Werk für Synthesekautschuk wird in Ungarn gebaut

Der ungarische Öl- und Gas-Konzern MOL will mit der japanischen JSR Corporation ein Joint Venture gründen, um in der Stadt Tiszaújváros ab dem Jahr 2017 Solution-polymerized Styrene-Butadiene Rubber (S-SBR) herzustellen. Der Synthesekautschuk wird überwiegend zur Produktion von treibstoffeffizienten Reifen verwendet. Geplant ist eine Jahreskapazität von 60.000 Tonnen, etwa hundert Arbeitsplätze werden geschaffen, MOL soll 49, JSR 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten.

Für MOL ist die neue Produktionsanlage auch gleichzeitig ein wichtiger Kunde bzw. stellt eine Verlängerung der Wertschöpfungskette dar, denn ab 2015 nimmt ein Butadien-Werk des Unternehmens ebenfalls in Tiszaújváros mit einer Jahreskapazität von 130.000 Tonnen den Betrieb auf, Butadien ist ein für die Herstellung von S-SBR erforderliches Vorprodukt. Die in dieser Fabrik gefertigte Kapazität wäre auch in der Lage, einen eventuell steigenden Bedarf im Joint-Venture-Werk zu bedienen, denn JSR und MOL ziehen von vornherein eine Expansion in Betracht, sofern die Nachfrage höher werden sollte.

Zumal Ungarn selbst ein aktuell präferierter Standort für Reifenwerke ist. Mit Bridgestone (Tatabánya), Hankook (in Rácalmás) und Michelin (in Nyíregyháza und Budapest) produzieren bereits drei große Konzerne Reifen im Lande. Bei der Suche nach einem idealen Standort für eventuelle Greenfield-Projekte wird auch immer wieder Ungarn als ein Favorit genannt, so unter anderem, als vor etwa fünf Jahren der indische Reifenhersteller Apollo nach einem potenziellen Standort Ausschau hielt. Die Partner denken allerdings auch an S-SBR-Exporte sowohl nach West-/Zentraleuropa als auch in Richtung Osteuropa, Russland und Türkei. dv

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