Im Reifenbereich will Conti weiter Gas geben – „Vision 2025“

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Beim diesjährigen „ContiTechnikForum“ stand ohne Frage der Automated Indoor Braking Analyzer (AIBA) des Unternehmens im Mittelpunkt. Nichtsdestoweniger präsentierte Nikolai Setzer, Mitglied des Konzernvorstandes und Leiter der Reifendivision, in diesem Rahmen außerdem einen Strategieausblick der Rubber Division. Seinen Ausführungen zur „Vision 2025“ ist eines ganz klar zu entnehmen: Das Unternehmen will beim Thema auch in Zukunft kräftig Gas geben.

„Wir wollen weltweit als starker Premiumzulieferer gesehen werden. Wir müssen nicht immer die Ersten sein, aber zumindest auf dem Podium“, so Setzer unter Verweis auf kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, aber auch in die Erweiterung der eigenen Produktionskapazitäten oder in neue Werke. Damit gemeint sind wohlgemerkt nicht diejenigen derzeit in Russland und in den USA im Bau befindlichen Werke oder der Standort in Hefei (China), dessen Ausstoß weiter erhöht werden soll. Laut der von ihm präsentierten Roadmap ist bis 2025 zudem wohl mit weiteren neuen Conti-Werken zu rechnen. Klar dürfte jedermann sein, dass zu etwaigen Standorten zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes zu hören ist. Doch Setzer lässt zumindest so viel durchblicken, dass man im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum das eine oder andere neue Werke ebenso bauen will wie möglicherweise bis zu drei in der Region „The Americas“ (Nord-, Latein-, Südamerika) und sogar eines in Europa ist dabei. Wobei in Bezug auf Letzteres Setzer wenig Zweifel daran aufkommen lässt, dass damit eher Osteuropa gemeint ist.


Nein, Conti plant auch im Zuge der „Vision 2025“ keine Offshore-Reifenwerke: Doch um Spekulationen über mögliche Greenfield-Standorte nicht anzuheizen, wurde für Setzers Präsentation diese Art der Darstellung gewählt

Ziel dessen sei ein in Bezug auf die Reifenproduktion global ausbalancierterer Fußabdruck. Gleiches wird hinsichtlich des Produktabsatzes angepeilt. Soll heißen: Setzte Conti eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr 74 Prozent seiner Pkw-/Llkw-Reifen in der Region EMEA (Europa Mittlerer Osten, Afrika) ab und 21 Prozent in der NAFTA sowie lediglich fünf Prozent im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum (APAC), so soll Europa 2025 nur noch für knapp die Hälfte, die NAFTA für ein gutes Viertel und APAC rund ein Fünftel stehen. Und bei Lkw-Reifen rechnet man von einer Entwicklung ausgehend von 50 Prozent (EMEA), 46 Prozent (NAFTA) und vier Prozent (APAC) bis 2025 mit analogen Verschiebungen, sodass der Projektion zufolge dann alle drei Regionen mehr oder weniger die gleichen Absatzanteile beisteuern werden. Bei alldem gehe es Conti nicht um Wachstum, sondern um ein profitables Wachstum, macht Setzer deutlich. Jedes Projekt und jede Investition werde daraufhin abgeklopft. „Das Kostenbewusstsein steckt seit Manfred Wennemer im Conti-Blut“, so der Leiter der Reifendivision. christian.marx@reifenpresse.de

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