Billige Reifen sind laut Lanxess zu teuer geworden

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Lanxess hat bei dem Consultingunternehmen Stratley Portfolio Performance Incorporated eine Studie speziell zum Markt für Lösungs-Styrol-Butadien-Kautschuke (SSBR) in Auftrag gegeben. Eines der Ergebnisse lautet dem Spezialchemiekonzern zufolge, dass die globale Reifenindustrie einen klaren Trend zu rollwiderstandsreduzierten Reifen sieht, die ohne verbesserte SSBR und den Nd-PBR (Neodymium-basierter Performance Butadiene Kautschuk) „kaum zu realisieren“ seien. Insofern wolle die Branche in Zukunft verstärkt mit hoch spezialisierten Synthesekautschukherstellern zusammenarbeiten, heißt es weiter unter Berufung auf die Studie. In die sollen die Erkenntnisse der Entscheider aus den Marketing- und Entwicklungsabteilungen von 32 Reifenherstellern rund um die Welt eingeflossen sein, die zusammen für rund 84 Prozent des global erwirtschafteten Umsatzes mit Reifen stehen. Vor allem das Opens external link in new windowEU-Reifenlabeling wird demnach die Branche verändern. „Es klingt paradox, aber billige Reifen, die lediglich aus konventionellen Kautschuken hergestellt werden, sind gerade für kosten- und umweltbewusste Verbraucher unter dem Strich einfach zu teuer geworden“, sieht Joachim Grub, Leiter der Business Unit Performance Butadiene Rubber bei Lanxess, von der EU-Reifenkennzeichnungsverordnung offenbar in erste Linie Impulse für sogenannte „grüne“ Reifen ausgehen.

Gleichzeitig damit implizieren seine Aussagen, dass solche Reifen prinzipiell teurer sind als herkömmliche Modelle. Begünstigt wird der Trend zu den so auch bezeichneten High-Performance-Reifen einerseits durch hohe bzw. steigende Treibstoffpreise sowie dem Bemühen der Automobilhersteller, den Treibstoffbedarf ihrer Fahrzeuge mittels „grüner“, spritsparender Reifen zu senken. Andererseits attestiert Grub ihnen dank der Verwendung von Lanxess-Spezialkautschuken eine höhere Lebensdauer und bessere Sicherheitseigenschaften. „Die Reifenbranche steckt seit einigen Jahren in einer neuen Werkstoffära“, meint er. Und das spiegelt augenscheinlich auch die von Lanxess in Auftrag gegebenen SSBR-Marketingstudie wider, die demnach auf der Auswertung von Fragebögen und Face-to-Face-Interviews mit mehr als 70 Reifenexperten in über 20 Ländern weltweit basiert. Insgesamt seien in die Untersuchung die Meinungen von 32 Reifenproduzenten mit einem kumulierten Umsatz von rund 130 Milliarden US-Dollar eingeflossen – darunter alle Top-20-Anbieter der Branche. Jedenfalls sollen 85 Prozent der befragten Reifenunternehmen angegeben haben, dass das neue EU-Reifenlabeling ihr Tagesgeschäft „signifikant beeinflussen“ werde, die meisten das Ganze aber „eher als Chance denn als Belastung“ auffassen.

Für Lanxess besonders erfreulich dürfte jedoch die Überzeugung der Reifenhersteller sein, dass SSBR in High-Performance-Reifen – gerade in Kombination mit Silica-Füllstoffen – weithin ausdrücklich als „Muss“ betrachtet wird. Die Autoren der Studie gehen nach ihren Marktanalysen zumindest davon aus, dass SSBR den „klassischen“ Emulsions-Styrol-Butadien-Kautschuken (ESBR) in wenigen Jahren deutlich den Rang abgelaufen haben wird. In fünf Jahren könnte sich demzufolge doppelt so viel SSBR in Pkw-Reifen finden wie ESBR – 85 Prozent der Befragten sehen die Versorgungssituation daher allerdings etwas kritisch. Eine erhebliche Rolle bei der Beurteilung von SSBR-Hochleistungselastomeren spielt laut Lanxess nicht nur die verbesserte Performance der daraus hergestellten Produkte, sondern auch die Verarbeitbarkeit. Fachleute der globalen Reifenindustrie wird in diesem Zusammenhang ein hohes Interesse an der Weiterentwicklung heute verfügbarer SSBR-Typen attestiert, weil die Verfügbarkeit immer besserer Reifen eng mit der Bereitstellung immer weiter verfeinerter SSBR-Varianten verknüpft sei. „Diese Daten und Einschätzungen, die wir hier erstmals in dieser Breite präsentieren, werden nicht nur unseren Kunden helfen, sich besser auf die veränderten Märkte einzustellen“, sagt Joachim Grub. „Sie sind auch für uns ein wertvolles Instrument, das es uns erlaubt, uns noch besser an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen“, ergänzt er.

Als Synthesekautschukpionier verfüge Lanxess über ein weltweit einzigartiges Know-how in der SSBR-Chemie und Produktionstechnologie: Die Vielzahl der in den vergangenen Jahren bemusterten SSBR-Varianten sowie die jüngst noch einmal deutlich ausgebaute Inhouse Kautschukprüfungskompetenz belege, dass Forschung und Entwicklung im Konzern nach wie vor groß geschrieben werden. „Mit unserer Synthesekautschukerfahrung sind wir der ideale Partner für eine Branche, deren Geschäftserfolg immer stärker von Know-how geprägt sein wird. Dabei behalten wir ausdrücklich auch Verarbeitungsaspekte im Auge“, so Grub. „Und unsere jüngsten Investitionen in Erweiterung und Flexibilisierung unserer SSBR- und Nd-PBR-Produktionsanlagen in Europa, Brasilien und den Vereinigten Staaten zeigen – wie auch die Opens external link in new windowGrundsteinlegung unserer 140-kT-Nd-PBR-Anlage in Singapur –, dass wir unserem Ruf als zuverlässiger Anbieter hochleistungsfähiger Spezialkautschuke für die Reifenbranche auch in Zukunft gerecht werden wollen“, fügt er hinzu. cm

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