Matteuzzi: Weltmarktführer beim EDV-gesteuerten Rauen

Da die Matteuzzi Srl sich schon immer auf internationale Märkte konzentriert hat, haben die Verantwortlichen in Bologna keine besondere Last mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Europa. Während viele italienische Unternehmen aus der Runderneuerungs- und Maschinenbaubranche den Weg der Internationalisierung erst in den vergangenen Jahren eingeschlagen haben, um die Schwierigkeiten auf dem Binnenmarkt zu überwinden, ist der Reifenmaschinen- und Equipmenthersteller Matteuzzi in diese Richtung bereits seit den 1970er Jahren unterwegs und hat hier einen komplett neuen Markt erreicht. Dank moderner Kommunikationsmittel seien diese etablierten Märkte heute leicht zu pflegen. Aktuell exportiert Matteuzzi rund 95 Prozent seiner Produkte und hält sich nicht einmal mit einer italienischsprachigen Internetseite auf – Informationen bietet Matteuzzi auf Englisch an.

„Wir haben uns niemals irgendetwas verschlossen. Wir waren immer bereit auf Anforderungen, die eben von Zeit zu Zeit in verschiedenen Märkten aufkommen, zu reagieren. Dazu gehören auch unvorhergesehene und überraschende Anforderungen, die im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und politischen Umständen in verschiedenen Ländern stehen“, sagt Emilio Matteuzzi, Mitinhaber des Unternehmens. Und wirklich, die Märkte in den USA und in Kanada, wo Matteuzzi niemals aufgehört hat zu wachsen, zählen heute zu den wichtigsten Zielen von Matteuzzi-Maschinen und -Equipment. Gleichzeitig liegen die aufregenden Märkte heute eher in Osteuropa, in Südamerika und im Fernen Osten.

Die Maschinen, für die Matteuzzi steht, stehen heute beinahe synonym für computergestützte Rausysteme. Weltweit sind aktuell über 1.000 solcher Maschinen im Einsatz, heißt es dazu vonseiten des Herstellers. Auf diese Produkte hat Matteuzzi mittlerweile über 20 Jahre Entwicklungsarbeit verwandt und hat diese immer weiter perfektioniert, um ein führendes Unternehmen am Markt zu werden. Aber die Palette von Produkten ist vielseitiger und umfassender, als das oben genannte ‚Synonym‘ vermuten lässt. Die Produkte lassen sich in drei Bereiche einteilen: Maschinen für die Herstellung von Neureifen, Maschinen und komplette Betriebsstätten für die Runderneuerung sowie Maschinen und komplette Anlagen zur Fertigung und Verarbeitung von Kaltlaufstreifen. Die meisten Anlagen sind dabei für die Runderneuerung von Lkw-Reifen, es gibt aber auch Anlagen für die Runderneuerung von Pkw- und 4×4-Reifen.

Am einzigen Sitz des 1956 gegründeten Unternehmens in Bologna arbeiten heute 30 Mitarbeiter; Matteuzzi kooperiert dabei mit vielen kleinen, vor allem italienischen Zulieferern. Matteuzzi vertreibt seine Maschinen und Anlagen in der Regel direkt, arbeitet indes in einigen Ländern mit Agenten. Das Bologneser Unternehmen sieht den Kundendienst als zentralen Bestandteil seines Geschäftsmodells. Kunden, die ein Problem haben, erreichen bei einem Anruf in Bologna nicht irgendein Callcenter mit geschulten Mitarbeitern, sondern es sind die Ingenieure, Designer, Entwickler und Installateure, die sich kümmern und die in 99 Prozent aller Fälle Probleme direkt am Telefon lösen können.

Das innovative Kapital des Unternehmens liegt darin, auf Basis von Prototypen individuell auf die Bedürfnisse der Kunden angepasste Maschinen und Anlagen zu bauen. Einige dieser Anlagen und Maschinen bleiben Prototypen im Besitz des Auftraggebers; aus anderen wiederum werden Produkte, die es in den Matteuzzi-Katalog schaffen.

Dass in Zukunft das EU-Reifenlabel auch auf runderneuerte Reifen angewandt wird, bezweifelt bei Matteuzzi niemand: „Alles, was bei der Kontrolle runderneuerter Reifen hilft, ist zu deren Vorteil.“ lucia.tonini@pneusnews.it/ab

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