Delticom schafft erstmals halbe Milliarde Euro Umsatz

Für Delticom „war 2013 ein äußerst spannendes und erfolgreiches Jahr“, bilanziert Europas führender Internetreifenhändler. In einem als schwierig beschriebenen Marktumfeld erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 505,5 Millionen Euro, ein Anstieg um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 456,4 Millionen Euro. Delticom hat damit erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von einer halben Milliarde Euro Umsatz übersprungen und konnte dabei maßgeblich von der Tirendo-Übernahme profitieren. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,97 Euro je Aktie (2012: 1,87 Euro).

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Nach einem rückläufigen Ersatzgeschäft im europäischen Reifenhandel in den ersten neun Monaten, habe auch das Winterreifengeschäft zum Jahresende nicht die erhoffte Trendwende gebracht. Trotz des milden Winterwetters sei es Delticom aber auch im Schlussquartal gelungen, den Absatz gegenüber Vorjahr zu steigern. Insgesamt erzielte Delticom im vierten Quartal einen Umsatz von 196,5 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 175,9 Millionen Euro, +11,7 Prozent). Hiervon wurden 17,8 Millionen Euro über die Tirendo-Shops erlöst. Die zum 16. September 2013 erworbene Tirendo mit Sitz in Berlin hat damit bereits im vierten Quartal 2013 maßgeblich zum Umsatzwachstum der Gesellschaft beigetragen.

Für das EBIT im vierten Quartal ergibt sich gegenüber dem Vorjahreswert von 15,1 Millionen Euro ein Rückgang um 46,2 Prozent auf 8,1 Millionen Euro oder 4,1 Prozent vom Umsatz. Tirendo erzielte im Schlussquartal ein negatives EBIT in Höhe von minus 5,8 Millionen Euro. Lässt man Tirendo und damit einhergehende Sonderbelastungen und Abschreibungen sowie weitere Einmalaufwendungen im vierten Quartal außer Acht, so hätte der Delticom-Altkonzern im Schlussquartal ein EBIT vor Einmalaufwendungen in Höhe von 15,1 Millionen Euro erzielt, was lediglich einem Rückgang von 2,2 Prozent entsprochen hätte. Bezogen auf den Delticom-Umsatz im vierten Quartal in Höhe von 178,6 Millionen Euro (ohne Tirendo) betrug die EBIT-Marge vor Einmalaufwendungen im Altkonzern 8,4 Prozent.

Das Geschäftsjahr 2013

„Mit Tirendo haben wir uns im letzten Jahr in zentralen Bereichen des Geschäfts wesentlich verstärkt und Delticom damit für zukünftiges Wachstum optimal aufgestellt“, heißt es dazu in einer Mitteilung. „Mit den Tirendo-Onlineshops sprechen wir zusätzliche Kundengruppen an, die nun ebenso wie die Kunden der Delticom-Shops vom dem langjährigen Branchen- und Logistiknetzwerk unserer Gruppe profitieren. Gemeinsam können Delticom und Tirendo den Kunden einen optimierten Service anbieten. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir im abgeschlossenen Geschäftsjahr auch bei den Kundenzahlen eine neue Bestmarke aufstellen konnten: Über die Onlineshops von Delticom und Tirendo haben in 2013 insgesamt mehr als eine Million Neukunden ihre Reifen bei uns gekauft.“

In einem „schwierigen Marktumfeld“ erzielte die Gesellschaft 2013 einen Umsatz von insgesamt 505,5 Millionen Euro, ein Anstieg um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 456,4 Millionen Euro. Delticom hat damit in 2013 erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von einer halben Milliarde Euro Umsatz übersprungen.

Wie in den Jahren zuvor sei das Wachstum „wesentlich durch die zunehmende Bereitschaft zum Onlinekauf getrieben“ worden, so Delticom. Im Kernsegment E-Commerce betrug der Umsatz 493,1 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahreswert von 441,4 Millionen Euro eine Steigerung um 11,7 Prozent.

Der Materialaufwand stieg im Berichtszeitraum auf 380,3 Millionen Euro und somit um 12,2 Prozent. Die Bruttomarge betrug 24,8 Prozent nach 25,7 Prozent im Vorjahr. Für das vierte Quartal 2013 belief sich die Bruttomarge auf 25,6 Prozent.

Die „sonstigen betrieblichen Erträge“ stiegen im Berichtszeitraum um 44 Prozent auf 5,4 Millionen Euro (2012: 3,8 Millionen Euro). Hierbei handelt es sich mit 2,8 Millionen Euro mehrheitlich um Gewinne aus Währungskursdifferenzen (2012: 1,6 Millionen Euro). Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 510,9 Millionen Euro (2012: 460,1 Millionen Euro) betrug der Rohertrag 25,6 Prozent (2012: 26,3 Prozent).

Zum Stichtag 31. Dezember 2013 waren insgesamt 254 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, davon 144 bei Delticom und 110 bei Tirendo in Berlin. Im Berichtszeitraum beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 179 Mitarbeiter (2012: 144). Der Personalaufwand belief sich in 2013 auf 11,3 Millionen Euro (2012: 8,8 Millionen Euro). Der Anstieg geht im Wesentlichen mit der Erweiterung des Mitarbeiterstamms im Rahmen der Tirendo-Akquisition einher. Zudem sind im Personalaufwand Einmalkosten in Höhe von 746.000 Euro enthalten. Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) betrug im Berichtszeitraum 2,2 Prozent (2012: 1,9 Prozent).

Insgesamt beliefen sich die „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 97,2 Millionen Euro, ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 77,1 Millionen Euro. Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Mit dem höheren Geschäftsvolumen stiegen die Transportkosten im Berichtszeitraum von 38,2 Millionen Euro um 14,1 Prozent auf 43,6 Millionen Euro. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich auf 8,6 Prozent (2012: 8,4 Prozent).

