während der „Eagle F1 Asymmetric“ im Trockenen und in der Umweltwertung die einen kleinen Vorsprung gegenüber der Schwestermarke herausfahren kann. Mit „Topleistungen im Bremsen und hohem Seitenführungspotenzial nass und trocken“, aber unter anderem „Schwächen bei Aquaplaning“ sowie dem Verlangen nach großen Lenkwinkeln und „wenig Harmonie mit ESP im Nassen“ folgt dahinter der „Ventus V12 evo²“ von Nokian auf dem dritten Rang.

Im Mittelfeld weiß Nokians „zLine“ zwar insbesondere als Bester beim Nassbremsen einen Akzent zu setzen, aber eine – so Sportauto – „insgesamt etwas verminderte Trockenperformance verhindert offenbar ein besseres Abschneiden in der Gesamtsicht. Kleine Schwächen in der einen oder anderen Teildisziplin werden genauso dem Conti- und Michelin-Modell zugeschrieben, wobei für den „SportContact 5“ explizit „keine Empfehlung für Fahrzeuge ohne ESP“ ausgesprochen wird und dem „Pilot Sport 3“ insbesondere „Defizite im Anlenken, große Lenkwinkel, ausgeprägte Untersteuerneigung“ angekreidet werden. Schwaches Nassbremsen und zu viel Übersteuern bei Nässe lassen den „Potenza S001“ eher auf die hinteren Ränge des Produktvergleiches rutschen – „wenig Seitenführung sowie Unter- und Übersteuern auf Nässe“ sind die Gründe, die dafür im Zusammenhang mit dem „ZZ5“ angeführt werden. Und dem Toyo-Reifen haben letztlich vor allem wohl „massive Defizite bei Nassbremsen, Seitenführung, Aquaplaning und Trockenbremsen“ den letzten Platz eingebrockt. christian.marx@reifenpresse.de

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