Gibt Lanxess Teile des Geschäftes mit der Reifenindustrie ab?

Der Nachrichtendienst Bloomberg will in Erfahrung gebracht haben, dass der Spezialchemiekonzern Lanxess (Köln) die Macquarie Bank Ltd. beauftragt hat, sich nach potentiellen Käufern für Teile des Geschäftes mit Kautschuken bzw. Kautschukchemikalien umzusehen. Hintergrund: Zum 1. April wird Matthias Zachert neuer Lanxess-Vorstandsvorsitzender. Während Zachert als frei von Prioritäten für bestimmte Geschäftsbereiche gilt, war sein Vorgänger und Chemiker Axel C. Heitmann als „Kautschuk-Mann“ wahrgenommen worden.

Analysten haben bemängelt, dass der Anteil, den Lanxess mit der Automobilindustrie im Allgemeinen und mit der Reifenindustrie im Besonderen mit inzwischen etwa 40 Prozent am Konzernumsatz zu groß geworden sei. Sie befürworten eher stärkere Investitionen in die beiden anderen größeren Geschäftsfelder Agrochemikalien und Wasseraufbereitung. Mit De-Investments würde Kapital in die Lanxess-Kasse gespült werden, das dann dafür genutzt werden könnte.

Spekuliert wird einerseits über einen möglichen Verkauf von Kautschukchemikalien wie Vulkanisationsbeschleuniger, die auch an die Reifenindustrie geliefert werden: Ein solcher Verkauf könnte je nach Umfang etwa 150 Millionen bis 200 Millionen US-Dollar bringen. Noch wesentlich einträglicher wäre die Umsetzung einer zweiten Idee: sich einen Joint-Venture-Partner für den Bereich Synthesekautschuke ins Boot zu holen. Bei Synthesekautschuken für die Herstellung von Reifen gilt Lanxess als Weltmarktführer. Der Verkauf (nicht beinhaltend die technologisch besonders anspruchsvollen Produkte Styrene- und/oder Solution Styrene-Butadiene Rubber) von 51 Prozent des Geschäftsfeldes Synthesekautschuk, wofür aktuell überall auf der Welt neue Fabriken aufgebaut werden und Überkapazitäten drohen, könnte bis zu 1,7 Milliarden Euro bringen. detlef.vogt@reifenpresse.de

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