Conti kann Umsätze und Gewinne nicht halten – „Erwartet schwierig“

Im ersten Quartal des neuen Jahres konnte die Continental ihre Umsätze und Gewinn nicht halten und musste leichte Einbußen hinnehmen. Wie das Hannoveraner Unternehmen dazu heute mitteilt, sei das Quartal damit „erwartet schwierig“ verlaufen. Dennoch bestätigte der Automobilzulieferer und Reifenhersteller die Prognose für das laufende Geschäftsjahr; demnach rechne man „unverändert mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um fünf Prozent auf rund 34 Milliarden Euro. Ebenso bleibt es unser Ziel, das hohe Niveau der bereinigten EBIT-Marge auch im laufenden Jahr bei über zehn Prozent zu bestätigen.“

„Die ersten drei Monate dieses Jahres verliefen wie erwartet schwierig. Unser Geschäft hat aber bereits wieder Fahrt aufgenommen und wir sind zuversichtlich, dass sich die weltweite Pkw-Produktion noch weiter stabilisiert. Außerdem rechnen wir mit einer Belebung der Reifenersatzmärkte in Europa nach der ungewöhnlich langen Kaltwetterperiode“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen in Hannover.

In den ersten drei Monaten verringerte sich der Umsatz des Continental-Konzerns im Vergleich zum Vorjahresquartal, dem umsatzstärksten in der Continental-Geschichte, um 3,4 Prozent auf acht Milliarden Euro. Aufgrund des Schaltjahres 2012 und der frühen Osterfeiertage 2013 wies das erste Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum drei Arbeitstage weniger aus, was sich in vielen Ländern negativ auf die Entwicklung der Pkw-Produktion und den Reifenabsatz auswirkte. Hinzu kam die ungewöhnlich lang anhaltende Kaltwetterperiode in weiten Teilen Nordeuropas, so dass Autofahrer später als sonst üblich Sommerreifen aufzogen.

Die Rubber Group erreichte dabei im ersten Quartal einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge verbesserte sich auf 15,4 Prozent nach 15,2 Prozent im Vorjahr. „In der Rubber Group hat uns die stabile Preis-Mix-Entwicklung auf der Verkaufsseite geholfen, das gute Margenniveau des Vorjahres auf hohem Niveau zu halten und damit den rückläufigen Absatz ergebnisseitig zu kompensieren. Wir rechnen damit, dass sich das Volumen ab der zweiten Jahreshälfte positiv entwickeln wird. Zudem dürfte sich das durch den ungewöhnlich langen Winter zeitlich versetzte Wechselgeschäft von Winter- auf Sommerreifen im zweiten Quartal positiv bemerkbar machen“, erklärte Degenhart.

Die Automotive Group erzielte nach drei Monaten einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro, bei einer bereinigten Marge von 7,2 Prozent nach 8,1 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. „Angesichts der negativen Entwicklung der europäischen Pkw-Produktion und der unverändert hohen Aufwendungen für die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte ist dies ein solides Ergebnis“, sagte Degenhart.

Der internationale Automobilzulieferer, Reifenhersteller und Industriepartner investierte in den ersten drei Monaten dieses Jahres 431 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 40 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und einer Investitionsquote von 5,4 Prozent nach 4,7 Prozent im Vorjahr. 60 Prozent der Investitionen (rund 260 Millionen Euro) entfielen dabei auf die Rubber Group, insbesondere für Kapazitätserweiterungen in Nord- und Südamerika sowie Asien.

Knapp 173.000 Beschäftigte zählte der Continental-Konzern am Ende des ersten Quartals, damit wurden im Vergleich zum Jahresende 2012 mehr als 3.200 Arbeitsplätze aufgebaut.

Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr unter anderem auch aufgrund der stetig hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die in der Automotive Group auf 8,7 Prozent vom Umsatz anstiegen, leicht um 40 Millionen Euro bzw. 5,1 Prozent auf 747 Millionen Euro. Die Marge blieb mit 9,3 Prozent nach 9,5 Prozent im entsprechenden Vorjahreszeitraum nahezu stabil.

Das bereinigte operative Konzernergebnis (EBIT bereinigt) verringerte sich um rund 93 Millionen Euro oder 10,4 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres auf 796 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge blieb mit zehn Prozent zweistellig, nachdem im sehr starken Vorjahreszeitraum 10,7 Prozent verbucht worden waren. Sowohl die Vorjahreswerte als auch die des laufenden Jahres beinhalten die Erstanwendung der Rechnungslegungsvorschrift IAS 19 (überarbeitet 2011).

Das Konzernergebnis, das den Anteilseignern zugerechnet wird, sank in den ersten drei Monaten um 8,6 Prozent auf 441 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie betrug damit im ersten Quartal 2,21 Euro nach 2,41 Euro pro Aktie im Vorjahr.

Nach den ersten drei Monaten reduzierte Continental seine Nettofinanzschulden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 1,2 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro. „Im Vergleich zum Jahresende verzeichnen wir den saisonal üblichen leichten Anstieg um 293 Millionen Euro“, erklärte Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Der Verschuldungsgrad, die Gearing Ratio, lag nach den ersten drei Monaten 2013 bei 64,2 Prozent.

Schäfer wies darauf hin, dass sich das Zinsergebnis wie angekündigt auf minus 123 Millionen Euro verschlechtert hat: „Wir mussten den Zeitwert unserer Derivate, also vor allem den bilanzierten Wert für die jeweilige Rückkaufoption der Anleihen, im ersten Quartal 2012 anpassen, was eine positive Wirkung hervorrief. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wirkte sich dies jedoch nicht mehr aus, so dass ein negativer Effekt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultierte, der nicht vollständig durch die weiter verringerten Zinsaufwendungen kompensiert werden konnte. Diese sind auf Grund der deutlich abgebauten Nettoverschuldung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33 Millionen Euro oder mehr als ein Fünftel auf 112 Millionen Euro zurückgegangen. ab

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