CTC-Extruder von VMI-AZ Extrusion bietet viele Vorteile

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Kaum ein anderes Unternehmen in der Branche steht für Extruder so sehr wie VMI-AZ Extrusion. Der deutsche Maschinenbauer, der seit 2009 vollintegrierter Bestandteil der niederländischen VMI-Gruppe ist, hat sich insbesondere durch seine „Cushion-to-Casing“- oder CTC-Extruder einen Namen unter den Runderneuerern weltweit gemacht. Während diese Art der Bindegummiextruder früher in der Regel nur für die Kaltrunderneuerung genutzt wurde, werden CTC-Extruder heute immer häufiger auch in der in Westeuropa populären Heißrunderneuerung eingesetzt. Der Vorteil: In den meisten Fällen muss kein Zementspray mehr aufgesprüht werden und Unebenheiten in der Karkassenoberfläche – entstanden etwa durch Reparaturen – werden automatisch mit Bindegummi verfüllt.

Wie Gerry Pol im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG betont, seien heute weltweit wenigstens 900 CTC-Extruder von VMI-AZ Extrusion in der Runderneuerung von Lkw-/Bus- und Flugzeugreifen im Einsatz. Das Sortiment an VMI-AZ-Extrudern beginne dabei mit einfachen Bindegummiextrudern für die Anwendung durch kleine Kaltrunderneuerer bis hin zu Anlagen, die gleich auch den Laufstreifen auf dem noch warmen Bindegummi platzieren und ihn sogar für eine optimale Stoßgenauigkeit dehnen. Selbst für die Runderneuerung großer OTR-Reifen ist VMI-AZ Extrusion heute mit Extrudern am Markt fest etabliert, etwa mit dem sogenannten „Base Constructor“ sowie dem „Strip Builder“.

„Unser Equipment wird für kleine und mittlere Kaltrunderneuerungsbetriebe entwickelt, auch wenn aktuell verschiedene, große Heißrunderneuerungsanlagen dieselben Maschinen nutzen, um das Auftragen der Zementspraylösung zu verhindern, um aber gleichzeitig die Ausfensterungen automatisch aufzufüllen“, betont Gerry Pol. Der Manager Sales weiter: „Die Maschinen sind einfach zu bedienen und dafür gebaut worden, um im harten Produktionsalltag zu bestehen. Wie uns unsere Kunden bestätigen, sind die Ausfallzeiten absolut gering. Dies ist gerade daher besonders wichtig, weil viele Kunden nur die eine Maschine für das Auftragen des Bindegummis haben und folglich auf die Qualität unserer Produkte angewiesen sind. In Europa nutzen die meisten Kunden unsere einstufigen Anlagen, die neben dem Bindegummi gleichzeitig auch den Laufstreifen anbringen und ihn dafür dehnen.“

Das Feld der Maschinen- und Anlagenbauer für die Reifenindustrie, insbesondere für die Runderneuerungsbranche ist weit. Im Spektrum möglicher Anwendungen setzt VMI-AZ Extrusion ganz gezielt auf seine Kernkompetenzen und ist dabei kaum versucht, über das zentrale Geschäft mit Extrudern hinaus zu expandieren. Die VMI-Gruppe ihrerseits ist außerdem viel breiter aufgestellt und ist, was Extrusionslösungen angeht, auch Kunde von VMI-AZ Extrusion. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Runding aber auch Unternehmen in Europa, Nordamerika und sogar in Südostasien, die wiederum komplette, schlüsselfertige Runderneuerungsanlagen liefern. „Sehr häufig integrieren solche Unternehmen die CTC-Extruder von AZ in ihre Maschinen. Vor diesem Hintergrund sind wir Marktführer, was die Extrusion von Bindegummi direkt auf die abgeraute Karkasse betrifft. Dies trifft insbesondere auf Unternehmen zu, die mehr als 1.000 Reifen im Monat runderneuern.“

Während der Reifen-Messe in Essen hatte das Unternehmen Mitte dieses Jahres den Prototypen eines neuen Extrudertyps vorgestellt: den „AZ-Retrax“. Laut Gerry Pol ist der AZ-Retrax die Basis für eine komplett neue CTC-Extruderfamilie, die in einer Version mit einem identischen Output wie der aktuelle Extruder CTC-SB VII zu haben ist, gleichzeitig aber auch in Versionen mit einem geringeren und einem höheren Output zu haben sein soll. Der neue AZ-Retrax-Extruder biete insbesondere einen großen Vorteil beim Auftragen des Bindegummis auf Lkw-Karkassen mit unterschiedlichen Durchmessern, da sich der Reifen linear zum Extruderkopf bewegt. Die kompakte Anlage biete außerdem eine verbesserte Ergonomie, was die Handhabung durch den Bediener erleichtere.

