Heuver: „Verzeichnen eine positive Entwicklung“

Der deutsche Reifenmarkt ist für Großhändler aus den Benelux-Ländern von großer Bedeutung, wird doch hier ein Großteil ihres Umsatzes generiert. Nun stöhnen zahlreiche deutsche Händler unter schwachen Absatzzahlen. Die NEUE REIFENZEITUNG hat daher bei einigen wichtigen Marktteilnehmern in Benelux nachgefragt, Heuver Großhandel verzeichnet jedenfalls eine positive Entwicklung.

NEUE REIFENZEITUNG: Der deutsche Reifenmarkt, der ja auch für Heuver Großhandel von großer Bedeutung ist, schwächelt seit Monaten. Merken Sie das auch an Ihren Absatzzahlen?

Bertus und Jan Heuver: Wir beobachten die rückläufige Nachfrage auf dem deutschen Markt. Unsere eigene Situation sieht aber anders aus. Wir verzeichnen eine positive Entwicklung, im Gegensatz zu den Verkaufsstatistiken der Branche. Deshalb sind wir wegen der Geschehnisse am Markt nicht beunruhigt. Die Kunden unserer Kunden suchen entweder nach Markenreifen oder nach qualitativ gleichwertigen Alternativen. Für uns verläuft dies in allen Sektoren günstig. Im Bereich Lkw-Reifen entspricht die Entwicklung unseren Zielsetzungen. Auch im Bereich Landwirtschaft läuft alles bestens. Die Kunden zeigen uns, dass sie unsere aktive Präsenz und unser Angebot sehr begrüßen. Vor allem die Erweiterung mit einem interessanten Sortiment an Reifen für Erdbeweger und für die Landwirtschaft wird sehr gut aufgenommen. Wir stellen fest, dass der Sektor uns als gut ansprechbar und als leistungsfähige Alternative wahrnimmt.

NEUE REIFENZEITUNG: Einhergehend mit Absatzeinbußen der deutschen Händler verändert sich nach unseren Beobachtungen auch die Bedeutung der Preissegmente „Low-Budget“, „Budget“, „Medium“ und „Premium“. Welches Segment nimmt nach den Erfahrungen Heuvers bei der Nachfrage zu, welches leidet bei den Absatzzahlen bzw. ist stabil?

Bertus und Jan Heuver: Nach unseren Erfahrungen legt der Bereich „Budget“ zu. Der Bereich „Premium“ ist stabil, und wir beobachten – das hatten wir auch so erwartet –, dass die Bereiche „Medium“ und „Low-Budget“ an Boden verlieren. Die Kunden entscheiden sich entweder für Premium oder für das optimale Verhältnis von Preis und Qualität. Wir stellen bei den Lkw-Reifen eine starke Nachfrage nach den Aeolus-Reifen fest, die wir ja schon seit mehreren Jahren als „DIE Alternative“ positionieren. Wir sind der Auffassung, dass diese Zweiteilung am Markt zunehmen wird. Das hat übrigens auch Vorteile für den Zwischenhandel, denn die Lagerbestände werden übersichtlicher und damit weniger kostenintensiv.

NEUE REIFENZEITUNG: Können Sie Ihren deutschen Kunden angesichts deren schlechter Geschäftslage konkrete Hilfestellungen geben? Wenn ja, welche?

Bertus und Jan Heuver: Für 2013 haben wir mehrere Initiativen entwickelt, die wir in den letzten Monaten implementiert haben. Wir versuchen immer „mitzudenken“. Unsere Ausrichtung ist: optimale Dienstleistungen auf allen Ebenen. Mit unserem Vertriebszentrum in Bayreuth sind schnelle Lieferungen im gesamten Absatzgebiet Deutschland gewährleistet. Unsere stark verbesserten Lieferbedingungen, bei denen wir täglich kleinere Mengen liefern können, tragen dazu bei, dass unsere Kunden geringere Lagerbestände vorhalten müssen. Das spart natürlich Kosten. Wir sorgen dagegen dafür, dass unsere eigenen Lager immer gut gefüllt sind. Damit wir nicht „Nein“ sagen müssen.

Wir haben den Außendienst ausgebaut, damit wir immer genau wissen, was Sache ist, und damit wir aktiv mitdenken können. Diese aktive Unterstützung wird von den Kunden sehr geschätzt. Die Ausweitung unserer Sortimente an Lkw-Reifen und -Rädern gibt unseren Kunden größere Spielräume bei den Entscheidungen. Damit diese wiederum ihre Kunden optimal unterstützen können. Dies gilt zum Beispiel für den Verkauf von Leao-Landwirtschaftsreifen, die in diesem Sektor von größter Bedeutung sind. Unsere Investition in das Personal und in ein hochmodernes CRM-System unterstreicht unser Konzept, mit Nachdruck auf möglichst viele persönliche Kontakte und einen besonders schnellen Service zu setzen. Und darüber hinaus können unsere Kunden auf unsere Loyalität gegenüber dem Markt und ihnen zählen.

NEUE REIFENZEITUNG: International agierende Reifengroßhändler entdeckten in den letzten Jahren zunehmend die Märkte östlich von Deutschland für den Absatz. Inwiefern haben diese Länder für Ihr Unternehmen an Bedeutung gewonnen bzw. entwickeln sich?

Bertus und Jan Heuver: Diese „neuen Märkte“ sind von großer Bedeutung. Wir sind in diesem Bereich umfassend engagiert, und wir sind ja auch bereits seit Jahren in Rumänien aktiv. Wir haben dort einen eigenen Außendienst und eine wachsende Zahl von treuen Kunden. Die baltischen Staaten sind interessant, und nicht zu vergessen – Polen. Hierfür haben wir ein ganz eigenes Konzept. Dieses steht und fällt – wie in anderen Kernmärkten auch – mit den eigenen Leuten vor Ort, die die Sprache des Landes sprechen und die den lokalen Markt gut kennen. Der persönliche Kontakt, das ist immer ein ganz zentraler Punkt. Die eigenen Kunden müssen wissen, wen sie ansprechen können. Deshalb bin ich auf unser Unternehmen und auf unsere Leute so besonders stolz. Denn diese arbeiten im aktuellen Markt so engagiert und leistungsorientiert, dass wir immer gute Unternehmensergebnisse verzeichnen. Das bestärkt mich in meinem Vertrauen, dass wir nach dem Überwinden der wirtschaftlichen Krise für die Zukunft bestens vorbereitet sind. Weil wir uns voll auf Reifen für die Bereiche Lkw, Landwirtschaft und Erdbeweger spezialisiert haben, besitzen wir einen Vorsprung. Unser Fokus ist ganz klar umrissen, und das ist für unsere Kunden sehr deutlich. Gerade durch die Spezialisierung schaffen wir Stabilität und Wachstum, und wir können unsere Kunden immer nachhaltig unterstützen. dv

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