Richtig oder falsch?: ADAC und Bridgestone klären „Mythen im Winter“ auf

Donnerstag, 21. November 2013 | 2 Kommentare
 
Bei der Diskussionsrunde auf dem Fahrsicherheitszentrum des ADAC Hessen-Thüringen in Nohra bei Weimar sorgte die Expertenrunde für die Aufklärung einiger Winter(reifen)mythen
Bei der Diskussionsrunde auf dem Fahrsicherheitszentrum des ADAC Hessen-Thüringen in Nohra bei Weimar sorgte die Expertenrunde für die Aufklärung einiger Winter(reifen)mythen
Muss man im Winter immer mit Winterreifen fahren? Reichen Winterreifen auf der Antriebsachse gesetzlich aus? Sind bei Geländewagen Sommerreifen mit gutem Profil ausreichend im Winter? – Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich gestern die Gäste des ADAC Hessen-Thüringen und von Bridgestone Deutschland bei einer Diskussionsrunde zum Thema „Wintermärchen oder Wahrheit? – Diskussionsrunde: Mythen zur Mobilität im Winter“. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass auch drei Jahre nach der Einführung das Thema der situativen Winterreifenpflicht ein stets aktuelles ist.

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Kategorie: Produkte

Kommentare (2)

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  1. Reifendieb sagt:

    Wo sind die Erklärungen denn nun zu lesen?

  2. Arno Borchers sagt:

    Hallo “Reifendieb”,
    die Antworten liefern wir hier gerne nach; sie lauten dem ADAC Hessen-Thüringen zufolge wie folgt:

    (1) Muss man im Winter immer mit Winterreifen fahren? – „Nein. Auch die neue Fassung des § 2 Abs. 3 StVO stellt auf die Witterungsbedingungen ab: ‘Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, welche die in Anhang II Nr. 2.2 der Richtline 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14.05.2005), S.42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen).’“

    (2) Reichen Winterreifen auf der Antriebsachse gesetzlich aus? – „Nein. Der § 2 Abs. 3a StVO schreibt für PKW ganz klar 4 Reifen vor (‚Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden…’). Auch technisch macht eine Ausrüstung nur mit vier wintertaugliche Reifen Sinn: Wird nur die Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet, gerät die Balance des Fahrzeugs bei glatten Straßen außer Kontrolle. Je nach Antriebskonzept (Front/Heck), kann es hier zu unvermindertem Über-/ Untersteuern kommen. Dies kann bei Kurvenfahrten wie auch beim Bremsen vorkommen.“

    (3) Sind bei Geländewagen Sommerreifen mit gutem Profil ausreichend im Winter? – „Falsch, das Gesetzt schreibt bei winterlichen Straßenverhältnissen auch für Allradfahrzeuge Winterreifen vor. Nur so werden zudem bestmöglicher Halt und optimale Bremseigenschaften gewährleitstet.“

    (4) Doch macht es überhaupt Sinn, die Frontscheibe mit kochendem Wasser von Eis zu befreien? – „Auf keinen Fall, durch Temperaturunterschiede kann die Scheibe reißen.”

    (5) Gibt es für ausländische Fahrzeuge eigentlich eine Winterreifenpflicht? – “Die in der StVO normierten Pflichten des Fahrzeugführers gelten auch für nichtdeutsche Kraftfahrzeugführer.”

    (6) Und gelten verschneite Verkehrsschilder überhaupt noch? – „Bei der witterungsbedingten Unkenntlichkeit sind die konkreten Umstände entscheidend, das heißt vor allem die Beurteilung im Fahren und Halten. Die Unkenntnis des Inhalts der Beschilderung, da das Schild verschneit ist, verpflichtet den Verkehrsteilnehmer nach § 1 StVO (Grundregeln) zu besonderer Vorsicht. Bei Ortskenntnis bzw. Kenntnis der Verkehrszeichen sind die Schilder in jedem Fall zu beachten.”

    Hätten Sie’s gewusst?

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