Ganz starkes erstes Halbjahr für Nokian

Der finnische Reifenhersteller Nokian Tyres hat im ersten Halbjahr 2012 den Umsatz kräftig um 27,1 Prozent auf 798 Millionen Euro ausgebaut. Der operative Gewinn (operating profit) stieg im Berichtszeitraum von 165,5 Millionen auf 217,7 Millionen Euro. Für den Konzern arbeiten mehr als 4.000 Menschen. Die überragend bedeutsame Sparte Pkw-Reifen konnte beim Umsatz stark auf 633 Millionen Euro zulegen (operating profit: 228,7 Millionen Euro!), auch die Handelskette Vianor verzeichnete ein Plus und kam auf einen Halbjahresumsatz von 129,4 Millionen Euro. Rückläufig die Umsatzzahlen in den Sparten „Heavy Tyres“ (wozu Industrie-, EM-, Land- und Forstwirtschaftsreifen gehören) und „other operations“ (wozu Lkw-/Busreifen und „Noktop“-Runderneuerungsmaterialien gehören). Während trotz des Umsatzrückganges die Schwerreifensparte in der Gewinnzone blieb, trugen Lkw-Reifen und Vianor einen operativen Verlust zum Konzernergebnis bei.

Das Pkw-Reifensegment, das 75,2 Prozent vom Konzernumsatz repräsentiert, war gekennzeichnet von einem kräftigen Produktionsausbau von 29 Prozent bezogen auf Stückzahlen (Tonnage: + 27%) und geht auf die Inbetriebnahme des zweiten Werkes in Vsevolozhsk (bei St. Petersburg) zurück, das direkt neben dem ersten Werk platziert ist. Noch im Laufe dieses Jahres wird eine weitere Produktionslinie in Betrieb genommen, sodass sich die Kapazität des Standortes von etwa elf Millionen Pkw-Reifen jährlich (Stand zum Jahresbeginn) bis zum Jahresende um fünf bis sechs Millionen Einheiten erhöht haben wird. Insgesamt ist für die Fabriken am Stammsitz im finnischen Nokia und in Russland für das Jahr 2012 ein Pkw-Reifen-Output von 16,5 Millionen Stück geplant. Während in Nokia die Produktion zurückgefahren wird – statt an sieben werden nur noch an fünf Tagen Pkw-Reifen gefertigt –, wird sie in Vsevolozhsk weiter hochgefahren und sind für 2013/2014 dort zwei weitere Fertigungsstraßen projektiert.

Dass im „Heavy Tyres“-Subsegment der Absatz an EM- und speziell Radialreifen weiterhin von Wachstum gekennzeichnet war, konnte die Einbußen bei Forstreifen – in dem Bereich gilt Nokian als Weltmarktführer – nicht kompensieren. Das Unternehmen hat ein Investitions-/Modernisierungsprogramm am Produktionsstandort Nokia gestartet, das im Jahre 2013 abgeschlossen sein und der Beseitigung von Engpässen bei einzelnen Fertigungsschritten und der Erhöhung der Kapazitäten für Radialreifen dienen soll. „Heavy Tyres“ steht für 6,4 Prozent vom Konzernumsatz, die Sparte „other operations“, zu der Lkw- und Busreifen gerechnet werden, für drei Prozent. Während in den nordischen Ländern die Einbußen beim Absatz von Lkw-/Busreifen moderat waren, konnte sich auch Nokian nicht vom insgesamt starken europaweiten Einbruch dieses Segmentes in Größenordnungen von etwa 30 Prozent abkoppeln. dv

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