Rad- und Reifengeschäft von Carlisle zur Disposition gestellt

Der amerikanische Mischkonzern Carlisle Companies Inc. (Charlotte/North Carolina) geht im Rahmen der Präsentation der Bilanz fürs zweite Quartal besonders intensiv auf seine zweitgrößte Sparte Carlisle Transportation Products (CTP), in der das Reifen- und Rädergeschäft angesiedelt ist, ein. Das Management hat die Sun Trust Robinson Humphrey (Atlanta) beauftragt, nach „Alternativen“ diesen Bereich zu suchen, Bestandteil der Carlisle-Wachstumsstrategie sei CTP nicht mehr.

Dabei ist das Reifengeschäft die Keimzelle des heutigen Konzerns. Im Jahre 1917 war im Städtchen Carlisle (Bundesstaat Pennsylvania) durch einen gewissen Charles S. Moomy unter dem Namen Carlisle Tire and Rubber ein Werk für Reifenschläuche eröffnet worden, wurde 1943 von der Pharis Tire and Rubber Company übernommen, 1949 in Carlisle Corporation Pharis Tire and Rubber Company umbenannt, aber hatte dennoch als Reifenfabrik immerhin bis Ende 2010 Bestand. Die Sparte, die im zweiten Quartal 2013 immerhin noch mehr als 200 Millionen US-Dollar und damit mehr als zwanzig Prozent zum Konzernumsatz beigetragen hat, musste in den letzten etwa Jahren allerdings gründlich umstrukturiert werden. Man möchte in der Rückschau fast spekulieren: Sie wurde fitgemacht für einen Verkauf. Strategisch passe CTP jedenfalls einfach nicht mehr zum Rest des Konzerns, so dessen Chairman, Präsident und CEO David A. Roberts. Einen „strategischen“ Investor oder eine Private-Equity-Firma könne er sich als Käufer vorstellen, schließlich sei es insgesamt gesehen „ein gutes Geschäft“.

Carlisle stellt hauptsächlich kleindimensionierte Spezialreifen und -räder her, für den industriellen Einsatz, aber auch für die Landwirtschaft und Gartenpflege. Dass das Geschäft in den Monaten April bis Juni 2013 schlecht für CTP lief, wird überwiegend mit dem regnerischen Wetter in diesem Zeitraum begründet. Gleichwohl sieht Roberts darin auch eine positive Perspektive: „Das nasse Wetter bedeutet, dass das Gras wächst.“ Und das wiederum sorgt für Bedarf an Equipment mit Carlisle-Reifen.

In den letzten Jahren hat Carlisle unter anderem nach einem Großfeuer eine Reifen- und Räderproduktionsstätte in Bowdon (Georgia), eine im Cumberland County (North Carolina) sowie eine Reifenfertigung in Buji (China) aufgegeben, um in Jackson (Tennessee) mit einem Investitionsaufwand von etwa 65 Millionen US-Dollar eine völlig neue Fabrik zu errichten. Die dort verzeichneten massiven Anlaufschwierigkeiten wurden 2012 als „überwunden“ bezeichnet. detlef.vogt@reifenpresse.de

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