Trelleborg: Zwischen digitaler Welt und nachhaltigem Landwirtschaften

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Die zum schwedischen Trelleborg-Konzern gehörende Trelleborg Wheel Systems (TWS) – der Sparte Reifen und Räder für die Segmente Landwirtschaft, Forsten, Gabelstapler und sonstige eher industrielle Anwendungen – präsentierte sich im Rahmen der Agritechnica als Avantgarde der Reifenbranche. Das Prädikat Premiummarke sollte offensichtlich unterfüttert werden mit einem Aufbruch in die digitale Welt. Trelleborg versteht sich nicht nur als führend in der Reifentechnik im Landwirtschaftssegment, als Vorreiter in Umweltfragen, sondern auch sehr weit fortgeschritten in der digitalen Welt, die als „fundamental für agrarisches Wachstum“ gesehen wird.

3D-Animationen, ein 3D-Kino, Apps für Tablets und Mobiltelefone unter den Titeln „Tire Efficiency“, „Dealer „Locator“, „aTtraction“, „Load Calculator, „Tire Book“ und „Tire iBrochure“ – die schöne neue digitale Welt beherrscht das Marketing. „Social media“ wird auf allen erdenklichen Kanälen bedient und soll der Interaktion zwischen Reifenhersteller und Anwender dienen. Die Apps sind Teil eines Kommunikationsnetzwerkes unter dem Titel „Trelleborg Agri“. Bleibt zu hoffen, dass Trelleborg dabei nicht nur die Landwirte von morgen mitnimmt, sondern auch die von heute nicht vergisst.

Willkommen in der digitalen Trelleborg-Welt

Willkommen in der digitalen Trelleborg-Welt

Im Konzern ist die Bedeutung von TWS gestiegen, vor drei Jahren lag der Anteil der Sparte am Konzernumsatz noch in Sphären von elf bis zwölf Prozent, jetzt dürfte er bei um die 20 Prozent liegen. Was dabei gewiss auch von eher „psychologischer Bedeutung“ ist: Bei den anderen Sparten innerhalb des Unternehmens spielt der Markenname des Herstellers eine eher marginale Rolle, bei einer Premiumreifenmarke ist allerdings schon Stolz erlaubt.

Trelleborg ist bei allen relevanten Fahrzeugherstellern für Land- und Forstwirtschaft vertreten, liefert vom kleinen bis zum großen Agrarreifen inklusive solche, die eher industriellen Einsätzen zuzurechnen wären, wie Paolo Pompei, TWS-Präsident der Geschäftseinheit Landwirtschafts- und Forstreifen, auf einer Pressekonferenz während der Messe erklärte. Wobei sich Trelleborg vor allem im Bereich der besonders anspruchsvollen Produkte zu Hause fühlt, wie sie beispielsweise auf „High-Power“-Traktoren verbaut werden. Hergestellt werden diese Ultra-High-Performance-Reifen für die Landwirtschaft im italienischen Werk Tivoli, wo in der jüngeren Vergangenheit die Kapazität um zwanzig Prozent gesteigert worden ist. Von den mehr als tausend Homologationen, von denen TWS berichtet, stammen 600 aus den letzten vier Jahren. Übrigens stellt Trelleborg inzwischen und mit wachsendem Anteil Landwirtschaftsreifen radialer Bauart auch in dem erst 2011 erworbenen chinesischen Werk Xingtai her. Der Switch von „Diagonal“ auf diese moderne Reifentechnologie sei gelungen, so Pompei. Bei einem Anteil von vielleicht drei Prozent am chinesischen Landwirtschaftsreifenmarkt fühle man sich als Pionier.

Thematisch war auf dem Trelleborg-Messestand nachhaltiges Landwirtschaften in den Fokus gerückt worden. Ein eindrucksvoller „LED-Wasserfall“ – da blieben die Besucher stehen – unterstrich den Einklang mit der Natur. Aber letzten Endes kommt es doch immer auf die Produkte an. Ausgestellt waren das Modell TM1000 HP in 710/75 R42, aus der neuen Agro-Industriereihe der TH400 in 460/70R24, vom Twin Radial 750/60 R30.5 und aus der neuesten Generation Erntereifen der TM3000 in IF 800/70 R32 CFO. Vor allem aber sei hingewiesen auf den TM1000 High Power in der Größe 750/75 R46, der einen „großen Bruder“ bekommen hat: In der Größe IF 900/65 R46 reklamieren Trelleborg und Michelin gleichermaßen für sich, den weltgrößten Landwirtschaftsreifen im Programm zu haben. Nachgemessen hat auch die NEUE REIFENZEITUNG nicht, die Franzosen beziehen sich auf das höchste Luftvolumen, die Schweden auf den größten Fußabdruck – damit hätten dann ja beide recht.

Trelleborgs weltgrößter Landwirtschaftsreifen

Trelleborgs weltgrößter Landwirtschaftsreifen

In einem aber hat TWS ein einmaliges Angebot: Denn während der „hauseigene weltgrößte Reifen“ ein Maximum an Flotation-Eigenschaften bietet, ist der zwar auch 2,3 Meter Durchmesser messende 750/75 R46 die optimale Alternative beim Pflügen. Das heißt: Bei Trelleborg hat der Verbraucher je nach Einsatzart die Wahl, so Piero Mancinelli, als TWS-Direktor zuständig für Forschung und Entwicklung. detlef.vogt@reifenpresse.de

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