Der Marketingaufwand betrug im Berichtszeitraum 21,1 Millionen Euro, nach 11,3 Millionen Euro für 2012. Dies entspricht einer Quote von 4,2 Prozent vom Umsatz (2012: 2,5 Prozent). Im vierten Quartal wurde mit 10,7 Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahr für Marketing ausgegeben (Vorjahresquartal: 4,6 Millionen Euro). Der Aufwand im Verhältnis zum Umsatz im Quartal betrug 5,5 Prozent (Vorjahresquartal: 2,6 Prozent). Von den Marketingaufwendungen im Q4 sind 5,8 Millionen Euro Tirendo zuzuordnen. Hierbei berücksichtigt ist der neue Werbefilm mit Sebastian Vettel als Tirendo-Markenbotschafter. Der Winterspot wurde ab Mitte September regelmäßig in mehreren Ländern im TV ausgestrahlt.

Für den gesamten Berichtszeitraum fielen als Aufwand für Finanzen und Recht insgesamt 3,7 Millionen Euro an. Im Vorjahr war der Betrag mit 0,9 Millionen Euro aufgrund der Auflösung von Rückstellungen deutlich niedriger gewesen. Im zweiten Halbjahr betrug der Aufwand 2,4 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Prüfungs-, Bilanzierungs-, Steuer- und Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Tirendo.

Die Abschreibungen stiegen im Berichtszeitraum von 2,7 Millionen Euro um 61,4 Prozent auf 4,3 Millionen Euro an. Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch planmäßige Abschreibungen der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 17,5 Millionen Euro.

Sinkendes Ergebnis

Das EBITDA sank im Berichtszeitraum um 37,2 Prozent von 35,3 Millionen Euro auf 22,2 Millionen Euro. Das EBIT betrug 17,8 Millionen Euro (2012: 32,6 Millionen Euro, -45,3 Prozent). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 3,5 Prozent (2012: 7,1 Prozent). Die Abschreibungen auf die im Rahmen der Tirendo-Übernahme identifizierten immateriellen Vermögenswerte belasteten das EBIT im Berichtszeitraum mit 1,5 Millionen Euro. Aufgrund des von Tirendo ab Konsolidierungszeitpunkt 16. September 2013 erzielten negativen EBIT in Höhe von minus 6,9 Millionen Euro fiel das operative Ergebnis im Konzern gegenüber Vorjahr nochmals geringer aus.

Unter der Annahme, dass im abgeschlossenen Geschäftsjahr keine Übernahme von Tirendo und auch keine dahingehende Prüfung erfolgt wäre, hätte der Delticom-Altkonzern in 2013 ein EBIT von 26,3 Millionen Euro erzielt (2012: 32,6 Millionen Euro). Bezogen auf den Umsatz im Altkonzern in Höhe von 484,8 Millionen Euro (2012: 456,4 Millionen Euro) entspricht dies einer EBIT-Marge von 5,4 Prozent (2012: 7,1 Prozent).

Der Ertragsteueraufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 6,2 Millionen Euro (2012: 10,3 Millionen Euro). Dies entspricht einer Steuerquote von 34,8 Prozent (2012: 31,8 Prozent). Die Steuerquote fällt unüblich hoch aus, weil die im Rahmen der Akquisition von Tirendo angefallenen Prüf- und Beratungskosten in der Steuerbilanz in Höhe von 1,1 Millionen Euro als Anschaffungsnebenkosten aktiviert werden müssen.

Insgesamt belief sich das Konzernergebnis auf 11,6 Millionen Euro oder 0,97 Euro je Aktie – nach einem Vorjahresergebnis von 22,2 Millionen Euro. „Trotz des Ergebnisrückgangs um 47,9 Prozent hat sich unser Geschäftsmodell einmal mehr bewährt: Auch in schwierigen Marktsituationen kann Delticom sich bietende Wachstumschancen ergreifen und dabei profitabel bleiben. Dies ist wichtig, um den eingeschlagenen Wachstumskurs auch in Zukunft ungebremst fortsetzen zu können und damit den Wettbewerbsvorsprung weiterhin aufrechtzuerhalten“, so der Internetreifenhändler weiter.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 29. April 2014 eine gegenüber dem Vorjahr niedrigere Dividende in Höhe von 0,50 Euro pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 1,90 Euro). Das im Unternehmen verbleibende Ergebnis werde die Gesellschaft im laufenden Jahr für die Reduzierung von Finanzschulden gegenüber Banken verwenden, welche für die Akquisition von Tirendo aufgenommen wurden.

„Für das laufende Geschäftsjahr planen wir mit einem Umsatzplus von zehn Prozent selbst für den Fall, dass sich Markt- und Wetterbedingungen nicht wesentlich besser darstellen als im letzten Jahr. Als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen streben wir absolut gesehen mindestens ein Resultat in der Höhe des Geschäftsjahres 2013 an.“ Vor dem Hintergrund der stetig zunehmenden Beliebtheit des Internets als Einkaufskanal erhalte auch der Onlinereifenkauf seitens der Konsumenten Rückenwind, ist man bei Delticom in Hannover überzeugt. Branchenexperten prognostizieren dem Onlineverkauf von Reifen an Endverbraucher für die kommenden Jahre weiteres Zuwachspotential: Bis 2020 könnte der Anteil online verkaufter Reifen nach Schätzungen des BRV auf 15 bis 22 Prozent steigen. „Als Marktführer in einem wachsenden Vertriebskanal werden wir weiterhin von diesem Trend profitieren“, so Delticom abschließend. ab

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