Problemlöser in Herne: Reifen Stiebling setzt auf Fachkompetenz

Reifenhändler, die zuviel auf einmal wollen, verzetteln sich gerne. So fasst Christian Stiebling seine Erfahrungen der vergangenen Jahre zusammen. Anstatt von allem etwas anzubieten, müsse ein Reifenhändler ein klares Profil haben und seine wenigen Ziele mit Nachdruck verfolgen. Wie der Geschäftsführer von Reifen Stiebling mit Sitz in Herne im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert, könne man etwa Autoservice im Reifenfachhandel nicht ‚mal ebenso mitmachen’. Wer’s will, muss dafür Kapazitäten schaffen – personell wie auch in der Werkstatt. Und er muss auf Kontinuität achten; ein Autoservice, der in der Spitzensaison im Reifenhandel nicht angeboten wird, hinterlasse unzufriedenen Kunden und belaste das Geschäft und dessen Profitabilität. Stiebling setzt folglich ganz gezielt auf den Handel mit Reifen, wobei es gerade Lkw-Reifen und Runderneuerte sind, für die das über 80 Jahre alte Unternehmen einen Namen im Markt hat.

Bei Reifen Stiebling versteht man sich als „Problemlöser“. Kunden, die Lkw- oder Pkw-Reifen kaufen wollen bzw. müssen, haben ein solches Problem, das es zu lösen gilt. Gerade Fuhrparkbetreiber und Flottenmanager rufen dabei in der Regel weit mehr ab als nur einen Satz Reifen. Für diese Klientel gehe das Problem deutlich über das eigentliche Produkt hinaus. Diese Kunden wollen Mobilität, weil dies ihre Geschäftsgrundlage ist und sie absichert. Für den Reifenhändler bedeutet dies, er muss einen entsprechenden Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten. Bei Reifen Stiebling ist man dazu bereits seit Langem mit einer eigenen Flotte mobiler Montagefahrzeuge am Markt präsent. Aktuell, so erläutert Christian Stiebling, seien bereits 14 solcher Fahrzeuge im Einsatz – bei zwölf Filialen.

Nicht nur, dass diese mobilen Werkstätten den Standardflottenservice beim Kunden – insbesondere beim Lkw-Kunden – erbringen können und sollen. Damit könne auch ein 24-Stunden-Service garantiert werden, wie Verkaufsleiter und Prokurist Hubertus Mönkemöller ergänzt. Reifen Stiebling hat die Montageflotte in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Fuhrparkbetreiber und Flottenmanager haben somit „größtmögliche Planungssicherheit und minimale Ausfallzeiten“, wie es dazu erklärend in einer Reifen-Stiebling-Broschüre heißt. Das Traditionsunternehmen sieht sich, was den mobilen Service betrifft, heute als führend im Markt.

Das liegt aber nicht ausschließlich an dem hohen Stellenwert, den Christian Stiebling dem Vor-Ort-Flottenservice beimisst, der ganz offensichtlich von den Lkw-Kunden auch stark nachgefragt wird. Ein besonderes Novum im Flottenservice und der Koordinierung der Montagefahrzeuge ist die sogenannte „Leitstelle“. Vor dort werden die Einsätze aller 14 Fahrzeuge und deren Besatzungen über die Zuständigkeitsgrenzen der verschiedenen Filialen hinaus zentral koordiniert. Dies habe dank der genutzten (handelsüblichen) Software den großen Vorteil, erläutert Christian Stiebling weiter, dass die Auslastungsgrade der Montagefahrzeuge erhöht wird, die Standzeiten der Kundenfahrzeuge im Pannenfall minimiert und insgesamt die Kosten für die Einsätze reduziert werden. Laut Christian Stiebling sei die neue Leitstelle am Standort in Herne in dieser Form wegweisend in Deutschland; schon mehrfach hätten sich Reifenhändler vor Ort über das System informiert.

Zur Problemlöserkompetenz eines Reifenhändlers, der im Lkw-Geschäft seine Stärken hat – Reifen Stiebling generiert 60 Prozent seiner Umsätze mit Nutzfahrzeugreifen und ist Mitglied der Team-Organisation –, gehört natürlich auch ein gutes Runderneuerungsangebot. Dies gehört für das Unternehmen aus Herne zur Geschichte dazu, begann man doch vor mittlerweile drei Generationen den Betrieb als „Dampfvulkanisier-Anstalt“. Heute, über 80 Jahre später, gehört Reifen Stiebling immer noch zu den renommierten Runderneuerern im Land, die dank der eigenen Runderneuerung am Hauptstandort auch mehr anbieten können, als der Produktkatalog vermuten lässt; etwa runderneuerte Reifen mit speziellen Seitenwänden für den Anfahrschutz oder solche, die auch bei komplett vereisten Straßen immer noch ein gewisses Fortkommen sichern. Etliche Kunden schätzten es sehr, wenn auf ihre speziellen Bedürfnisse hin auch spezielle Lösungsvorschläge unterbreitet würden, so Hubertus Mönkemöller. Diesem Service sehe man sich bei Reifen Stiebling verpflichtet. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr rund 25.000 neue Lkw-Reifen vermarktet, von denen rund die Hälfte auch wieder zurück in die Stiebling-Niederlassungen im gesamten Ruhrgebiet kommt. Laut Christian Stiebling sei dies die Basis, mit der die Runderneuerung betrieben. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen rund 12.000 Lkw-Reifen runderneuert, wobei heute ausschließlich das Kaltverfahren zur Anwendung kommt.

