„Desaströses“ ATU-Geschäftsmodell beschäftigt Bundeskartellamt

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Gestern fand die Jahrespressekonferenz des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) in Düsseldorf statt. Dabei hat Ernst-Robert Nouvertné, Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes NRW, nicht nur mit Blick auf 2013 Bilanz gezogen oder einen Ausblick auf das laufende Jahr gewagt, sondern vor allem auch scharf in Richtung ATU geschossen. Der Werkstattkette bescheinigt er ein „desaströses Geschäftsmodell“, weil sie vor allem Halter älterer Fahrzeuge immer wieder mit Dumpingpreisen ködere bzw. ihre „Waren- und Dienstleistungen in wiederkehrenden Aktionszeiträumen unter Einstandspreis“ anbiete. Wegen des Verdachts dauerhaften Preisdumpings hat sich der ZDK-Landesverband NRW laut Nouvertné daher nun an das Bundeskartellamt gewandt. „Seit Jahren wirbt das Unternehmen mit Angeboten für Waren und Dienstleistungen, die für andere Betriebe betriebswirtschaftlich nicht darstellbar sind. Diese Angebote sind auf Dauer angelegt und haben nicht den Charakter von Einführungspreisen oder sporadischen Sonder- bzw. Lockvogelangeboten. Das Kfz-Gewerbe NRW wirft der Werkstattkette vor, durch Angebote unter Einstandspreis seriös kalkulierende Wettbewerber vom Markt verdrängen zu wollen“, erklärt der Präsident.

Bei alldem stößt dem nordrhein-westfälischen Landesverband zudem sauer auf, dass Bund und Kommunen die „Reparatur der schweren finanziellen Schieflage“ von ATU zwecks Erhalt von Arbeitsplätzen bei der Werkstattkette unterstützt hätten, die als Erfolg vermeldete Sanierung jedoch mehr Schein als Sein sei. „Welches Geschäftsmodell ATU verfolgt: Es scheint nicht zu funktionieren“, ist zumindest Nouvertné überzeugt. Als ein Indiz dafür wertet er, dass das Unternehmen trotz des Verzichts der westfälische Stadt Werl auf das Eintreiben von elf Millionen Euro Steuerschulden bzw. des letztendlichen Erlasses von Gewerbesteuern in Höhe von insgesamt 81 Millionen Euro 900 Mitarbeiter entlassen will und zugleich weiter an seinem bisher „desaströsen Geschäftsmodell“ festhalte. „Für solch ein Geschäftsgebaren können wir nur Unmut und Unverständnis zum Ausdruck bringen. Denn damit bleibt ATU als Mitwettbewerber lediglich ein Ärgernis und kein Leuchtturm für unsere Branche“, so Nouvertné unter Verweis darauf, dass eine Reaktion des Bundeskartellamtes derzeit noch nicht vorliege. christian.marx@reifenpresse.de

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