wdk: Rohstoffengpässe in der Kautschukindustrie überwunden

„Vordergründig betrachtet befindet sich die Rohstoffversorgung der deutschen Kautschukindustrie in einem ruhigen Fahrwasser“, so Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk), anlässlich der Bewertung aktueller Rohstoffdaten.

Mit dem Nachfragerückgang bei Kautschuk-Erzeugnissen und der entsprechend angepassten Produktion sind Versorgungsengpässe bei Synthesekautschuken und Ruß nicht mehr aktuell. „Die derzeitig relativ entspannte Lage kann allerdings nicht als ein genereller Abschied von knappen Rohstoffmärkten verstanden werden“, warnt Engelhardt.

In den zurückliegenden Boomphasen sei es mit organisatorischen und logistischen Aufwand gelungen, die Rohstoffversorgung sicherzustellen. Mit dem weiteren Ausbau der Rohstoffkapazitäten, der insbesondere in Asien vorangetrieben wird, verbindet sich die Hoffnung, dass weniger Material nach Asien abfließt und die Versorgungslage sich damit in künftigen Wachstumsphasen für die deutschen Kautschukverarbeiter stabiler darstellt.

Nach den Worten Engelhardts beobachtet die Branche die Preisentwicklung der Feedstocks mit besonderer Aufmerksamkeit. Die Grundstoffe der Synthesekautschuke haben mit Ausnahme von Butadien das hohe Preisniveau der Jahre 2011/2012 nahezu unverändert beibehalten. Diese Tatsache wirkt durch die gesamte Produktionskette.

„Mit zunehmerder Sorge registrieren wir die Entwicklung der Energiekosten für unsere Industrie“, gibt Engelhardt zu Protokoll. Zwar sei der Preis pro Kilowattstunde an der European Energy Exchange gesunken, die Entlastungswirkung des Marktes werde jedoch durch die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) konterkariert. Engelhardt: „Hier ist die Kautschukindustrie als stromintensive Branche im internationalen Wettbewerb gleich zweifach benachteiligt. Zum einen hat die Umlage einen Anteil an den Stromkosten von einem Fünftel und mehr, zum anderen sind die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen von der Umlagebefreiung ausgeschlossen.“

In Anbetracht der verhaltenen konjunkturellen Aussichten für die nächsten Monate wird auch die Rohstoffsituation nach Einschätzung des wdk keine wesentlichen Änderungen erfahren. dv

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