Ebenfalls dürfte VMI-AZ Extrusion seine eigene Marktführerschaft bei der Extrusion von Bindegummi durch die überarbeitete Version des CTC-Extruders SB I festigen. Das „Update“ namens „CTC-SB I Synchro“, so der Manager Sales Gerry Pol weiter, zeichne sich insbesondere durch ein synchronisiertes, variables Antriebssystem aus, mit dem eine optimale Prozess- und Zykluskontrolle unabhängig von der Karkassendimension erreicht werden könne. Auch die Qualität des neuen Synchro-Extruders gegenüber dem Standard-SB-I habe VMI-AZ Extrusion noch einmal verbessert, werden etwa Lufteinschlüsse durch das spezielle Extrudierverfahren noch besser vermieden.

Darüber hinaus arbeite die F&E-Abteilung bei VMI-AZ Extrusion derzeit an einem neuen einstufigen CTC-Konzept, bei dem auch das Anbringen der Lauffläche sowie dessen vorherige Dehnung inklusive ist. Hier kooperiere der Maschinenhersteller aus Rudning mit den Experten der niederländischen Muttergesellschaft. Laut Gerry Pol sollten die Ergebnisse „dieses komplexen Projektes“ wohl nach etwa drei Jahren reif für die Umsetzung in die Praxis sein. „Das Ziel ist, ein perfektes Zusammenpassen des Reifenprofils zu ermöglichen und gleichzeitig beste Gleichlaufwerte unter den abgelängten Laufstreifen zu erreichen“, so Pol weiter.

VMI-AZ Extrusion fertigt aktuell seine Maschinen und Anlagen ausschließlich im deutschen Rudning sowie in Brasilien, wobei diese Produktionsstätte nur den regionalen Runderneuerungsmarkt beliefert. Die Extrudereinheiten – das Kernstück eines jeden Produktes von VMI-AZ Extrusion – werden dabei ausschließlich in Deutschland gefertigt. Darüber hinaus betreibt die Muttergesellschaft VMI eine große Fabrik für Reifenbauequipment in China, die – so betont Gerry Pol – bei Bedarf auch um das Produkt CTC-Extruder erweitert werden könnte. Die zentrale Einrichtung in Runding arbeitet dabei in enger Abstimmung mit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der niederländischen Muttergesellschaft, so dass insgesamt rund 30 Ingenieure und Techniker an der Entwicklung und Weiterentwicklung der VMI-AZ-Extrusion-Produkte arbeiten.

Gerade diese Zusammenarbeit bringe große Vorteile mit sich, betont der Manager Sales weiter. Seit dem Kauf 2004 und der kompletten Übernahme von AZ Extrusion 2009 durch VMI könne man jetzt die „Vorteile einer kleinen, schnell reagierenden Unternehmung mit der Stärke eines großen, weltweit operierenden Konzerns in Bezug auf F&E, Qualität, Produktion und Beschaffung verbinden“. Wie Pol weiter ausführt, gehöre die VMI-Gruppe „zu den führenden unabhängigen Herstellern von Reifenbaumaschinen und besetzt ebenfalls einen herausragende Stellung bei der Halbzeug- und Reifentestgeräteproduktion“.

Die VMI-Gruppe mit Konzernsitz in Epe ist ihrerseits Teil der ebenfalls niederländischen TKH Group. Ausschließlich TKH veröffentlicht Finanzdaten und hat im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 1,06 Milliarden Euro (+18,8 Prozent) gemeldet. Zu VMI nur so viel: Der Umsatz der VMI-Gruppe sei im vergangenen Jahr um zehn Prozent gestiegen. arno.borchers@reifenpresse.de

Der deutsche Maschinenbauer VMI-AZ Extrusion hat sich insbesondere durch seine „Cushion-to-Casing“- oder CTC-Extruder einen Namen unter den Runderneuerern weltweit gemacht

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