Enormer Aufwand für den Pilot Sport Cup 2 beim Porsche 918 Spyder

Wenn ab Mittwoch der Porsche 918 Spyder an zahlungskräftige Kunden in aller Welt ausgeliefert wird, dann rollt der Hybrid-Supersportwagen ausschließlich auf dem Michelin-Reifentyp Pilot Sport Cup 2 vom Manufakturband. Mit der exklusiven Freigabe des neuen Ultrasportreifens erreicht die zehnjährige Partnerschaft von Michelin und Porsche zur Entwicklung von Spezialreifen für High-End-Sportwagen einen neuen Höhepunkt.

Der französische Reifenhersteller und der deutsche Sportwagenhersteller arbeiten bereits seit 1961 bei allen Modellentwicklungen zusammen. Die Entwicklungspartnerschaft von speziellen Reifen für Supersportwagen begann vor zehn Jahren mit dem Carrera GT. Der Aufwand, der in den letzten Monaten bis zur Serienreife des Pilot Sport Cup 2 getrieben wurde, war ganz ungewöhnlich hoch und ambitioniert.

Es bedurfte 50 Evaluierungen während der Zertifizierung. 150 Stunden Tests wurden im Michelin-Forschungs- und -Technologiezentrum in Ladoux (Frankreich), auf der Nürburgring-Nordschleife (allein hier 4.000 Kilometer Erprobung), auf der Highspeed-Teststrecke von Nardo (Italien), dem IDIADA-Testgelände (Spanien) und sogar beim Reifenwettbewerber auf dem Contidrom durchgeführt. Michelin hat 550 Prototypenreifen produziert und getestet, plus 400 Vorserienreifen und 200 Serientestmuster.

Der Pilot Sport Cup 2 mit N1-Markierung ist als einziger Reifen exklusiv für den weltweiten Einsatz auf dem Porsche 918 Spyder freigegeben. Montiert wird die Dimension 265/35 ZR20 auf der Vorder- und 325/30 ZR21 auf der Hinterachse. 3.672 Exemplare des Pilot Sport Cup 2 werden für die Erstausrüstung des Supersportwagens produziert, der eine limitierte Auflage von 918 Fahrzeugen hat, hinzu kommen Reifen für den Ersatzbedarf. Der Reifentyp, in den Michelin so ungewöhnlich viel investiert hat, wird bereits beim AMG SLS Coupé Black Series verbaut und erlebte unlängst auch seine Premiere auf Ferraris neuem 458 Speciale.

Die Ziele der gemeinschaftlichen Entwicklung von Porsche und Michelin waren, sehr gute Fahrstabilität und hohe Agilität auf trockenen Straßen, gleichzeitig aber auch viel Grip und konstante Leistungen auf der Rennstrecke zu erreichen. Zudem sollte die Neuentwicklung einen deutlich reduzierten Rollwiderstand aufweisen und dadurch Energie sparen: Die Verbindung dieser extrem gegensätzlichen Leistungsanforderungen wurde dank einer relativ dünnen Lauffläche mit extrem starrer Architektur und einer speziell entwickelten Gummimischung erzielt. Ferner galt es, auch die Leistung auf nasser Fahrbahn und die Aquaplaningsicherheit auf ein für einen High-End-Sportreifen sehr hohes Niveau zu hieven.

Fünf Hightech-Features

Die Laufflächenmischung des Pilot Sport Cup 2, der auf der gleichen Fertigungsstraße hergestellt wird wie die Michelin-Rennreifen, basiert auf der Dual-Compound-Technologie: Hier kommen verschiedene Gummimischungen auf der Innenseite und auf der Außenseite der Lauffläche zum Einsatz. Die Mischung auf der Außenseite wird aus einem Elastomer mit hohem Molekulargewicht gefertigt, dessen Härte so ausgelegt ist, dass der Reifen maximale Fahrbahnhaftung in Kurven aufbauen kann. Die Innenseite der Lauffläche weist hingegen eine Gummisorte auf, die aus einem steiferen Elastomer gefertigt ist, und gewährleistet damit das präzise Einlenkverhalten.

Der Reifengürtel besteht aus leichten und sehr robusten Aramidfasern statt aus Stahlgeflecht. Größter Vorteil der Hightech-Fasern ist ihre höhere Zugfestigkeit. Und: Bei gleichem Gewicht ist der Reifengürtel fünfmal widerstandsfähiger als Stahl. Er ist unmittelbar unter dem Reifenprofil an der Lauffläche positioniert und wird mit variabler Spannung zwischen den Rändern und der Reifenmitte befestigt. Die einzelnen Lagen werden dann so fest angezogen, dass sie die gesamte Reifenstruktur in eine sehr verwindungssteife Einheit verwandeln. Infolgedessen bleiben die Form des Reifens und damit auch die Reifenaufstandsfläche weitgehend konstant, auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten.

Die „Variable Aufstandsfläche“ ist eine Weiterentwicklung der Technologie, die beim Pilot Super Sport erstmals eingeführt worden war. Sie verteilt den Druck an der Aufstandsfläche des Reifens besonders gleichmäßig, damit unter allen Fahrbedingungen so viel Lauffläche wie möglich Fahrbahnkontakt hat – was wiederum für mehr Grip in Kurven sorgt.

Der Wulstbereich ist zehn Prozent breiter als der eines herkömmlichen Sportreifens. Er wird durch eine hochfeste Gummimischung verstärkt, die den Seitenhalt des Reifens erhöht und damit ein noch dynamischeres Fahrverhalten und sehr präzises Einlenken ermöglicht.

Neben den führenden technischen Eigenschaften kommt auch die Optik beim neuen Pilot Sport Cup 2 nicht zu kurz. Für den Hightech-Look und ein völlig neues Reifenerscheinungsbild sorgt Michelins „Velvet Technology“. Sie ermöglicht es, in bestimmten Bereichen der Reifenflanken den Kontrast so zu variieren, dass dort Licht absorbiert wird. Damit lassen sich Schatten erzeugen, die dem neuen High-End-Reifen seinen unverwechselbaren Samt-Look verleihen. dv

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