Bridgestone präsentiert nachhaltige Innovationen in Schweizer Umwelt Arena

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Mit der richtigen Technologie können Reifenhersteller und Autofahrer viel für Umwelt- und Ressourcenschonung leisten und ein Ausrufungszeichen hinter das Thema Nachhaltigkeit setzen. Welchen Einfluss ein richtiger Reifendruck auf den Benzinverbrauch hat, ist mittlerweile bekannt. Was aber russischer Löwenzahn oder die Pflanze Guayule mit umweltfreundlichen Reifen zu tun haben, muss man vielen im Markt erst erklären. Diese und viele weitere Themen präsentierte Bridgestone vergangene Woche im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema „Engagement und Umweltverantwortung“ in der Umwelt Arena im schweizerischen Spreitenbach bei Zürich. Die Umwelt Arena versteht sich als eine Ausstellungsplattform für Themen der Nachhaltigkeit, etwa auch in Sachen Mobilität und somit Reifen. Bridgestone, dessen Schweizer Niederlassung quasi vis-à-vis zur Umwelt Arena liegt, zählt selber zu den Dauerausstellungspartnern und will dort durch Erleben und Begreifen die Zusammenhänge von umweltschonenden Produkten und ihrer Technik verständlich machen.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich insbesondere Bridgestone einen Namen als Hersteller gemacht, der sich mit neuen innovativen Ideen und Konzepten in die Öffentlichkeit traut. Man erinnere sich an den Genfer Automobilsalon im vergangenen Jahr, auf dem Bridgestone sein „Air-Free-Tyre“-Konzept aus 100 Prozent recyclingfähigem Material vorgestellt hat. Oder der aktuelle Konzeptreifen, der aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen gefertigt wurde, etwa aus dem Milchsaft der Kautschukpflanze Guayule. Oder das aktuelle „Large-and-Narrow“-Konzept, ebenfalls in Genf Anfang März vorgestellt – ein großer und gleichzeitig schmaler Reifen (155/55 R19), der durchaus an Reifen der automobilen Frühgeschichte erinnert und durch einen reduzierten Rollwiderstand zur besseren Energieeffizienz des Autos beitragen soll. Bridgestone zufolge eigne sich das Konzept durchaus als Reifentechnologie für zukünftige Automobilgenerationen.

Ebenfalls Innovationsträger, dafür aber außerdem für den Kunden im Reifenhandel und unter den Endverbrauchern bereits zu kaufen, ist der neue rollwiderstandsoptimierte Pkw-Reifen „Ecopia EP001S“. Im vergangenen Herbst führte der japanische Reifenhersteller seinen mit „AA“ gelabelten Sommerreifen in Europa ein, und zwar in 195/55 R15 91 V. Während es anderen Herstellern offenbar schwerfällt, Entsprechendes zu leisten, betont der Weltmarktführer, „Bridgestone ist der erste Hersteller, der einen Reifen mit ‚AA’-Reifenlabel in einer Volumendimension auf dem europäischen Markt eingeführt hat“. Wie Bridgestone Anfang dieses Jahres betonte, komme im Juni eine weitere Volumendimension hinzu: 205/55 R 16 91 V.

Im Vergleich zum vor rund zwei Jahren eingeführten ebenfalls rollwiderstandsoptimierten „Ecopia EP150“, der weiterhin am Markt und in über 40 Dimensionen erhältlich ist, biete der Ecopia EP001S noch einmal eine deutlich Verbesserung in Sachen Rollwiderstand. Dem Hersteller zufolge liegt der Reifen ganze 16 Prozent vor seinem ‚Bruder’ für den breiten Markt. Auch beim Nassbremsen schafft der neue Ecopia EP001S noch einmal eine Verbesserung von elf Prozent, liegt beim Verschleiß und in seinen Eigenschaften auf trockenem Untergrund allerdings leicht darunter. In Summe sei der neue Ecopia EP001S „ein sehr runder Reifen in allen Disziplinen“, heißt es dazu vonseiten des Herstellers. Auch wenn er im Vergleich zum Ecopia EP150 nur mit einem Aufpreis von rund 25 Prozent zu haben ist, ist man bei Bridgestone überzeugt davon, dass sich der finanzielle Mehraufwand für den Endverbraucher lohne, und zwar durch die Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch durch den verringerten Rollwiderstand.

Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert Wilfried Rulands, bei Bridgestone Leiter Marketing und Kommunikation und zuständig für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz, dass in naher Zukunft weitere Dimensionen des „AA“-gelabelten Pkw-Reifens nicht eingeführt werden. Dennoch sei das Produkt ganz bewusst eben nicht als Blickfang für den Showroom oder Messen entwickelt worden, sondern richte sich – das ist erklärtes Ziel der Japaner – an einen breiten Markt. Während etwaige „AA“-Reifen anderer Hersteller stets ein geringes Marktsegment ansprechen, deckt Bridgestone mit den beiden ab Juni verfügbaren Größen bereits einen Markt von über 20 Prozent ab (Speedindizes H und V). Ob 2014 eventuell weitere Dimensionen hinzu kommen, müsse man erst abwarten, so Rulands weiter.

Der Leiter Marketing und Kommunikation ist sich sicher, dass das EU-Reifenlabel und somit auch die Einstufung des Ecopia EP001S mit „AA“ im jetzt beginnenden Sommerreifengeschäft einen anderen Stellenwert haben wird, als noch in der zurückliegenden Winterreifensaison. Endverbraucher werden auch gezielt nach dem Label fragen, taucht es doch gerade im Informationsmedium Nummer eins Internet mittlerweile überall auf. Auch wenn sicher „kein großer Anteil“ der Verbraucher sich gezielt nach dem Label erkundigen wird, so seien doch gehaltvolle Gespräche – auch gerne vom Reifenhändler begonnen – zu erwarten. Während früher viele Verkaufsgespräche bereits mit der vermeintlich einzigen Eigenschaft des Reifens, dem Preis, begannen, haben Reifenhändler jetzt die Möglichkeit, das Gespräch auf eine Ebene zu lenken, auf der es auch um qualitative Produkteigenschaften geht. Und Endverbraucher, die dem Produkt, das ihnen empfohlen wird, etwas zutrauen, sind auch gerne bereit, dafür einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Dennoch ist auch Wilfried Rulands sicher, dass das EU-Reifenlabel die Bedeutung der großen Sommer- und Winterreifentests nicht verringern werde; beides werde sich ergänzen und in Zukunft werde beides die Qualitätsvermutung der Endverbraucher nähren, ist sich der Marketing- und Kommunikationsleiter sicher.

Dass Bridgestone in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit innovativen Ideen und Konzepten von sich reden gemacht hat, wurde oben beschrieben. Dass der Hersteller aus dieser Entwicklung auch ein anderes Selbstverständnis für sich ableitet, mochte Rulands nicht bescheinigen. Bridgestone habe in Europa immer schon umweltfreundliche Reifen angeboten und er erinnert in diesem Zusammenhang etwa an die Entwicklungspartnerschaft für den 3-Liter-Lupo von Volkswagen, der 1999 auf den Markt kam. Man wolle und werde zwar in Zukunft verstärkt großen Wert auf umweltfreundliche Technologien legen, werde dabei aber auf keinen Fall Kompromisse in Sachen Sicherheit eingehen. Dies gelte auf dem technisch anspruchsvollen deutschen Markt mit seinen Autobahnen und vielen hochmotorisierten Autos mehr noch als anderswo in Europa. Dennoch: Der Endverbraucher sei sensibler geworden, was die Umweltfreundlichkeit der Produkte betrifft. Neben dem Schutz von Umwelt und Ressourcen geht es ihm dabei natürlich auch vorwiegend um sein eigenes Geld, von dem er durch rollwiderstandsoptimierte Reifen viel sparen kann. Außerdem mache die Politik entsprechende Vorgaben. Das EU-Reifenlabel, das heute durchaus als Umwelt- und Sicherheitslabel gelten darf, wurde ursprünglich als Initiative zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und gleichzeitig der CO2-Emissionen auf den Weg gebracht; das Kyoto-Protokoll zum weltweiten Klimaschutz lässt grüßen.

„Engagement und Umweltverantwortung“

Im Rahmen der Veranstaltung zum Thema „Engagement und Umweltverantwortung“ konnten Wilfried Rulands sowie Michael Glockner, Director Sales Operations Bridgestone DACH, vergangene Woche in der Umwelt Arena in Spreitenbach bei Zürich zahlreiche Gäste aus dem regionalen Reifenhandel und der Presse begrüßen. Ebenfalls vor Ort war Gründer und Geschäftsführer der Umwelt Arena Walter Schmid, der in seiner kurzen Begrüßung einen Überblick über das Konzept seiner im August 2012 eröffneten Ausstellungs- und Eventplattform gab. In der anschließenden Präsentation stellten Rulands und Uwe Detering, Technikexperte bei Bridgestone, die neuesten Entwicklungen im Bereich energieeffizienter Reifen und nachhaltiger Zukunftskonzepte vor und stellten sich den Fragen ihrer Gäste. arno.borchers@reifenpresse.de

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