Deutsches Reifengeschäft bis dato nicht prickelnd, aber immer besser

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In Anlehnung an den Liedtext des britischen Popduos Pet Shop Boys könnte man die Lage im deutschen Reifenersatzgeschäft aus derzeitiger Sicht in etwa so umschreiben: nicht so gut, wie es in der Vergangenheit einmal war, aber auch wieder nicht so schlecht wie es – gerade mit Blick nur wenige Monate zurück – sein könnte. Wer’s gern klarer hat: Nach doch recht schwachen Reifenabsätzen vor allem im Opens external link in new windowersten Quartal konnten der diesbezüglichen Rückstände in den einzelnen Segmenten auch mit Ablauf des ersten Halbjahres zwar noch nicht aufgeholt werden, aber die Entwicklung des Marktes geht in eine positivere Richtung. Für die Beantwortung der Frage, ob dieser seit einigen Wochen je nach Produktgruppe mehr oder weniger schwach ausgeprägte Trend letztendlich ausreichen wird, das bis dato aufgelaufene Minus bis zum Jahresende zu kompensieren, dafür ist es mitten im Sommer aber definitiv noch zu früh – zu viel hängt vom kommenden Winterreifengeschäft ab. Vor diesem Hintergrund hat sich beispielsweise auch der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) noch nicht mit einer im Zuge der Opens external link in new windowdiesjährigen Mitgliederversammlung angekündigten möglichen Korrektur seiner Opens external link in new windowbisherigen Prognosedaten aus der Deckung gewagt.

Einstweilen festzuhalten ist jedenfalls, dass gemäß den Daten des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) von Januar bis Juni fast zehn Prozent weniger Pkw-Reifen vom Handel in Richtung Endverbraucher (Sell-out) abgesetzt wurden: Einem gut zwölfprozentigen Minus bei den Sommerreifen steht dabei ein fast achtprozentiges Plus bei Winterreifen gegenüber. Da Verbraucher in der ersten Jahreshälfte aber weit mehr Sommer- als Winterreifen erwerben, ist die Gesamtbilanz entsprechend negativ. So auch bei den Absätzen der Industrie in Richtung Handel (Sell-in): Fast 18,3 Millionen ausgelieferte Pkw-Reifen im ersten Halbjahr 2013 bedeuten einen Rückgang um 9,5 Prozent gegenüber den fast 20,2 Millionen Einheiten des Opens external link in new windowVergleichszeitraumes 2012. Pkw-Reifen für den Sommereinsatz machten dabei mit knapp 14,5 Millionen Stück zwar den Löwenanteil aus, fuhren aber nichtsdestotrotz ein Minus von mehr als fünf Prozent ein. Und an Pkw-Winterreifen wurden während der ersten sechs Monate des laufenden Jahres rund 3,8 Millionen auf den Weg zu den Handelspartnern der Industrie geschickt und damit gut Prozent weniger als im entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Aus Sicht der Reifenvermarkter in Richtung Endverbraucher sind 4×4-/Offroadreifen demgegenüber als Wachstumssegment zu bezeichnen. Denn von ihnen konnte der Handel mit Stand Ende Juni bisher gut vier Prozent mehr an die Frau bzw. den Mann bringen. Doch wo Licht ist, ist meist auch Schatten. Einerseits spiegelt sich diese positive Entwicklung im Sell-out nicht im Sell-in wider, weil die Industrie mit knapp 1,3 Millionen Stück vier Prozent weniger solcher Reifen an ihre Handelspartner liefern konnte. Andererseits ist dies beim Geschäft mit dem Endverbraucher gleichzeitig das einzige Produktsegment, das Wachstum vorweisen kann. Bezüglich Llkw- und Lkw-Reifen weist das sogenannte Sell-out-Panel des WdK Stand Ende Juni nämlich Rückgänge um gut elf respektive sechs Prozent aus. Was den Sell-in betrifft, hat die Industrie nach den Zahlen der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) im ersten Halbjahr 2013 nicht ganz 1,2 Millionen Llkw- sowie rund 560.000 Lkw-Reifen an ihre Vermarktungspartner aufseiten des Handels geliefert. Bei den Bereifungen für leichten Lastwagen kommt dies einem Minus von immerhin beinahe 26 Prozent gleich, während für die schwereren Fahrzeuge gut vier Prozent mehr schwarze Rundlinge abgesetzt werden konnten. christian.marx@reifenpresse.de

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