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Über (Formel-1-)Reifen wird diskutiert wie nie

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Auch nach dem dritten Rennen der laufenden Formel-1-Saison stehen die Rennreifen für die „Königsklasse des Motorsports“ – so scheint – mehr im Vordergrund als die Leistungen der Teams und Fahrer. In der Diskussion steht dabei vor allem, wie schnell die unterschiedlichen Reifen abbauen und wie dies das Wettbewerberfeld regelmäßig durcheinanderwirbelt. Aus der Sicht des Veranstalters bzw. des Reifenlieferanten Pirelli ist dies durchaus gewollt, aber nicht allen Fahrern schmeckt das. „Es hat nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen praktisch nur auf die Reifen auslegt“, hat Medienberichten zufolge jüngst etwa der dreimalige Weltmeister Sebastian Vettel geschimpft und den italienischen Gummis „die Note sechs“ verliehen. Kritikern hält Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery laut Motorsport-Total allerdings entgegen, dass den (deutschen) Fans der Rennserie die aus der Reifenthematik resultierende „Show“ gefalle, wobei er als Beleg dafür auf eine entsprechende Umfrage von RTL verwiesen haben soll. Gleichwohl berichten andere Quellen, dass Pirelli ab dem Rennen in Barcelona (Spanien) den Teams Reifen zur Verfügung stellen will, die weniger schnell verschleißen als die derzeitigen.

Denn so manchem wie etwa Williams-Technikchef Mike Coughlan geht das Spektakel augenscheinlich einen kleinen Schritt zu weit. „Einige Leute erkannten im vergangenen Jahr ein mächtiges Spektakel, das vielleicht nicht einzig und allein auf die Reifen zurückzuführen war, aber doch maßgeblich von diesen beeinflusst wurde. In diesem Jahr ist es ähnlich. Vom Gesichtspunkt der Show her könnte man also sagen, dass es fantastisch ist. Als Ingenieur würde ich mir aber ehrlich gesagt etwas mehr Stabilität auf dem Reifensektor wünschen“, wird er in diesem Zusammenhang von dem Motorsportinformationsdienst zitiert. Doch offenbar überwiegt die positive Wirkung, wenn das Grundprinzip, den Einsatz von Reifen mit zwei voneinander abweichenden Mischungsspezifikationen vorzuschreiben, jetzt offenbar sogar von anderen Serien wie der DTM in Erwägung gezogen wird. Dass Reifen insgesamt durch all dies in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt werden, dürfte für die Branche zumindest eher positiv als negativ sein: Denn so wird manchem, der die Gummis an seinem Auto bisher nur einfach für schwarz und rund hielt, eindrucksvoll deren Einfluss auf die Fahreigenschaften vor Augen geführt. cm

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