Autokäufer und damit auch -fahrer werden immer weniger und älter

Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und NTT DATA Deutschland befasst sich mit der Zukunft des Autohandels. Zwar betätigt sich wohl nur eine Minderheit der Reifenhändler hierzulande im Fahrzeuggeschäft, doch das eine oder andere Ergebnis der Untersuchung dürfte auch für den Reifenmarkt von Interesse sein. So etwa, dass aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der potenziellen Autokäufer absolut gesehen insgesamt sinken dürfte. Zudem sei davon auszugehen, dass der typische Autokäufer und damit letztlich auch -fahrer im Schnitt immer älter wird – ein Effekt, der rund ums Motorradfahren schon seit Jahren beobachtet wird und mit Blick auf motorisierte Zweiräder für bestenfalls stagnierende bzw. eher sogar rückläufige Neuzulassungszahlen sorgt. In der Studie wird als weiterer Effekt, der für eine sinkende Zahl privater Pkw-Anschaffungen sorgen wird, die steigende Bedeutung von Mobilitätskonzepten wie dem Carsharing als Alternative genannt. Allein der demografische Wandel werde dafür sorgen, dass es 2020 bereits rund 1,5 Millionen potenzielle Autokäufer weniger gibt als 2010. „Und das bei einem um zehn Jahre steigenden Altersdurchschnitt der Kundengruppe“, heißt es weiter in der Studie, der zufolge ein im selben Zeitraum von knapp unter 40 auf über 42 Prozent steigender Anteil an Singlehaushalten genauso wie der Umstand, dass 2020 wohl 86 Prozent der potenziellen Fahrzeugkäufer in Städten bzw. Ballungszentren (1995: 82 Prozent) wohnen, nicht ohne Folgen für den privaten Automobilmarkt bleiben werden.

„Wer in der Stadt lebt und alleine wohnt, braucht seltener ein Auto – und kaum einmal ein großes. Die Urbanisierung lässt allerdings die Nachfrage nach Kleinwagen und alternativen Mobilitätskonzepten steigen. Im dünner besiedelten ländlichen Raum werden hingegen in allen Segmenten weniger Fahrzeuge gekauft und auch weniger Mobilitätsdienstleistungen nachgefragt“, lautet die Begründung für diese Sicht der Dinge. Zwar wird in der Untersuchung nichts zum Pkw-Bestand gesagt, der in erster Linie ja für den Reifenersatzbedarf von Bedeutung ist, und dürfte dieser – wenn überhaupt – vergleichsweise eher langsam abnehmen, so muss sich der Reifenhandel mit Blick auf seine Kunden vielleicht trotzdem auf die eine Auswirkung all dessen einstellen. Zumindest darauf, dass auch seine Kunden eher älter als jünger werden und zudem der Reifenersatzbedarf der Privatkunden insgesamt tendenziell ebenfalls eher sinkt. Zumal die PwC-Studie vor diesem Hintergrund einen steigenden Marktanteil der Pkw-Flottenverkäufe bis 2020 prognostiziert. Dementsprechend könnte es für den Reifenhandel von zunehmender Wichtigkeit sein, sich vermehrt im Flottengeschäft zu engagieren, um damit möglicherweise wegbrechende Umsätze/Erträge im Geschäft mit Privatkunden zu kompensieren. cm

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