Hankook Tire Worldwide übernimmt Holdingaufgaben für Reifenhersteller

Hankook gibt sich eine neue Konzernstruktur. Bereits im vergangenen September wurde Hankook Tire Co. Ltd. in Hankook Tire Worldwide Co. Ltd. umfirmiert. Während diese Gesellschaft Holdingaufgaben übernehmen soll, wurde das operative Reifengeschäft unter einer neugegründeten, ebenfalls unter Hankook Tire Co. Ltd. firmierenden Gesellschaft zusammengefasst. Die Umwandlung der Unternehmensstrukturen mit der neuen Tire-Worldwide-Holding an der Spitze wird dieser Tage abgeschlossen, heißt es dazu auf Anfrage der NEUE REIFENZEITUNG aus Korea. Die Tochtergesellschaften könnten nunmehr noch effizienter geführt und der Aufbau neuer Geschäftsfelder einfacher gestaltet werden, unterstreicht Hankook die Zielsetzung der Umstrukturierung.

Für Hankook Tire ist der sogenannte „Corporate Spin-Off“ – zu Deutsch: „Ausgründung“ – ein wichtiges Ereignis, will man damit doch die Unternehmensstrukturen zukunftsfähig machen und insbesondere die operativen Geschäftseinheiten stärken, während Holdingaufgaben künftig zentral über alle Tochtergesellschaften hinweg übernommen werden. Dazu zählen Hankook Tire Worldwide zufolge etwa strategische Unternehmensplanung, Geschäftsleitung, Accounting, Finanzen und Personal. Außerdem wird die Holdinggesellschaft Einnahmen aus Lizenzvergaben generieren.

Zentraler Bestandteil des Unternehmens ist und bleibt natürlich das Reifengeschäft mit der Gesellschaft Hankook Tire Co. Ltd. (neu). Während die ‚alte’ Hankook Tire im September in Hankook Tire Worldwide umfirmierte, sind aus dieser neuen Holdinggesellschaft die operativen Einheiten als separate Unternehmungen in den Wochen nach der Ausgründung eingerichtet worden. „Dies befähigt uns zu einem schnellen und fokussierten Entscheidungsprozess, während wir die Effektivität, mit der wir die verschiedenen Geschäftsfelder betreiben, steigern und die Risiken der Geschäfte verteilen“, wird der NEUE REIFENZEITUNG auf Nachfrage erklärt.

Die administrative Führung der verschiedenen Tochtergesellschaften wie Hankook Tire (neu) obliegt der neuen Finanz- und Management-Holdinggesellschaft Hankook Tire Worldwide, und zwar im Rahmen eines „gemeinsamen Dienstleistungsansatzes“. Neben dem Reifengeschäft Hankook Tire gehören noch AtlasBX (Batterien) und emFrontier (IT-Systemanbieter) als Tochtergesellschaften unter die Tire-Worldwide-Holding. Gesellschaften wie etwa Daehwa Industrial Machinery (Maschinen für die Reifenfertigung) oder MK Technology (Formen) wiederum sind als Töchter der neuen Hankook Tire untergeordnet.

Während die Holdinggesellschaft Hankook Tire Worldwide lediglich 4,6 Prozent an Hankook Tire hält, verfügt die Familie um Unternehmensgründer und Chairman Cho Yang-Rai noch einmal über 30,7 Prozent am Reifenhersteller. Wichtige Aktionäre neben Cho Yang-Rai (15,99 %) sind außerdem dessen beiden Söhne Cho Hyun-Bum (7,1 %) und Cho Hyun-Shick (5,79 %), die beide im Familienunternehmen Hankook längst wichtige Führungsaufgaben übernommen haben. Insgesamt halten 13 Mitglieder der Familie Cho Anteile am Reifenhersteller Hankook Tire.

Dem Unternehmen zufolge will Hankook Tire Worldwide seinen Anteil am Reifenhersteller Hankook Tire in Zukunft aber weiter ausdehnen. Dies ist einer der Gründe, warum man derzeit eine Kapitalerhöhung um 1,6 Billionen Won (1,1 Milliarden Euro) aufseiten der Holdinggesellschaft plant. Ein Vorstandsbeschluss dazu liegt bereits vor. Die Kontrolle der Familie Cho über den Reifenhersteller Hankook Tire würde sich dadurch weiter festigen; von einer Verdoppelung der Anteile ist in Medienberichten die Rede.

Die Anteile an Hankook Tire Worldwide wiederum sind ähnlich verteilt wie die am Reifenhersteller Hankook Tire. Während die Cho-Familie hier 36 Prozent hält, befinden sich 41 Prozent der Aktien im freien Handel, weitere 23 Prozent werden von „wichtigen Aktionären“ gehalten. CEO des Reifenherstellers Hankook Tire ist und bleibt weiterhin Suh Seung-Hwa.

Wie Hankook Tire Worldwide auf Anfrage dieser Zeitschrift mitteilt, seien keine Veränderungen am operativen Geschäft des Reifenherstellers geplant – weder auf dem koreanischen Heimatmarkt noch sonst wo. Auf die Frage nach „relevanten Veränderungen Europa betreffend“ macht Hankook klar: Solche soll es nicht geben. arno.borchers@reifenpresse.de

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