Hankook auf der IAA: Produkte fürs Premiumsegment und ausgezeichnete Perspektiven

Gegenwart und Zukunft erstrahlen bei Hankook Tire in strahlendem Licht. Die pünktlich zur IAA publizierten Erstausrüstungserfolge jetzt auch bei Topmodellen von Premiumautomobilmarken manifestieren jetzt auch für Endverbraucher, was Reifenexperten schon lange wissen: Der koreanische Reifenhersteller ist zur Premiummarke avanciert mit äußerst anspruchsvollen Produkten wie dem Ventus Prime², der in Serie auf der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz montiert wird, oder dem Ventus S1 evo², der seit einigen Wochen für alle neuen 5er-Modelle von BMW sowie für eine besonders umweltfreundliche BlueEFFICIENCY-Variante der noblen Business-Limousine E-Klasse von Mercedes-Benz in die Autowerke der beiden deutschen Hersteller geliefert wird.

Man wolle aber bescheiden bleiben trotz dieser unzweifenhaften Erfolgsmeldungen, übt sich Hankooks Executive Direktor Vertrieb und Marketing Dietmar Olbrich im Understatement, um zugleich hinzuzufügen, wie erfolgreich man auch mit eher dem Volumensegment zuzurechnenden Produkten beispielsweise im Volkswagen-Konzern sei. Womit er wohl darauf hinweisen will, dass man als großer internationaler Spieler im Reifengeschäft durch pure Fixierung auf Premium nur sehr limitiert wachsen kann. Angesichts der Produktionsvolumina, die Hankook in der jüngeren Vergangenheit aufgebaut hat und in der nahen Zukunft noch ausbauen will, ist der Einwand nur allzu verständlich.

Man nähere sich in diesem Jahr einer Kapazität von an die 90 Millionen Stück, so Olbrich und verweist vor allem auf die bereits erfolgten, die aktuell laufenden und die zukünftigen Expansionen des ungarischen Reifenwerkes. Die Kollegen im fernen Osten sind da sogar schon einen Schritt weiter und prognostizieren angesichts der Eröffnung eines neuen Reifenwerkes in Indonesien, dass Hankook im nächsten Jahr die Schallmauer von hundert Millionen produzierten Reifen durchbrechen wird.

Neue Werke und neue moderne Anlagen stehen auch immer für besondere Leistungsfähigkeit, für Produktion state of the art. Nicht umsonst hat Mercedes-Benz für die Bereifung der S-Klasse das unlängst aufgerüstete Werk im koreanischen Geumsan, aus dem übrigens auch die Reifen für die BMW Group stammen, zertifiziert und für die E-Klasse das ungarische Werk Rácalmás. Alle sieben derzeit produzierenden Reifenfabriken Hankooks seien auf dem gleich hohen technischen Level, ergänzt Verkaufsdirektor Roland Hehner. Von solchermaßen Flexibilität profitieren im Allgemeinen die Reifen, die fürs Ersatzgeschäft bestimmt sind.

Dass Hankook bei der Markenbekanntheit und dem Produktimage (beim Endverbraucher) noch Potenzial nach oben hat, weiß Olbrich auch, verweist aber darauf, dass die Marke hinsichtlich Preis-Leistungs-Verhältnis hinter der in diesem Kriterium führenden Marke Continental auf Augenhöhe mit etablieten Premiumanbietern wie Michelin oder Goodyear ist, hat jedenfalls eine ADAC-Untersuchung ergeben.

Der Reifenhersteller Hankook, der im Übrigen das dritte Mal an einer Pkw-IAA teilgenommen hat, veranstaltete auf seinem Messestand auch eine Pressekonferenz, auf der Bryan Woo (als Vice President bei Hankook Tire Europe verantwortlich für die Erstausrüstung) betonte, dass man ja kein Neuling in der Erstausrüstung sei und auch im Premiumsegment nicht, aber die jüngsten OE-Erfolge (siehe oben) beruhen nicht zuletzt auf den Arbeiten in der Vergangenheit, sodass man jetzt die Früchte ernten kann und für Hankook angehoben wird, was im Neudeutsch „brand equity“ genannt wird.

Wer Premium sein will, muss Innovationskraft haben

Letzten Endes reduziert sich ein Premiumanspruch immer wieder auf das Produkt. Nicht nur die Marke, nicht nur die Fertigungskompetenz muss Premium sein, auch die Produkte haben diesen Anspruch zu erfüllen. Mit den Erstausrüstungsreifen, die ja auch im Ersatzgeschäft vermarktet werden, hat Hankook Tire den Beweis erbracht. Mit neuen Produkten wie dem Ventus S1 evo² in einer SUV-Variante (siehe an anderer Stelle in dieser Ausgabe) wird Hankook nicht nur Früchte ernten, sondern weiter säen. Und das Unternehmen nutzte die IAA, um auf nahe und damit ganz konkrete Produkteinführungen zu verweisen, aber auch Ausblicke auf eine Zukunft zu geben, von der wir nicht wissen, wie fern sie sein mag.