Wie der Geschäftsführer im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG ergänzt, sei man mit dem Runderneuerungsbetrieb mittlerweile an der Kapazitätsgrenze angelangt; eine Expansion sei nicht mehr möglich. Folglich überlege der Unternehmer, ob er den Betrieb nicht schließen solle, um eine neue Runderneuerung – etwa auf der grünen Wiese – aufzubauen. Konkret sei in diesem Zusammenhang indes noch nichts, außer dass ein entsprechendes Investitionsvorhaben durchaus realisiert werden könnte.

Um als Problemlöser wahrgenommen zu werden, müsse man fachmännische Auskunft geben können, sagt Verkaufsleiter und Prokurist Hubertus Mönkemöller. Folglich gebe es bei Reifen Stiebling eben immer den Lkw-Spezialisten, der kompetente Empfehlungen als Ansprechpartner für Kunden abgeben kann, und es gibt den Pkw-Spezialisten. Von den insgesamt rund 200 Mitarbeitern sind 120 ausschließlich mit dem Nutzfahrzeugreifengeschäft betraut, so Stiebling. Für das Herner Unternehmen ist dieses übrigens dermaßen wichtig, dass jeder Filialleiter bzw. zukünftige Filialleiter eben auch ein Lkw-Spezialist sein müsse. Und jeder der derzeit über 20 Auszubildenden müsse hier ebenfalls umfassende Kenntnisse erwerben.

Für Reifen Stiebling gehört die Ausbildung junger Menschen in verschiedenen Berufen seit jeher auch zur traditionellen Verpflichtung eines Unternehmens gegenüber der Öffentlichkeit. Dass man dieser Verpflichtung auch mit modernen Mitteln gerecht werden kann, zeigt etwa die Art, wie das Unternehmen auf seine Ausbildungsplätze aufmerksam macht: über Facebook und den eigenen Internetauftritt. Wie Christian Stiebling betont, kümmere sich sein Sohn Alexander – derzeit noch Student in Hannover – um die Social-Media- und Internetaktivitäten des Unternehmens und kann hier eine durchaus beachtliche Bilanz vorweisen. „Bei Facebook haben wir innerhalb der Branche extrem gute Zugriffszahlen“, so der Geschäftsführer. Das Unternehmen soll auch unter der vierten Generation mit der Zeit gehen und dann – in 20 Jahren – das 100-jährige Jubiläum feiern können, hofft der Geschäftsführer weiter.

Auch wenn sich Christian Stiebling ganz gezielt gegen das Autoservicegeschäft äußert, zumindest wenn es – wie so oft im saisonalen Reifenhandel – nur zur Überbrückung der Durststrecken im Sommer und im Winter dient, so hat das Unternehmen doch einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Geschäft. Traditionell gehört zu Reifen Stiebling nämlich auch ein Autoteilehandel am zentralen Standort in Herne; das Unternehmen ist sogar Coparts-Gesellschafter. Bereits seit über 50 Jahren gehört dieser Geschäftszweig fest zum Unternehmen dazu und bietet heute Arbeit für immerhin acht Mitarbeiter. Beliefert werden dabei vor allem Werkstätten im regionalen Umfeld, aber auch viele Endverbraucher kauften im Shop, so Stiebling weiter.

Um das Angebot im Stiebling-Land auch in Zukunft weiter auszubauen, möchte der Geschäftsführer nicht nur den Runderneuerungsbetrieb gerne verlagern. Was in der jüngsten Vergangenheit gelang, soll sich auch in Zukunft fortsetzen: Christian Stiebling möchte, wenn möglich, alle zwei Jahre eine weitere neue Filiale eröffnen. Mittlerweile sei es aber sehr schwer geworden, im dicht besiedelten Ruhrgebiet noch adäquate Standorte dafür zu finden. Eine Lösung, um für weiteres Unternehmenswachstum zu sorgen, sei indes der Ausbau der Flotte der mobilen Einsatzfahrzeuge. Dies wolle man auch in Zukunft weiter forcieren – und löst damit ein wichtiges Problem. arno.borchers@reifenpresse.de

 
Verkaufsleiter und Prokurist Hubertus Mönkemöller und Geschäftsführer Christian Stiebling (von links) sehen Reifen Stiebling insbesondere beim Geschäft mit Nutzfahrzeugreifen als „Problemlöser“

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