Was Weltraumforschung mit Reifen zu tun hat

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Weltraumforschung verbindet wohl kaum jemand unmittelbar mit dem Thema Reifen. Doch davon, dass von einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Reifenentwicklern auch die schwarzen runden Gummis profitieren können, zeugt eine entsprechende Kooperation von Yokohama und der japanischen Weltraumbehörde JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency). Denn gemeinsam ist den Wissenschaftlern nach Aussagen des Reifenherstellers ein „echter Durchbruch in der Simulationstechnik“ gelungen. Als weltweit Erste habe man es geschafft, die aerodynamischen und akustischen Strömungsverhältnisse eines sich drehenden Reifens realistisch zu berechnen und abzubilden, heißt es. „Dies war anderen Teams bislang nur mangelhaft geglückt, da die Genauigkeit der Berechnungen insbesondere im Kontaktbereich mit der Straßenoberfläche stark nachließ“, so der Reifenhersteller. Zur Lösung dieses Problems habe das in Kooperation mit Yokohama forschende Team daher einen Supercomputer aus der Weltraumforschung sowie hochauflösende Berechnungsmodelle eingesetzt.

Dadurch konnte demnach unter anderem gezeigt werden, dass die von einem rollenden Autoreifen ausgehenden Geräusche nicht nur von den allgemeinen Luftturbulenzen aufgrund der Drehbewegung ausgehen, sondern dass dabei auch vor dem Reifen liegende Strömungsstrukturen eine Rolle spielen, die durch die um das Rad zirkulierende Luft einem Komprimierungseffekt unterliegen. Diese Erkenntnisse sollen Yokohama letztendlich helfen, basierend darauf zukünftig leisere und aerodynamisch noch günstiger gestaltete Reifen zu entwickeln. Bereits 2010 hatte das Unternehmen eigenen Worten zufolge eine neue Simulationstechnik zur realitätsgetreuen Erforschung der Luftströmungen rund um Reifen eingeführt, was zwei Jahre später zur Vorstellung eines aerodynamisch optimierten Reifenprototypen mit kleinen Finnen bzw. Flügeln an den Flanken führte. cm

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