Ausblick auf die nahe Zukunft: AA-Label für den ab Frühjahr 2014 erhältlichen Kinergy eco

Ausblick auf die nahe Zukunft: AA-Label für den ab Frühjahr 2014 erhältlichen Kinergy eco

Und so präsentierte das Unternehmen erstmals AA-gelabelte Varianten seines High-End-Komfortreifens Ventus Prime² und des besonders kraftstoffsparenden Kinergy eco, die ab Frühjahr 2014 im Handel verfügbar sein werden. Die spritsparende Technologie des Kinergy eco basiert auf einer Kombination neuer Materialien in der Lauffläche wie Silica-Nanopartikeln unter Verwendung einer neuen Mischungstechnologie. Diese Technologien steigern sowohl die Kraftstoffeffizienz als auch die Bremsleistung auf nasser Fahrbahn. Hankooks Erstausrüstungsspezialist Ventus Prime² zeichnet sich durch eine Reifenkontur in Multi-Tread-Radius-Technologie aus, die in Verbindung mit festem Stahlcordmaterial für das besonders kompakt ausgeführte Gürtelpaket stets eine optimierte Reifenaufstandsfläche gewährleistet. Durch Verwendung einer neuartigen Nano-Silica-Laufflächenmischung mit speziell adaptierter Basismischung konnte bei gleichbleibend hohem Nassgriff der Rollwiderstand signifikant gesenkt werden, heißt es.

Hankook verjüngt sein Line-Up im Bereich Umrüstung/Tuning und bringt mit dem Ventus V12 evo² zum Frühjahr 2014 einen neuen Breitreifen auf den europäischen Markt, bei dem neben der weiteren, deutlichen Verbesserung sämtlicher Leistungsparameter auch der Bereich Umwelteigenschaften im Fokus der Entwickler stand. Der Pneu wird überwiegend in Ungarn hergestellt und zum Frühjahr 2014 in 25 Dimensionen zunächst von 16 bis 19 Zoll in Laufflächenbreiten von 205 bis 255 mm der Serien 50 bis 30 angeboten.

Der Reifenhersteller präsentierte ferner mit dem Kinergy 4S seine neueste Generation Ganzjahresreifen, dessen „Hybridprofil“ (mit Sommeraußen- und Winterinnenseite) als eine mögliche Alternative zum Wechsel von Sommer- und Winterreifen für das gemäßigte europäische Klima gesehen wird. Der selbst für Fahrer von SUVs und Oberklasse-Limousinen, aber vor allem sicherlich für Vielfahrer und beispielsweise den Einsatz in Fuhrparks konzipierte Kinergy 4S wird zunächst in Größen von 14 bis 18 Zoll der Serien 40 bis 70 und Laufflächenbreiten von 155 bis 255 verfügbar sein.

Möglicherweise richtungsweisende Reifenlösungen für die Anforderungen zukunftsfähiger Mobilitätssysteme fehlten bei Hankooks Messeauftritt auf der IAA 2013 auch nicht. Mit dem iFlex hat der Reifenhersteller den Prototyp eines nicht-pneumatischen umweltfreundlichen Reifens gezeigt, der entwickelt wurde, um den Gesamtwirkungsgrad von Fahrzeugen zu steigern. Der zu rund 95 Prozent recycelbare, aus hochelastischem Polyurethan-Kunststoff und im Verbund mit der Felge gefertigte Reifen verbraucht materialbedingt während des Abrollens weniger Energie für einen geringeren Rollwiderstand. Seine Struktur benutzt organisch miteinander verbundene Speichen, die den Reifendruck so verteilen, dass der Reifen unter Belastung komprimiert wird und sich gleichzeitig nach oben ausdehnt. Somit wird ein komfortables und ausgeglichenes Fahrgefühl erreicht.

Ausblick auf die etwas fernere Zukunft: das zweifach ausgezeichnete Reifendesignkonzept „eMembrane“

Ausblick auf die etwas fernere Zukunft: das zweifach ausgezeichnete Reifendesignkonzept „eMembrane“

Das Reifendesignkonzept „eMembrane“ ist gleich zweifach ausgezeichnet worden, vor allem mit dem renommierten „Red Dot Design Award 2013“ in der Kategorie Design Concept. Der in enger Zusammenarbeit mit der University of Cincinnati entstandene Reifenentwurf überzeugte die international besetzte Jury durch die Verbindung von Design und Technologie. Das eMembrane-Design basiert auf einem sogenannten Smart-Hybrid-Konzept, das sowohl auf gutes Handling bei hohen Geschwindigkeiten als auch sicheres, umweltfreundliches Fahren im regulären Stadtverkehr ausgelegt ist. Durch Strukturveränderungen im Inneren des Reifens passt das eMembrane-Designs sein Profil der jeweiligen Fahrsituation an, so kann beispielsweise die Profilmitte im Öko-Modus angehoben werden, sodass nur eine geringe Aufstandsfläche mit entsprechend reduziertem Rollwiderstand den Kontakt zur Straße hält, was einen reduzierten Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Im umgekehrten Falle – z.B. für ein besonders sportliches Fahrverhalten oder bei benötigter voller Bremsleistung – steht durch Absenkung der Laufflächenmitte die volle Profilbreite mit hohem Gripniveau zur Verfügung. Darüber hinaus erhielt „eMembrane“ bereits im Mai dieses Jahres den „iF Concept Design Award“. detlef.vogt@reifenpresse.de

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.