In Russland will Pirelli mehr

Der italienische Reifenhersteller erhöht seine Beteiligung an der OOO Pirelli Tyre Russia von 50 auf dann 65 Prozent. Pirelli hat bereits Anfang dieses Monats von der Option Gebrauch gemacht, dem Joint-Venture-Partner GHP, einer Finanzgruppe, 15 Prozent seines Aktienpaketes abzukaufen. Der GHP-Anteil hat sich demnach von 25 Prozent minus eine Aktie auf etwa 10 Prozent verringert, der Anteil des dritten Joint-Venture-Partners Rostec bleibt gleich bei 25 Prozent plus einer Aktie (Sperrminorität), berichtet das Staatsunternehmen Rostec. Zu Pirelli Tyre Russia gehören die beiden Reifenfabriken von Voronezh und Kirov, also die Vermögenswerte der insolventen Holdinggesellschaft Amtel, die unter der Kontrolle der Holdinggesellschaft „Sibur“ stand.

Bis 2014 soll die Jahreskapazität von Pirelli Tyre Russia elf Millionen Reifen erreichen. In der ersten Hälfte des Jahres 2013 erreichte der Umsatz des Konzerns in Russland 135 Mio. Euro, einschließlich des Anteils der Italiener im Umsatz des Joint-Ventures und des Verkaufs von importierten Reifen. Dies ist ach Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012 und macht  4,4 Prozent vom globalen Pirelli-Umsatz aus. Der russische Markt, räumt das italienische Unternehmen ein, erfülle die Hoffnungen nicht. Nach Einschätzung von Pirelli werde das Volumen des russischen Reifenmarktes nach 61 Millionen Einheiten im Jahre 2012 leicht fallen, obwohl bisher ein Wachstum um mehr als zehn Prozent pro Jahr erwartet worden sei.

„Auf lange Sicht ist die Lage positiv. Bereits im nächsten Jahr erwarten wir nach unseren Prognosen, dass sich der Pkw-Markt zu erholen beginnt. Selbst wenn die Lieferung von Reifen für die Erstausrüstung weiter sinken wird,  wächst der gesamte Autopark im Land, und so wird auf lange Sicht das Marktvolumen für Ersatzreifen zunehmen. Besonderer  Beliebtheit erfreut sich dabei das Hochpreissegment von Reifen, auf deren Produktion sich Pirelli spezialisiert“, zitiert Joint-Venture-Partner Rostec Wladimir Bespalov von „VTB Capital“. Was man jedoch befürchten müsse, sei die Entwicklung der Konkurrenz.

Denn immer neue global agierende Reifenhersteller expandieren nach Russland: Japans Bridgestone kündigte den Bau eines Werkes in der Region Uljanowsk an; Yokohama nahm im vergangenen Jahr ein Joint-Venture in Lipezk auf, bald startet die Continental-Produktion in Kaluga. Die in Russland bestens etablierte Nokian Tyres aus Finnland und Michelin aus Frankreich sowie inländische Hersteller bauen ständig ihre Kapazitäten aus. dv

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