Pirelli feiert heute 50 Jahre „The Cal“, und zwar mit großer Überraschung

Der legendäre Pirelli-Kalender – von vielen nur „The Cal“ genannt – begeht heute in Mailand die Feierlichkeiten zu seinem 50. Geburtstag. Dieses Jubiläum des Kultobjekts feiert Pirelli mit Jubiläums-Shootings von Lindbergh und Demarchelier sowie einer Geschichtsausstellung im Mailänder Hangar Bicocca. Und zur Freude aller Anhänger der Fotokunst wurde ein bislang unveröffentlichter Pirelli-Kalender herausgegeben – eine große Überraschung. Seine Aufnahmen machte der unvergessene Helmut Newton; einen ersten Einblick können Sie im Folgenden genießen.

Erstmals veröffentlicht in 1964, feiert der Pirelli-Kalender in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Dieses Jubiläum begeht der Konzern mit einer Reihe von Events sowie einem Gala-Abend im Mailänder Zentrum für zeitgenössische Kunst, dem Hangar Bicocca. Rund 800 Gäste, darunter Geschäftspartner, Journalisten und Sammler aus aller Welt, werden daran teilnehmen.

Im vergangenen Juni setzten in New York zwei Giganten der Fotografie, Peter Lindbergh und Patrick Demarchelier (verantwortlich für die Kalender 1996 und 2002 bzw. 2005 und 2008), Models in Szene, die bereits in jüngeren Ausgaben des Kalenders erschienen. Dazu gehörten Alessandra Ambrosio, Helena Christensen, Isabeli Fontana, Miranda Kerr, Karolina Kurkova und Alek Wek.

Pirelli Ausstellung Mailand_2_tb

Der Pirelli-Kalender feiert jetzt seinen 50-jährigen Geburtstag in Mailand

In diesem Jahr findet nicht nur der traditionelle Gala-Abend zur Präsentation des Kalenders statt. Darüber hinaus eröffnet Pirelli heute im Mailänder Hangar Bicocca eine Geschichtsausstellung. Sie präsentiert mehr als 160 Fotos der über 30 Fotografen, die im Laufe der Jahre den Kalender prägten, und führt auf diese Weise durch die fünfzigjährige Geschichte von „The Cal“.

Anlässlich des Jubiläums von „The Cal“ entschied sich Pirelli, für das Jahr 2014 keinen neuen Kalender in Auftrag zu geben. Stattdessen veröffentlicht das Unternehmen erstmals den Pirelli-Kalender des Jahres 1986. Der von Helmut Newton fotografierte Kalender erschien damals nicht, sondern wurde seitdem im Geschichtsarchiv des Unternehmens aufbewahrt. Zu verdanken ist seine jetzige Herausgabe auch der Fondazione Pirelli, die den Kalender in langer und sorgfältiger Arbeit restaurierte.

Mit dem Entschluss, den Pirelli-Kalender 1986 fast 30 Jahre später zu veröffentlichen, würdigt Pirelli das Jubiläum und nutzt zugleich den glücklichen Umstand, dass die Tagesdaten der Jahre 1986 und 2014 identisch sind.


 

Fotos (5): Pirelli Kalender 2014, Helmut Newton

„The Cal“ ist ursprünglich ein Projekt von Pirelli UK Limited, der Tochtergesellschaft des Mailänder Konzerns, der dabei weitgehend freie Hand gelassen wird. Die Engländer suchen nach einer Marketingstrategie, um sich auf dem britischen Reifenmarkt von Wettbewerbern abzusetzen. Daher beauftragen sie im Jahr 1964 den englischen Bildkünstler und offiziellen Beatles-Fotografen Robert Freeman, unter der Leitung von Derk Forsyth, ein für die damalige Zeit völlig neuartiges Projekt ins Leben zu rufen. So entsteht ein exklusives und anspruchsvolles Verlagsprodukt mit einem künstlerischen und kulturellen Gehalt, der weit über Begriffe wie Mode und Glamour hinausreicht.

Seither dokumentiert „The Cal“ nicht nur das Verstreichen der Zeit. Zugleich gilt er seit nunmehr 50 Jahren aufgrund seiner Aufnahmen, gemacht von den renommiertesten Fotografen ihrer Zeit, als Vorreiter für neue kulturelle Tendenzen in der Darstellung weiblicher Schönheit.

Die Geschichte des Pirelli Kalenders lässt sich dabei in drei Zeiträume gliedern. Zunächst das erste Jahrzehnt von 1964 bis 1974; anschließend wurde die Veröffentlichung aufgrund der vom Jom-Kippur-Krieg und der Ölkrise verursachten Rezession für neun Jahre unterbrochen. Dann das zweite Jahrzehnt von 1984 bis 1994. Es beginnt mit der Neugeburt des Kalenders, der allmählich wieder ins Rampenlicht rückt. Und zuletzt der Zeitraum seit 1994. Es ist die Zeit der Jahrhundertwende, in der „The Cal“ zum Kultobjekt wird, der Trends anstößt. ab

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.