Schotterklassiker stellt Rallye-Reifen von Michelin auf die Probe

Mit der Rallye Portugal steht ab morgen ein echter Schotterklassiker auf dem Programm der Rallye-Weltmeisterschaft. 15 Wertungsprüfungen über besonders verschleißintensive Naturstraßen und eine Distanz von insgesamt 386,73 Kilometer stellen die Reifen der rund 300 PS starken World Rally Cars auf eine harte Probe. Michelin und seine Partnerteams Citroën Racing, Volkswagen Motorsport und Qatar M-Sport fühlen sich mit dem bewährten Schotterpneu Latitude Cross bestens gerüstet.

Die Rallye Portugal – nach dem Mexiko-Event der zweite Schotterlauf der Saison – zählt zu den anspruchsvollsten Veranstaltungen des gesamten WM-Jahres. Die schnellen Wertungsprüfungen führen zumeist über enge Bergstraßen, die mit schroffen Steinen bedeckt sind – eine besondere Herausforderung für die Reifen. Zahlreiche verdeckte Kuppen und große Felsen am Streckenrand verlangen dem Fahrer höchste Konzentration, seinem Auto und den Reifen besondere Robustheit ab. Ein kleiner Fehler bedeutet schnell das Aus oder einen technischen Defekt, der wertvolle Zeit kosten kann.

Aus Sicht von Michelin kommt erschwerend hinzu: Im Vergleich zum Vorjahr müssen die Pneus diese Strapazen über eine deutlich längere Distanz sicher ertragen. Zwar wies die Rallye Portugal 2012 insgesamt 22 WP auf statt 15 in diesem Jahr. Dafür gibt es im Verlauf des dreitägigen Events aber auch nur noch fünf statt sieben Möglichkeiten, die Reifen zu wechseln. Während sich die Gesamtlänge der Wertungsprüfungen mit 386,73 Kilometern kaum verändert hat, müssen sich Fahrer und Teams darauf einstellen, inklusive Shake-down und Qualifying mit 24 Pneus auszukommen – im Vorjahr waren es noch 40. Sollten sich hochsommerliche Temperaturen einstellen, wird das zusätzlich zu einer besonders schwierigen Aufgabe.

„Die größte Herausforderung der diesjährigen Rallye Portugal sind die gut 80 Kilometer langen Sektionen zwischen zwei Reifenwechselstopps in Verbindung mit der 40-prozentigen Reduzierung der Pneus und den aggressiven Schotterpisten“, betont Jacques Morelli, Leiter des Rallye-Programms beim Reifenhersteller. „Unser Ziel ist es, erneut die Haltbarkeit der neuen Michelin Latitude-Cross-Reifen unter Beweis zu stellen – eine Vorgabe, auf die wir vor der Saison bewusst hingearbeitet haben. Gerade bei wechselhafter Witterung verlangt der Umgang mit den Pneus nach einer ausgefeilten Strategie. Es könnte wieder einige Überraschungen geben, speziell auf der mit 52 Kilometern besonders langen ,Power Stage‘.“

Neben dem neuen Latitude Cross in der härteren H2-Mischung stellt Michelin seinen Partnerteams auch den weicheren S2 zur Wahl, der trotz identischem Laufflächendesigns speziell für nasse oder schlammige Bedingungen konzipiert wurde. Pro Auto steht ein Kontingent von 24 H2- und 16 S2-Reifen zur Verfügung. Insgesamt transportiert die französische Marke 1.300 Pneus in den Servicepark von Faro, wo an diesem Wochenende auch das neue Hospitality-Motorhome des Reifenspezialisten seine Premiere feiert.

WRC-Mehrheit setzt auf Michelin

13 World Rally Cars gehen bei der diesjährigen Rallye Portugal an den Start – der Großteil rollt auf Rennreifen von Michelin. In der Gesamtwertung liegt nach drei von 13 WM-Läufen Sébastien Ogier in Führung. Der Franzose hat mit seinem neuen Volkswagen Polo R WRC die WM-Rallyes in Schweden und Mexiko gewonnen.

Duell in der zweiten Liga

Ihr europäisches Schotterdebüt feiert in dieser Saison auch die WRC2-Wertung. Hier kommt es gleich zu mehreren spannenden Begegnungen: Die bisher genutzten Super 2000-Boliden à la Skoda Fabia treffen auf die neu entwickelten „Regional Rally Cars“ wie den Citroën DS3 RRC und den Ford Fiesta RRC, analog zu den WRC auch RRC genannt. Zudem will der ehemalige Formel-1-Pilot Robert Kubica am Steuer eines DS3 RRC zeigen, dass er auch auf losem Untergrund zu den Schnellsten gehört. Aus deutscher Sicht steht natürlich das Abschneiden von Sepp Wiegand im Vordergrund. Das von Volkswagen geförderte Nachwuchstalent setzt erneut auf einen Fabia S2000, der – ebenso wie das Auto von Kubica – auf Schotterpneus von Michelin vertraut. dv

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