Kumho Tires stattet alle Reifen weltweit mit RFID-Tags aus

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Kumho Tires will zukünftig alle seine produzierten Reifen – also auch Pkw-Reifen – mit RFID-Tags ausstatten. Wie der koreanische Hersteller mitteilt, habe man in diesem Jahr begonnen, Lkw-Reifen aus den beiden Fabriken im Heimatland (Gwangju und Gokseong) sowie Pkw-Reifen für Erstausrüstungskunden mit entsprechenden Sendern auszustatten. Im weiteren Verlauf dieses Jahres sollen dann alle Reifen für den Heimatmarkt entsprechend ausgestattet werden, während Kumho Tires dann im kommenden Jahr alle acht Fabriken weltweit – das sind vier in China, eine in Vietnam sowie drei in Korea – umstellen und somit jeden einzelnen Reifen mit einem RFID-Tag ausstatten will. Kumho Tires sei damit eigenen Aussagen zufolgen der erste Reifenhersteller weltweit, der diesen Schritt unternehme. Er biete große Vorteile, betont das Unternehmen.

Der große Vorteil dabei: Man realisiere „ein integriertes (Reifen-)Managementsystem von der Produktion bis hin zum Vertrieb“, heißt es dazu in einer Mitteilung. „Unter dem neuen RFID-System kann der komplette Lebenszyklus des Produktes systematisch gesteuert werden, in dem der gesamte Prozess rationalisiert wird angefangen bei der Produktqualität während der Herstellung über das Tracking des Produktes über die Vertriebskanäle über die Lagerhaltung und über das Bestandsmanagement. Dadurch kann außerdem der Vertrieb über illegale Kanäle oder der Verkauf mangelhafter Produkte verhindert werden, was das Vertrauen und die Zufriedenheit der Kunden steigert.“

Durch den Gebrauch der pflasterartigen RFID-Tags – das sind Minisender mit einer Reichweite von mehreren Metern, die bei Kumho Tires während des Herstellungsprozesses in den Innerliner integriert werden – könne sich der koreanische Hersteller auch von allen anderen Wettbewerbern differenzieren, die in der Regel noch vielfach auf die Kennzeichnung der Reifen durch Barcodes setzten. Barcodes hätten den Nachteil, sie müssten aus nächster Nähe gelesen werden und könnten nur eine begrenzte Menge an Daten enthalten.

Gerade weil die RFID-Tags mehr und mehr zu Pfennigartikeln werden und auch die Handheld-Geräte (RFID-Reader) zum Auslesen der Daten des Speichers im RFID-Tag immer weiter verbreitet sind, mache den globalen Gebrauch der Technologie durch Kumho Tires auch wirtschaftlich interessant. Wie es dazu heißt, ergäben sich allein aufseiten des Reifenherstellers mögliche Kosteneinsparungen bei Logistik, Produktion und Qualitätskontrolle in Höhe von 10,4 Milliarden Won (sieben Millionen Euro). Über die Kosten des Projektes bzw. die Kosten für RFID-Tags und Reader schweigt Kumho Tires sich aus. Der Hersteller verfügt über eine weltweite Produktionskapazität von 64 Millionen Reifen und dürfte dem Vernehmen nach wenigstens 50 Millionen Reifen pro Jahr fertigen.

Die Umstellung der Produktion finde unter dem „u-IT New Technology Verification Project“ statt, das in Zusammenarbeit mit der koreanischen „National IT Industry Promotion Agency“ (NIPA) durchgeführt werde. Die NIPA unterstützt bei der industriellen Einführung neuer IT-Technologien aus Korea und ist staatlich. Von einer finanziellen Unterstützung der flächendeckenden Einführung der RFID-Tags darf man demnach ausgehen. An der Entwicklung der genutzten RFID-Tags habe außerdem der Systemanbieter Asiana IDT mitgewirkt – das Unternehmen gehört wie auch Kumho Tires zur Kumho Asiana Group. arno.borchers@reifenpresse.de


Kumho Tires stattet ab dem kommenden Jahr jeden einzelnen Reifen mit einem RFID-Sender aus und will dadurch Kosteneinsparungen und Prozessrationalisierungen bewirken

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