Pirelli weltweit mit über 1.200 Homologationen bei OE-Kunden erfolgreich

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Vielen Autofahrern ist es kaum bekannt, aber nahezu die Hälfte der gewünschten Fahreigenschaften eines neuen Fahrzeugs hängt direkt mit seinen Erstausrüstungsreifen ab Werk zusammen. Reifen für die Erstausrüstung werden speziell für das individuelle Modell entwickelt und exakt auf die spezifische Charakteristik eines neuen Modells, sein Fahrgestell und seine Sicherheitssysteme abgestimmt. Erst am Ende eines langen und erfolgreichen Entwicklungsprozesses verleiht der Fahrzeughersteller dem Reifen die begehrte Homologation, die Freigabe als Original Equipment (OE), auf Deutsch: Erstausrüstung. Diese ideale Kombination von Fahrzeug und Reifen bietet das bestmögliche Fahrverhalten bei allen Bedingungen.

Eine Menge Zeit investieren Autokäufer für den Erwerb eines Neuwagens. Durchschnittlich sechs Monate dauert der Entscheidungsprozess, wie Konsumforscher ermittelten. Rund 27 bis 30 Stunden denke der Autokäufer in dieser Phase über Hersteller, Modell, Motorisierung, Verbrauch, Ausrüstung, Design und Farbe des neuen Autos nach. Allerdings beschäftigt sich der Neuwagenkäufer kaum mit der Frage, auf welchem Reifen das gewünschte Modell einmal rollen soll.

Umso intensiver befassen sich die Ingenieure der Autohersteller mit dieser Frage. Bevor sie einen Reifen für die Erstausrüstung eines neuen Modells zulassen, testen sie ihn umfassend über viele Monate. Da die Qualitäten eines Reifens das Fahrverhalten eines Autos in hohem Grad beeinflussen, arbeiten die Ingenieure eng mit den Experten ausgewählter Reifenhersteller wie Pirelli zusammen, so der Hersteller in einer Mitteilung. „Ziel ist es, Reifen für die Erstausrüstung zu entwickeln, deren Eigenschaften die Qualitäten des neuen Automodells optimal unterstützen.“

Mit weltweit mehr als 1.200 Homologationen zählt Pirelli eigenen Aussagen zufolge zu den erfolgreichsten Reifenherstellern in der Erstausrüstung. Viele renommierte Autohersteller entscheiden sich in der Erstausrüstung ihrer Modelle regelmäßig für die UHP-Reifen des italienischen Reifenherstellers. Darunter Alfa Romeo, Audi, Bentley, BMW, Ford, Jaguar, Lamborghini, Land Rover, Maserati, Mercedes, Porsche oder Volkswagen.

OE-Reifen – 60 unterschiedliche Anforderungen

Wenn es gilt, den idealen Reifen für ein neues Modell zu finden, setzt sich der Automobilhersteller mit mehreren Reifenherstellern seines Vertrauens in Verbindung. Nach intensiven Vortests werden die jeweiligen Entwicklungspartner ausgewählt. In dem sogenannten „Lastenheft“ erfasst der Autohersteller sämtliche Qualitätsmerkmale, die der Reifen für die zukünftige Erstausrüstung des neuen Modells erfüllen muss. Dabei besitzen die sicherheitsrelevanten Eigenschaften wie das Bremsen bei Nässe, das Verhalten bei Aquaplaning oder Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten stets absolute Priorität. Darüber hinaus müssen die Reifen wirtschaftlich und umweltverträglich sein. „Das ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt der Leistungsanforderungen an den Reifen. Insgesamt sind bis zu 60 detaillierte Vorgaben exakt zu erfüllen, bevor der Autohersteller den Reifen homologiert“, so Pirelli weiter.

Zu Beginn des Entwicklungsprozesses wählt der Reifenhersteller einen Reifen aus seinem Portfolio, der in seinen Eigenschaften dem gewünschten Anforderungsprofil des Autoherstellers am nächsten kommt. Im nächsten Schritt modifizieren die Ingenieure diesen Pneu anhand der Vorgaben des Lastenheftes. „Um die Vorgaben optimal zu erfüllen, werden neue Materialien und Werkstoffe getestet, neue Gummimischungen für die Lauffläche entwickelt, neue Konstruktionen des Reifenunterbaus kreiert sowie neue Profilmuster entworfen. Am Ende des ersten intensiven Entwicklungsprozesses präsentiert der Reifenhersteller einen Prototypen des Reifens für die Erstausrüstung, der bereits 85 bis 90 Prozent der gewünschten Eigenschaften besitzt.“

Zwei Jahre Dauertests bis zum Ziel

Im nächsten Schritt geht es darum, Auto und Reifen aufeinander abzustimmen. In drei oder vier Entwicklungsstufen werden die Eigenschaften des Reifens an jene des Fahrgestells sowie an die Sicherheitsregelsysteme des neuen Automodells angepasst. Es ist die Zeit zahlreicher Tests und Anpassungsprozesse. Ein Teil davon wird mit der Hilfe von Computersimulationen und auf Prüfständen durchgeführt. Parallel dazu finden Fahrversuche auf Teststrecken statt: auf trockenen und nassen Straßen, auf kurvigen Strecken und Hochgeschwindigkeitsarealen, auf Aquaplaning-strecken und Handlingkursen oder bei Bremstests. Immer wieder wird das Verhalten des Reifens analysiert, optimiert, noch einmal geprüft und wieder verbessert. Durchschnittlich dauert diese Test- und Optimierungsphase zwei Jahre. „Erst wenn der Reifen alle Anforderungen erfüllt, verleiht der Autohersteller die Homologation, also die Freigabe für die Erstausrüstung. Die Homologation gilt als Gütesiegel und Prädikat der höchsten Qualität. Es bedeutet: Dieser Reifen ist bezüglich Sicherheit, Handling, Komfort, Wirtschaftlichkeit und Ökologie das bestmögliche Produkt für das individuelle Fahrzeug. Kurz: Der Autokäufer erhält ab Werk die idealen Reifen für sein neues Auto. Das Ergebnis ist ein perfektes Fahrgefühl, in jeder Situation und unter allen Bedingungen.“

Das bedeute aber auch: „Wenn es an das Nachrüsten geht, sind andere Reifen nicht die beste Lösung für dieses Modell. Denn insbesondere die Wirkung der modernen Sicherheits- und Regelsysteme wie ABS, Traktionskontrolle oder ESP hängt im hohen Maß von der Qualität der Reifen ab.“ Kommt es zu einer kritischen Fahrsituation, reagiere ein optimal auf das Fahrzeug ausgelegter Reifen am besten. Weil sie keine Abstriche an den Eigenschaften ihres Fahrzeugs in Kauf nehmen wollen, neigten daher mittlerweile viele Autofahrer dazu, abgefahrene Erstausrüstungsreifen auch wieder durch Erstausrüstungsreifen zu ersetzen, so Pirelli. Die maßgeschneiderten Reifen für die Erstausrüstung eines Fahrzeugs sind dabei ganz leicht durch eine spezielle und je nach Hersteller individuelle Kennzeichnung auf der Reifenflanke zu erkennen. ab

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