Das fängt ja gut an: Erfreulicherer Start ins Reifenjahr als 2013

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Zum Jubeln ist es zwar wohl noch eindeutig zu früh, aber die Abverkaufsentwicklung im deutschen Reifenersatzmarkt sieht nach den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres zumindest besser aus als zum selben Zeitpunkt 2013. Wenngleich im sogenannten Sell-out – also beim Absatz Handel in Richtung Verbraucher – nach entsprechenden Zahlen des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) per Ende Februar in etwa genauso viele Pkw-Reifen an die Frau oder den Mann gebracht wurden wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum, so stimmt zumindest ein deutliches Plus von beinahe 27 Prozent bei den Sommerreifen zuversichtlich und lässt das mehr als zwölfprozentige Minus bei den Winterreifen, das sich mit der im Vergleich zum Vorjahr deutlich milderen Witterung erklärt, schnell vergessen. Auch in fast allen anderen Produktsegmenten stehen die Zeichen derzeit eher auf Wachstum und beim Absatz der Industrie in Richtung Handel (Sell-in) sowieso.

Und das nicht nur mit Blick auf Pkw-Reifen, von denen die Reifenhersteller gemäß der Statistik der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) in den ersten beiden Monaten knapp 6,9 Millionen Stück – 6,4 Millionen Sommerreifen, annähernd 470.000 Winterreifen – an ihre Handelspartner geliefert haben. Das entspricht einem Mehr in Höhe von gut 25 Prozent, wobei der Zuwachs bei den Pkw-Sommerreifen mit ziemlich genau zwischen 23 und 24 Prozent etwas kleiner ausgefällt und der bei Pkw-Winterreifen mit beinahe 56 Prozent dafür umso größer. Ebenso erfreulich entwickelte sich der Absatz an 4×4-/Offroad- bzw. SUV-Reifen in den ersten beiden Monaten des Jahres: Einem Plus zwischen fünf und sechs Prozent im Sell-out steht dabei ein Zuwachs von beinahe 20 Prozent im Sell-in gegenüber, was bezogen auf die Lieferungen der Industrie an den Handel in absoluten Zahlen nicht ganz 410.000 Einheiten entspricht.

Im Nutzfahrzeugsegment scheinen die Zeichen derzeit gleichfalls eher auf Wachstum zu stehen. Vor allem das Geschäft mit Lkw-Reifen macht sowohl dem Handel als auch der Industrie sicherlich mehr Freude als noch zwölf Monate zuvor. Denn mit bis dato gut 250.000 Einheiten haben die Reifenhersteller über 24 Prozent mehr Reifen an deutsche Händler ausliefern können, und den Reifenvermarktern selbst ist es gelungen, über neun Prozent mehr Lkw-Reifen an ihre Kunden zu verkaufen. In Sachen Llkw-Reifen lief es für den Handel nicht ganz so gut, ist dem sogenannten Sell-out-Panel des WdK diesbezüglich doch ein fast dreiprozentiges Minus zu entnehmen. Demgegenüber konnten die Lieferungen der Industrie an den Handel allerdings kräftig zulegen um mehr als 19 Prozent auf in Summe etwa 450.000 Lkw-Reifen während der ersten beiden Monate des Jahres 2014.

Bei alldem sollte man jedoch im Hinterkopf behalten, dass gerade der Januar und der Februar relativ wenig Aussagekraft haben, um daraus auf den Geschäftsverlauf für den Rest des Jahres schließen zu können. Insofern wird es spannend zu beobachten sein, ob sich der im Vergleich zum Jahresauftakt 2013 bislang positivere Trend in den kommenden Monaten weiter fortsetzen wird. Nichtsdestoweniger gehen alle Prognosen für 2014 und auch die des für seine eher konservativen Einschätzungen bekannten Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) für das laufende Jahr von moderaten Absatzsteigerungen im deutschen Reifenersatzgeschäft aus, selbst wenn die diesbezüglichen Erwartungen des Branchenverbandes deutlich hinter denen der Industrievertreter zurückbleiben. christian.marx@reifenpresse.de

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