Nokian ganz ohne Reifen

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Die Finnen präsentierten keine Reifen auf ihrem Messestand zur „Reifen“, sondern stellten als Inhaber des Weltrekords mit 331,610 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Eis das Siegerauto als Beweis ihrer Spitzenleitung „zum Anfassen“ aus. Das Fahrzeug war bei der Rekordfahrt mit ganz normalen Nokian-Winterreifen bestückt, die genau so im Handel erhältlich sind. Das waren dann auch schon die einzigen Produktinformationen auf dem gesamten Stand. Alle weiteren Nokian-Informationen fanden die Besucher auf Touch-Screens – oder befragten Deutschland-Chef Klaus D. Deussing bzw. die Mitarbeiter aus der finnischen Konzernzentrale oder Deussing-Chef Dieter Köppner, der im deutschen Markt ja immer noch bestens verankert ist …

… oder Produktentwicklungsmanager Sven Dittmann, der ganz stolz darauf verweist, dass Nokian in diesem Frühjahr gleich achtmal bei Pkw-Reifentests deutscher Fachzeitschriften den Testsieger gestellt hat – darüber hinaus gab es diverse gute Platzierungen hierzulande und weitere Testerfolge im Ausland. Und außer den Pkw-Reifen gebe es ja auch noch andere Segmente, ergänzt Deussing und lässt nicht unerwähnt, dass es bei allen Verkaufserfolgen bei Pkw-Reifen, die durch die Tests kräftig Rückenwind erhalten hatten, immer noch Baustellen gibt. So habe man zwar schon leistungsfähige Partner auch bei Lkw-Reifen, aber bei genauerem Hinsehen auf die Landkarte gebe es eben auch immer noch weiße Flecken: Die mag der eigens für das Lkw-Geschäft eingestellte neue Mitarbeiter ausfüllen.

Die Nokian Reifen GmbH (Nürnberg) ist in manchen Teilen der Republik bereits sehr gut aufgestellt und hat beispielsweise im Südwesten Deutschlands mit Reifen Straub einen ausgezeichneten Partner, der auch als Masterfranchiser für das Handelskonzept Vianor wirkt. In anderen Gebieten ist Deussing von der guten Zusammenarbeit mit regional starken Großhändlern zwar angetan, sieht bei der Abdeckung des deutschen Marktes aber immer noch Regionen, in der er die Marke, die einen Premiumanspruch erhebt, unterrepräsentiert sei. Zumindest zeitweise war das ein Luxusproblem, solange er verkaufen konnte, was die Fabriken ihm und dem deutschen Markt zuteilten. In einem schwieriger werdenden Markt verschieben sich auch die Aufgabenstellungen, Deussing: „So sind Preiserhöhungen derzeit nicht durchsetzbar, das lässt der Markt einfach nicht zu.“ detlef.vogt@reifenpresse.de

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